Existenzgründung
Datum: 23.07.2012

IHK-Gründerpreis 2012: Ausgezeichnete neue Unternehmen

Die Sieger: empuron AG / dot-spot GmbH & Co. KG / AMM GmbH


 

Nürnberg – Software-Lösungen, mit denen Energieanlagen überwacht werden können, kreative Lichttechnik mit LEDs und innovative Produkte für Maschinen- und Fassadenbau: Für diese Geschäftskonzepte wurden Hubert Medl und Winfried Bergmann (Vorstände der empuron AG, Erlangen), Bettina und Thomas Hödel (Geschäftsführer der dot-spot GmbH & Co. KG, Schwarzenbruck) sowie Matthias Schloß und Ludwig Schottenhammel (Geschäftsführer bzw. Gesellschafter der AMM GmbH, Merkendorf) mit dem IHK-Gründerpreis 2012 ausgezeichnet.

Die Sieger nahmen die Auszeichnung bei einer Feierstunde im „Feuerbachsaal“ der IHK von IHK-Präsident Dirk von Vopelius und den Sponsoren entgegen. Richard Heindl (Vorstandsvorsitzender der Heitec AG in Erlangen), Ingrid Hofmann (Geschäftsführerin der I.K. Hofmann GmbH in Nürnberg) und Walter Greul (Geschäftsführender Gesellschafter der Astrum IT GmbH in Erlangen und selbst erster IHK-Gründerpreisträger im Jahr 1996) hatten das Preisgeld von jeweils 10 000 Euro zur Verfügung gestellt. Richard Heindl trat als Sponsor für die dot-spot GmbH & Co. KG, Ingrid Hofmann als Sponsorin für die AMM GmbH und Walter Greul als Sponsor für die empuron AG auf. Moderiert wurde die Veranstaltung von Martin Wagner (Leiter des Studios Franken des Bayerischen Rundfunks), der auch Mitglied der achtköpfigen Experten-Jury war.

empuron AG, Erlangen
Vorstände: Hubert Medl und Winfried Bergmann

Die empuron AG aus Erlangen entwickelt und vertreibt Software-Lösungen, mit denen Energieanlagen überwacht werden und mit denen die Energieeffizienz gesteigert wird. Die Vorstände Hubert Medl und Winfried Bergmann, die ihr Unternehmen im Jahr 2008 gegründet haben, entwickeln Programme, mit denen die Datenüberwachung von Photovoltaik-, Windkraftanlagen und anderen dezentralen Energiesystemen aus der Ferne möglich ist.

Die Software erfasst die Daten der Steuerelektronik und übermittelt beispielsweise Kamerabilder, Monatsreports und vielfältige andere Informationen (z.B. Spannung, Strom, Fehler, Sonneneinstrahlung, Windstärke, Windrichtung) über das Internet direkt auf den Computer, den Tablet-PC oder das Smartphone. Aus der Ferne lassen sich damit Anlagen überwachen sowie Daten erfassen und auswerten, außerdem kann man sich bei Störungen alarmieren lassen und die entsprechenden Fehler ermitteln und beheben. Die Software speichert die Betriebsdaten und meldet sich beim Betreiber beziehungsweise beim Dienstleister per E-Mail, Twitter, SMS oder Telefon (mit Voice), sobald Abweichungen von den optimalen Anlagenparametern bestehen. „Das Besondere an unseren Lösungen ist die Breite der Anwendung“, sagt Vorstand Hubert Medl: „Wir arbeiten herstellerübergreifend, Anwender mit verschiedenen Systemen brauchen also nur eine Software. Damit sind wir auf dem Markt einzigartig.“ 

