Elektronik für die Energieversorgung der Zukunft
Erlangen – Der vom Förderkreis für die Mikroelektronik e.V. ausgeschriebene Innovationspreis Mikroelektronik würdigt in diesem Jahr eine Entwicklung, die die Elektronik der Energieversorgung verbessert. Der Innovationspreis wird heute gemeinsam mit dem Jugendpreis Mikroelektronik im Rahmen der Vortragsreihe „Leistungselektronik“ am Fraunhofer-Institut IISB in Erlangen durch den Vorsitzenden des Förderkreises, Dr. Dietrich Ernst, verliehen. An die Preisverleihung schließt sich der Vortrag „Neue Entwicklungen der Leistungselektronik – die Netze werden flexibel und Smart“ von Dr. Dietmar Retzmann, Siemens AG, an.
Innovationspreis Mikroelektronik
Die diesjährigen Preisträger des Innovationspreises sind Markus Billmann und Dirk Malipaard (Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB, Erlangen), Andreas Zenkner (Siemens AG, Nürnberg) und Christoph Blösch (Konstruktionsbüro Blösch, Bubenreuth).
Sie haben gemeinsam Grundlagen und Schlüsselkomponenten für das Zellendesign von Umrichtern entwickelt, mit denen sich die Stromstabilität in Mittel- und Hochspannungsanwendungen deutlich verbessern lässt. Diese Lösung ist vor allem deshalb bedeutsam, weil die Energieversorgung der Zukunft durch regenerative Energiequellen wie z.B. Windenergieanlagen immer dezentraler wird. Deshalb ist es eine große Herausforderung, die nötige Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten. Insbesondere die sogenannte Blindleistungskompensation, d.h. der Ausgleich von ungenutzt zwischen Erzeugern und Verbrauchern hin- und herpendelnder Energie, muss gewährleistet sein. Dabei spielen die Umrichter, die die Anpassung von Strom- und Spannungszufuhr steuern, die entscheidende Rolle. Diese Komponenten müssen sich in Zukunft durch wesentlich intelligenteres Reaktionsvermögen und flexiblere Einsatzmöglichkeiten auszeichnen.
Durch die Verwendung von kostengünstigen und gleichzeitig energieeffizienten Komponenten konnten die vier Preisträger aber auch weitere entscheidende Produktinnovationen umsetzen. Die Umrichter wurden kleiner und die Sicherheit im Betrieb weiter erhöht. Außerdem konnten die für große Anlagen konzipierten Systeme inzwischen auch für kleinere Anlagen angepasst und damit auch für Windparks oder lokale Versorgungsnetze verwendet werden.
Das von dem Team entwickelte Produkt „SVC Plus Power Modul“ der Siemens AG ist am Markt sehr erfolgreich und hat in der „Energieregion Nürnberg“ zahlreiche Arbeitsplätze bei Siemens Energy und den Zulieferfirmen gesichert.
Jugendpreis Mikroelektronik
Der mit einem Preisgeld von 500 Euro dotierte Jugendpreis Mikroelektronik geht 2011 an Tim Huber vom Rottmayr-Gymnasium Laufen an der Salzach (Berchtesgadener Land). Der Schüler erläutert in seiner Arbeit die theoretische Funktionsweise der Steuerung von Synchronmotoren und setzt diese durch den Bau und die Programmierung einer elektronischen Schaltung in der Praxis um.
Förderkreis für die Mikroelektronik e.V.
Der Innovationspreis Mikroelektronik wird jährlich für herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgeschrieben und ist mit 3 000 Euro dotiert. Bei der Beurteilung durch die Jury wird insbesondere der Erkenntnisfortschritt berücksichtigt und Wert auf die praktische Verwertung durch die Wirtschaft gelegt. Der Förderkreis für die Mikroelektronik e.V. ist ein Zusammenschluss von ca. 15 Unternehmen, zwei Fraunhofer-Instituten, vier Lehrstühlen der Universität Erlangen-Nürnberg und der IHK Nürnberg für Mittelfranken. Der Förderkreis verleiht jährlich den Innovations- und den Jugendpreis, fördert technisch-wissenschaftliche Veranstaltungen und Kooperationen zwischen Forschung, Entwicklung und Anwendung.
