Innovation und Forschung

Bayern 2020 - Zukunftsprogramm zur Stärkung des Wissenschafts- und Technologiestandorts Region Nürnberg

Technologiestandorts Region Nürnberg

 

Resolution: Die IHK-Vollversammlung ersucht die Bayerische Staatsregierung, die Projektmaßnahmen im „High-Tech-Zukunftsprogramm Mittelfranken“ und im „Memorandum zum Ausbau der Hochschul- und Wissenschaftsregion Nürnberg“ im Rahmen des Investitions- und Zukunftsprogramms „Bayern 2020“ – Kinder. Bildung. Arbeit“ umfänglich zu berücksichtigen und zeitnah umzusetzen.

Die IHK Nürnberg für Mittelfranken hat zur Stärkung des Hochschul- und Technologieportfolios in Mittelfranken zwei richtungsweisende Projektkataloge auf den Weg gebracht. Diese sind das

Die Vollversammlung nimmt beide Papiere zustimmend und unterstützend zur Kenntnis.

 

Präambel

Am 17. Juli 2007 wurde im Bayerischen Landtag das Investitions- und Zukunftsprogramm „Bayern 2020 – Kinder. Bildung. Arbeit“ vorgestellt. Die Bayerische Staatsregierung wird in den Jahren 2008 bis 2011 dazu 1,5 Milliarden Euro investieren. Folgende Investitionsfelder sind dafür definiert, ein grober thematischer Budgetrahmen dazu wurde bekannt gegeben.

  1. 140 Mio. € für den Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten
  2. 100 Mio. € für Ganztagsschulen
  3. 570 Mio. € für die Hochschulen
  4. 135 Mio. € für „Leuchtturmprojekte Forschung“
  5. 100 Mio. € für „Infrastruktur für Angewandte Forschung“
  6. 100 Mio. € für „Cluster-Offensive“
  7. 50 Mio. € für „Standortrelevante Investitionsvorhaben“
  8. 150 Mio. € für den Klimaschutz
  9. 100 Mio. € für den Straßenbau
  10. 25 Mio. € für Tourismusförderung
  11. 15 Mio. € für die Dorferneuerung
  12. 15 Mio. € für die Städtebauförderung

Die Region Mittelfranken verfügt mit dem regionalen Entwicklungsleitbild und der Potenzialanalyse „Beitrag der Hochschulen zur regionalen Entwicklung“ über strategische Instrumente, um die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsraums zielgerecht zu steigern. Durch die gemeinsame Bezugnahme von Hochschulen und Wirtschaft auf die im Entwicklungsleitbild definierten technologischen Kompetenzfelder gibt es seit geraumer Zeit eine Übereinstimmung der regionalen Akteure bei strategischen Innovationszielen. Diese zielgerichtete Netzwerkarbeit ist ein Alleinstellungsmerkmal in Bayern. Den gemeinsamen Innovationszielen geht die Vision voraus, die Europäische Metropolregion Nürnberg (EMN) als eine führende Wirtschafts-, Wissenschafts- und Technologieregion in Europa weiter zu entwickeln.

Die Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunftssicherung für die EMN sind jedoch in hohem Maße abhängig von der staatlichen Mittelverteilung für Hochschul- und Forschungsinfrastruktur. Ein effizienter Hochschulausbau sowie eine moderne Forschungs- und Technologieinfrastruktur für die gesamte Region sind notwendig, um profilbildende Cluster erfolgreich zu gestalten sowie die nationale und internationale Spitzenstellung der Wissenschaft und Wirtschaft zu erreichen. Hierzu sind die personelle und bauliche Fortentwicklung der einzelnen Hochschulstandorte, Ansiedlung von außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie die Realisierung von zukunftsweisenden Technologieinfrastrukturmaßnahmen unabdingbar.

Zur Realisierung der Zielsetzung bietet das Zukunftsprogramm „Bayern 2020“ für den Forschungs- und Entwicklungs- (FuE-) bzw. Technologiestandort Mittelfranken neue Perspektiven. So sind mindestens fünf forschungs- und technologieorientierte Investitionsfelder mit über einer Milliarde Euro ausgestattet.