Rund 30 Unternehmen nutzen die Lösungen von empuron bereits. Zu den Kunden gehören Energieversorger und Wartungsunternehmen, aber auch Betreiber oder Investoren, die z.B. Solar- oder Windkraftanlagen, Heizkraftwerke, energieeffiziente Gebäude, Geothermie-Anlagen oder Brennstoffzellen überwachen wollen. Seit Längerem ist empuron im Ausland tätig, wo das junge Unternehmen weiter stark wachsen will. Einen wichtigen Markt sehen die beiden Vorstände im Mittleren Osten. Medl und Bergmann, die derzeit sechs Mitarbeiter beschäftigen und im Jahr 2011 rund 700 000 Euro umsetzten, wollen in den nächsten drei Jahren deutlich wachsen und neue Arbeitsplätze schaffen.

dot-spot GmbH & Co. KG, Schwarzenbruck
Geschäftsführer: Bettina und Thomas Hödel

Innovative Beleuchtungstechnik, kreatives Design und internationale Geschäftsbeziehungen: Damit überzeugten Thomas und Bettina Hödel die Jury des IHK-Gründerpreises. Sie fertigten zunächst in kleinem Rahmen LED-Gartenstrahler und LED-Akzentlichtpunkte für den Garten- und Landschaftsbau, bis sie im Jahr 2009 die dot-spot GmbH & Co. KG gründeten. Heute beschäftigt das Unternehmen mit Sitz im Industriegebiet von Schwarzenbruck 18 Mitarbeiter, zum Netzwerk gehören zudem zehn freie Handelsvertreter und zehn Auslandsvertretungen.

Gegenüber anderen Beleuchtungsarten hat die LED-Technik viele Vorteile (z.B. geringer Stromverbrauch, lange Lebensdauer, volle Leuchtkraft gleich beim Einschalten, hohe Lichtausbeute, keine giftigen Bestandteile), sie ermöglicht auch völlig neue Möglichkeiten beim Design. Zu den mittlerweile 400 Produkten im Sortiment gehören beispielsweise kleine Gartenstrahler, Lichtlinien, Wandfluter, Einbauspots, LED-Handläufe oder die Pendelleuchte Sigma, für die dot-spot in diesem Jahr mit dem reddot design award ausgezeichnet wurde. Wasserdichte Strahler für außen, die teilweise aus seewasserfestem Edelstahl bestehen, oder verkupferte Leuchten setzen im Garten und im öffentlichen Raum Akzente. Nach eigenen Angaben gehört dot-spot zu den wenigen Herstellern, die heute schon Produkte mit innovativen Hochvolt-LEDs anbieten, die ohne Trafo betrieben werden können.

Die Entwicklung und Herstellung der Leuchten erfolgt im Nürnberger Land und auch die Zulieferer kommen hauptsächlich aus der Region – im Gegensatz zu den meisten anderen Anbietern, die die Leuchten zum größten Teil aus China importieren. Demgegenüber legt Thomas Hödel Wert auf Produkte „Made in Germany“ und auf ein striktes Qualitätsmanagement. Vertrieben werden die Produkte über den Fachgroßhandel und den Einzelhandel in den Bereichen Elektro, Baustoffe sowie Garten- und Landschaftsbau. Das Auslandsgeschäft spielt für das junge Unternehmen schon eine wichtige Rolle, etwa ein Drittel des Umsatzes von circa drei Mio. Euro entfällt auf den Export.

Etwa die Hälfte des Umsatzes macht das Projektgeschäft aus, das die Mitarbeiter von dot-spot in die ganze Welt führt. Einige Beispiele: Sternenteppich aus 500 LED-Strahlern am Wiener Prater, Lichttechnik für die Seilbahn in Singapur, Ausstattung eines 350 Meter langen, beleuchteten Acryl-Treppenhandlaufs in der Schweiz und Licht für die Strandpromenade von Doha. Im Emirat Qatar, wo dot-spot schon die Fassade des 300 Meter hohen Aspire Torch Tower illuminiert hat, erwarten Bettina und Thomas Hödel anlässlich der Fußball-WM im Jahr 2022 weitere Aufträge. Aber auch am Marktplatz von Feucht, am Nürnberger Kettensteg oder an der Fassade der Europäischen Zentralbank in Frankfurt finden sich LED-Leuchten aus Schwarzenbruck.

