Innovation und Forschung

Patentreport Bayern 2011


Datum
08.06.2011

Bereich
Innovation | Umwelt

 

Nürnberg – Fünf Prozent aller Patentanmeldungen in Deutschland stammen aus Mittelfranken, 27 Prozent kommen aus Bayern. Das zeigt der aktuelle „Patent-Report Bayern 2011“, den die Nürnberger IHK federführend für die bayerischen IHKs erstellt hat. Analysiert wurden die Patente (Erstpublikationen) nach Technologiefeldern gemäß der Internationalen Patentklassifikation (IPC). Grundlage sind die Daten für das Jahr 2009 des Europäischen Patentamts (EPA) und des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA).

Medizintechnik und Maschinenbau mit deutschen Spitzenwerten

Die Detailbetrachtung der bayerischen IHK-Bezirke zeigt, dass die hohe Innovationskraft Bayerns durchaus breit verteilt ist. Aus mittelfränkischer Sicht besonders erfreulich ist der exzellente Wert von 2.0 beim „Patent-Innovations-Index“. Das bedeutet, dass aus Mittelfranken doppelt so viele Patente kommen, wie nach Zahl der Einwohner, Unternehmen und Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu erwarten wäre. Der Schwerpunkt dafür liegt in der Medizintechnik und im Maschinenbau. Seinem Ruf als „Heimat für Kreative“ wird Mittelfranken besonders gerecht in den als „Technologieschubladen“ zu verstehenden Sparten „Diagnostik/ Chirurgie/ Identifizierung“ und „Getriebetechnik“ mit 61 bzw. 45 Prozent aller deutschen Patentanmeldungen.

Die Innovationsstärke der bayerischen Regionen

  • Die Innovationsleistung in Bayern wird zu zwei Fünfteln durch die Region München/Oberbayern und ein Fünftel durch Nürnberg/Mittelfranken erbracht. Es folgen Regensburg/Oberpfalz (10,4 Prozent) und Würzburg-Schweinfurt (7,6 Prozent).
  • Die Technologieerneuerungen in der Sparte „Fahrzeuge, Fahrzeugausstattung oder Fahrzeugteile“ werden überwiegend von den Regionen München/Oberbayern (ca. 58 Prozent), Regensburg/Oberpfalz (ca. 13 Prozent) und Niederbayern/Passau (7 Prozent) erbracht.
  • Die Technologieerneuerung für den Bereich „Diagnostik; Chirurgie; Identifizierung“ wird in Bayern durch die Regionen Nürnberg/ Mittelfranken (61 Prozent) und Oberfranken/Bayreuth (28 Prozent) erbracht.
  • Die Regionen Würzburg-Schweinfurt und Schwaben/Augsburg sind mit einem Anteil von rund 40 Prozent bzw. 35 Prozent im Technologiesegment „Druckmaschinen oder -pressen“ führend.
  • Regionen, die unter den „Top 20“-Technologien in Bayern nur marginal vertreten sind, weisen dennoch für vereinzelte Technologien (Nischenmärkte) beachtliche Innovationsleistungen auf.

Für die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Bedeutung ist die Frage, ob die Innovationen aus der Metropolregion Nürnberg Technologiefelder betreffen, die weltweit eine hohe Anmeldeaktivität aufweisen. Deshalb wurde in der IHK-Studie auch betrachtet, wie sich die Patente beim Europäischen Patentamt (EPA) verteilen – eine wichtige Adresse für international agierende Technologieunternehmen. Die Analyse zeigte, dass die Metropolregion in drei der europäischen Spitzen-Technologiebereiche einen Schwerpunkt seiner Patentanmeldungen hat: „Diagnostik/Chirurgie/Identifizierung“, „Halbleiterbauelemente“ und „Untersuchen oder Analysieren von Stoffen durch Bestimmen ihrer chemischen oder physikalischen Eigenschaften“.

Der 36-seitige „IHK-Patent-Report Bayern 2011“ kann hier heruntergeladen werden.


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