Die IHK Nürnberg für Mittelfranken wie auch andere regionale Akteure unterstützen und fördern hierzu den Hochschulaus- und -Umbau sowie Technologieinfrastrukturprojekte. Dazu dienen als Richtschnur die beiden Positionspapiere bzw. Projektkataloge:

  • High-Tech-Zukunftsprogramm der IHK Nürnberg für Mittelfranken
  • Memorandum zur Weiterentwicklung der Hochschul- und Wissenschaftsregion

Mit dem „High-Tech-Zukunftsprogramm der IHK Nürnberg für Mittelfranken“ werden diese Ziele mit konkreten Projekten im angewandten FuE-Sektor umgesetzt. Das „Memorandum zur Weiterentwicklung der Hochschul- und Wissenschaftsregion Nürnberg“ fokussiert auf die mittelfränkischen Hochschulstandorte. Es verfolgt das Ziel, die Hochschulen – einer Metropolregion angemessen - am bayerischen Hochschulaus- und -umbau partizipieren zu lassen und profilbildend zu wirken für eine zukunftsgerichtete Hochschul- und Wissenschaftsregion Nürnberg.

A. High-Tech-Zukunftsprogramm Mittelfranken

In zahlreichen überregionalen Rankings hinsichtlich Innovationsdynamik, Ingenieurdichte und Patentanmeldungen kommt die ausgeprägte High-Tech-Orientierung der Region zum Ausdruck. Diese Stärken sind Bestandteile eines regionalen Gesamtkonzepts, an dessen Spitze das Entwicklungsleitbild der Wirtschaftsregion Nürnberg steht. Hierbei kommen insbesondere die sechs genannten technologieorientierten Kompetenzfelder zum Tragen. Ergänzt und befruchtet werden diese durch regional verankerte, bedeutende Querschnittstechnologien wie Mechatronik, Leistungselektronik, Optik | Laser | Photonik, Nano- und Biotechnologie. „Innovative Dienstleistungen“ mit den Schwerpunkten Finanzdienstleistungen, Marktforschung, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung runden das Angebot ab.

Das „High-Tech Zukunftsprogramm der IHK Nürnberg für Mittelfranken“ (siehe Anlage) enthält sowohl Forschungsinfrastrukturmaßnahmen als auch technologische Projekte, welche die technologischen Kompetenzfelder der Region nachhaltig stärken. Im folgenden sind beispielhaft wichtige Projektmaßnahmen in den Kompetenzfeldern (KF) aufgeführt, die für sich einen starken Bezug auf die o.g. Querschnittstechnologien aufweisen und somit einen starken Hebel besitzen für die wirtschaftliche Entwicklung der Region:

KF Medizin und Gesundheit

  • Applikationszentrum Laser in der Medizin (ALM) am Bayerischen Laserzentrum
  • Klinisches Studienzentrum: Center for Clinical Studies (CCS) Erlangen-Nürnberg,
  • Imaging Science Institute (ISI) - Kooperationsprojekt mit Siemens Medical Solutions
  • Leibniz-Institut für Immundefizienz an der Medizinischen Fakultät
  • Medizintechnisches Anwendungszentrum (METEAN) mit der Fraunhofer-Gesellschaft
  • Zentrum für Translationale Klinische Forschung: Translational Research Center (TRC),
  • Institut für Angewandte Rehabilitations- und Präventionsforschung“, Bad Windsheim

KF Energie und Umwelt

  • Nanopartikel und Umwelttechnik - Sicherheitszentrum Nanotechnologien, Schwabach
  • ZEFRE Interfakultatives Zentralinstitut für Angewandte Energieforschung und Rationelle Energienutzung an der Universität Erlangen-Nürnberg
  • Eigenständiges Fraunhofer-Institut für Leistungselektronik und energieeffiziente Antriebe
  • Hochschulnahes Forschungs- und Anwenderzentrum Biogas in Westmittelfranken