AMM GmbH, Merkendorf
Geschäftsführer: Matthias Schloß, Gesellschafter: Ludwig Schottenhammel

Die AMM GmbH in Merkendorf verarbeitet Blech für Maschinenbau, Fassadenbau und Werbung. Das Unternehmen, dessen Name für „Apparatebau und Metalltechnik Merkendorf“ steht, wurde Anfang 2008 von Matthias Schloß (43) und dessen Schwiegervater Ludwig Schottenhammel (65) gegründet. 

Ein wichtiger Geschäftszweig sind Komponenten aus Blech für Fassaden, zum Sortiment gehören u.a. Rahmen für Glasfassaden, Blech-Paneele, Vordächer, Geländer und Treppen sowie Aufsatzkonstruktionen für den Fassadenbau. Anfangs war das Unternehmen nur Zulieferer von Blechen und Paneelen, heute bauen und montieren die Mitarbeiter ganze Fassaden. So lieferte die AMM GmbH beispielsweise Blechverkleidungen für die Zentrale der AachenerMünchener oder den Alten Hof in München. Aufgrund der Erfahrungen der AMM GmbH im Maschinenbau wurden industrielle Fertigungsmöglichkeiten auf den Fassadenbau übertragen. Damit ist es möglich, bei Montage und Fertigung erheblich Zeit zu sparen.

Das Kerngeschäft bilden jedoch die Aktivitäten im Maschinenbau: Angeboten wird die Lohnfertigung von Einzelteilen bis hin zur Kleinserie (z.B. Stanzen, Laserschneiden, Schweißen oder Lackieren), zudem realisiert das Unternehmen aus dem westlichen Mittelfranken zunehmend ganze Anlagen. In Zusammenarbeit mit einem Hersteller von Biogasanlagen entwickelt und fertigt AMM Gasreinigungen als montagefertige Einheiten sowie Druckbehälter oder komplette Wärmetauscher. Darüber hinaus konstruiert und fertigt das Team Einhausungen für Werkzeugmaschinen, Lüftergehäuse für Elektromotoren oder Komponenten für landwirtschaftliche Geräte. Als drittes Standbein hat die GmbH inzwischen den Bereich Werbung und Display etabliert, so fertigt AMM beispielsweise Regale, Ladenausstattungen aus Metall sowie Gestelle für Warenpräsentationen. 

Ein wichtiger Erfolgsfaktor der AMM GmbH ist nach Worten des Geschäftsführers ihre Vielseitigkeit: „Im Jahr 2011 haben wir über 14 000 verschiedene Artikel gefertigt.“ Entsprechend dynamisch ist das Unternehmen seit der Gründung gewachsen, heute erzielt die AMM GmbH mit 72 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 7,7 Mio. Euro. Künftig will sich AMM mehr in Richtung Baugruppenfertigung spezialisieren – von der Konstruktion bis zur kompletten Einheit für Maschinengehäuse und Anlagenbau. Für den Erfolg dieser Planungen seien motivierte Mitarbeiter der entscheidende Faktor, so Matthias Schloß, der sechs Auszubildende beschäftigt und auch schwer vermittelbaren Arbeitslosen eine Chance gibt.

Bilanz IHK-Gründerpreis 2012

Die IHK schreibt den Gründerpreis seit 17 Jahren aus, um das Gründerklima in der Region weiter zu verbessern. In diesem Jahr hatten 40 junge Unternehmen ihre Geschäftskonzepte eingereicht, die bisher 603 Arbeitsplätze und 25 Ausbildungsplätze geschaffen haben. Teilnehmen konnten alle Mitgliedsunternehmen der IHK, die ihre geschäftliche Tätigkeit nach dem 1. Juli 2007 begonnen haben.

Honorarfreie Fotos der Preisträger und der Preisverleihung können Sie bei Katrin Fleßner, Tel. 0911 1335-465, katrin.flessner@nuernberg.ihk.de, bestellen.

Weitere Informationen zu den drei Preisträgern finden Sie auf unseren Gründerpreis-Seiten.


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