"Die Dienstleister sind die wichtigsten Arbeitgeber in Bayern", sagte
BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen bei der Vorstellung der Studie. Mit ihren 4,4 Millionen Erwerbstätigen
erwirtschafteten die 439.000 Unternehmen im Dienstleistungssektor im Jahr 2006 einen Umsatz von 487 Milliarden
Euro. Von 1999 bis 2006 erhöhte die Branche ihre Beschäftigtenzahlen im Freistaat um 8,3 Prozent, während die
Industrie im gleichen Zeitraum 9,2 Prozent ihrer Arbeitsplätze verlor. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil
erklärte: "Der leistungsfähige bayerische Dienstleistungssektor trägt wesentlich dazu bei, dass sich Bayern
als eine der wirtschaftsstärksten Regionen Europas behauptet. Das belegt die Studie eindrucksvoll. "
Die Dienstleistungsunternehmen stehen mit einer Bruttowertschöpfung von 250 Milliarden Euro für 68 Prozent und
damit mehr als zwei Drittel der bayerischen Wirtschaftsleistung. Ebenfalls 68 Prozent aller Erwerbstätigen im
Freistaat sind im Dienstleistungsbereich beschäftigt.
Während die haushaltsnahen Dienstleister, beispielsweise Handel, Gastronomie und Gesundheitswesen, nach wie vor
dominieren, holten die Unternehmensdienstleistungen - hierunter fallen etwa Gebäudereinigung, Logistik,
Werbeagenturen und Unternehmensberater - in den vergangenen Jahren stark auf. So legte die Beschäftigtenzahl im
Bereich der einfachen Unternehmensdienstleistungen zwischen 1999 und 2006 um 42 Prozent zu. Auch die Betriebe in
den wissensintensiven Dienstleistungen stellten kräftig ein. Sie erhöhten ihre Mitarbeiterzahl um 14,6 Prozent.
Ein Teil der Unternehmen (39 Prozent) meldet allerdings Probleme, offene Stellen zu besetzen.
Der Freistaat ist in Deutschland und international zu einem führenden Standort für Dienstleister aufgestiegen.
Die bundesweit zwischen 1999 und 2006 in diesem Wirtschaftszweig geschaffenen Stellen entstanden mit 46 Prozent
fast zur Hälfte in Bayern. "Im Bereich Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatungen spielt Bayern praktisch
in einer Liga mit dem weltweit führenden Standort Südostengland um das Finanzzentrum London", sagte
Driessen.
Für Existenzgründer ist der Dienstleistungsbereich ebenfalls ein attraktives Betätigungsfeld. Im Jahr 2006
wurden 34.500 Unternehmen im Dienstleistungssektor gegründet. Das sind 77 Prozent aller Unternehmensgründungen im
Freistaat.
Die größten Wachstumschancen liegen laut Studie in den Bereichen Logistik, Unternehmensberatung,
Finanzdienstleistung sowie Medien- und IT-Dienste. Da zudem erst 29 Prozent der bayerischen Dienstleister in
nennenswertem Maße international tätig sind, dürfte es noch beträchtliches Potenzial im Auslandsgeschäft
geben.
Die Studie und die dazugehörige Umfrage unter 1.900 Betrieben wurde von einem Gutachterteam der Katholischen
Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Ludwigs-Maximilians-Universität München erstellt.