KF Neue Materialien

  • Institutionelle Förderung des FuE-Zentrums der Neue Materialien Fürth GmbH
  • Projektinitiative „Nano-Komposite“ an der Neue Materialien Fürth GmbH
  • „Rohstoffe für Innovative Produkte“, Einrichtung einer FhG-Projektgruppe am FES in Schwabach
  • Aufbau Nanopartikel-Zentrum in Kooperation mit der Universität Erlangen-Nürnberg

KF Informations- und Kommunikationstechnik

  • Errichtung eines eigenständigen Max-Planck-Institutes auf dem Gebiet der modernen Optik und Photonik
  • Zentrum für Nahbereichskommunikation (Short Range Communication Center = SRC) am Applikationszentrum für Polymere Optische Fasern der FH Nürnberg
  • Eigenständiges Fraunhofer-Institut für Lokalisierungstechnik

KF Verkehr und Logistik

  • FuE-Zentrum für RFID- und Smart Item-basierte Anwendungssysteme (RFID-Forschungs- und Anwendungszentrum) an der Fraunhofer-Arbeitsgruppe ATL

KF Automation und Produktionstechnik

  • Department Maschinenbau, Realisierung Zentralgebäude Maschinenbau
  • Projektinitiative „Qualitätssicherung in der Automatisierungstechnik“
  • Regionale und internationale Transferleistungen in der Photonik für die bayerische Wirtschaft – Konsolidierung und Ausbau des Aufgabenspektrums durch leistungsorientierte Grundfinanzierung für das Bayerische Laserzentrum in Erlangen

Technologieübergreifende Einrichtungen

  • Europäisches Technologie-Institut (EIT) – Standbein in der Metropolregion Nürnberg
  • Bayerische Hochschulpatentzentrale in der Metropolregion Nürnberg

B. Memorandum zur Weiterentwicklung der Hochschul- und Wissenschaftsregion im Kern der Metropolregion Nürnberg

Zum Ausbau der Hochschul- und Wissenschaftsregion Nürnberg wurde anlässlich der Hochschulkonferenz der Interessengemeinschaft Hochschulen Region Nürnberg (igh) am 11. Juni 2007 in der IHK dem Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Herrn Dr. Thomas Goppel, ein „Memorandum zur Weiterentwicklung der Hochschul- und Wissenschaftsregion im Kern der Metropolregion Nürnberg“ überreicht. Dem igh-Netzwerk gehören die mittelfränkischen Hochschulen sowie Vertreter aus Wirtschaft und Politik an.

Die igh drängt bei der Staatsregierung nachhaltig auf die Realisierung wichtiger Projekte, die im Memorandum (siehe Anlage) zusammengestellt sind. Auf der Prioritätenliste für Mittelfranken stehen u.a. folgende besonders vordringliche Vorhaben:

  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: Neubau eines Chemikums, Neubau für die Bereiche Mathematik und Informatik, Neubau eines Forschungsgebäudes der Medizinischen Fakultät, Einrichtung für die Exzellenzinitiative
  • Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg: Neues Gebäude für den Fachbereich Informatik; neue Bauten für Rechenzentrum und Bibliothek
  • Fachhochschule Ansbach: Errichtung von drei Bachelor-Studiengängen (Angewandte Biotechnologie, Biomedical Engineering und Ressortjournalismus) sowie eines Master-Studiengangs Energiemanagement und Energietechnik
  • Fachhochschule Weihenstephan | Abt. Triesdorf: Einrichtung von drei Bachelor-Studiengängen Lebensmittelmanagement, Clean Energy Supply und Wassertechnologie
  • Evangelische FH Nürnberg: Erweiterung von Studienplätzen für den geplanten Bachelor-Studiengang „Erziehung und Bildung“
  • Akademie der Bildenden Künste: Gesamtsanierung der denkmalgeschützten Gebäude
  • Hochschule für Musik Nürnberg / Augsburg: Auf dem Weg zur Staatlichen Musikhochschule Nürnberg sind neue personelle und räumliche Kapazitäten notwendig.