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Mittelfränkische Wirtschaft im Höhenflug

Dr. Maike Müller-Klier

Dr. Maike Müller-Klier

Leiterin Referat Volkswirtschaft, Grundsatzfragen Konjunktur, Fachkräftesicherung, Wirtschaftsstatistik Tel: +49 911 1335-376

IHK-Konjunkturklima - Gute Geschäfte und anhaltender Optimismus bescheren Spitzenwert

Datum: 12.05.2017

Nürnberg – Die Geschäftslage der mittelfränkischen Unternehmen hat sich seit Jahresbeginn erneut verbessert: Der IHK-Konjunkturklima-Index legte im Frühjahr um 4,6 Prozentpunkte zu und kletterte auf 132,4 Punkte – den Spitzenwert der letzten sechs Jahre.

Die mittelfränkischen Unternehmen sind hoch zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage: Über die Hälfte berichtet, dass sich die Geschäfte seit dem Jahreswechsel nochmals verbessert hätten. 42 Prozent registrieren laut der IHK-Konjunkturumfrage gleichbleibende Geschäfte, nur sechs Prozent vermelden Rückgänge. Auch der Blick in die Zukunft bleibt positiv: Jedes dritte Unternehmen rechnet damit, dass sich die Geschäfte im Sommerhalbjahr noch weiter verbessern. Die anderen gehen von gleichbleibenden Geschäften aus. Besonders erfreulich ist, dass alle Branchen zuversichtlich in die nächsten Monate sehen und sich das Auftragsvolumen sowohl im Inlands- als auch im Auslandsgeschäft weiterhin sehr gut entwickelt. „Das Exportgeschäft läuft bestens, die Inlandsnachfrage ist stabil und die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter gut“, so IHK-Präsident Dirk von Vopelius. „Das ist eine ausgezeichnete Basis für einen hervorragenden Wirtschaftssommer 2017.“

Hohe Dynamik bei Investitionen und Beschäftigung

Dieser Optimismus führt auch dazu, dass die Unternehmen ihr hohes Niveau bei den Investitions- und Beschäftigungsplänen beibehalten. Damit erhält die mittelfränkische Wirtschaft weitere starke Impulse, das Wachstum verstetigt sich. Ein Drittel der Betriebe plant, die Investitionsausgaben zu erhöhen, ein Großteil (47 Prozent) will das aktuelle Investitionsniveau halten. Nur elf Prozent der Unternehmen wollen die Investitionen zurückfahren. Per Saldo sinkt die Investitionsneigung um drei Punkte, hält aber mit +22 ein ordentliches Niveau. Hauptmotiv bei Inlandsinvestitionen bleiben Ersatzbeschaffungen, gefolgt von Rationalisierung und Produktinnovationen. Die Beschäftigung in Mittelfranken dürfte in den nächsten Monaten deutlich anziehen: Insgesamt 21 Prozent der Betriebe wollen den Personalbestand weiter aufbauen, dagegen stehen nur fünf Prozent, die einen Personalabbau erwägen. Der Großteil der Betriebe (74 Prozent) möchte am Personalstamm festhalten. Im Saldo steigen die Planungen um zehn Punkte auf +16 deutlich an. Damit wird es zunehmend eng auf dem heimischen Arbeitsmarkt, qualifizierte Fachkräfte werden noch schwerer als bisher zu finden sein.

Konjunkturklima nach Wirtschaftszweigen

Industrie: Die mittelfränkische Industriehat noch einmal deutlich an Schwung gewonnen, die Nachfrage nach ihren Erzeugnissen ist erfreulich hoch. Im Saldo hat sich die Geschäftslage der Industrieunternehmen gegenüber dem Jahreswechsel um weitere +7 Punkte verbessert, sie liegt aktuell bei einem Wert von +55. Zufrieden mit ihren aktuellen Geschäften zeigen sich 95 Prozent der Unternehmen, besonders stark ist die Dynamik in der Vorleistungsgüterindustrie. Die Industriebetriebe profitieren insgesamt von gestiegenen Auftragseingängen – und zwar gleichermaßen aus dem In- und Ausland. Im Ausland zeigen sich Nordamerika, China und der Asien-Pazifik-Raum derzeit als attraktive Märkte, auch aus der Euro-Zone kommen Impulse. Angesichts des hohen Auftragsbestandes wird von einer guten Kapazitätsauslastung berichtet, über 90 Prozent der Betriebe zeigen sich hier zufrieden. Der Blick der mittelfränkischen Industrie in die Zukunft bleibt positiv und auch ihre Investitions- und Beschäftigungspläne sind weiter auf Expansionskurs.

Bauwirtschaft: Das mittelfränkische Baugewerbe ist nach wie vor höchst zufrieden mit den aktuellen Geschäften. Rund die Hälfte der Unternehmen (47 Prozent) berichtet von guten Geschäften, eine Verschlechterung meldet kein einziger Baubetrieb. Der Saldo der Lagebeurteilung sinkt gegenüber dem Spitzenwert der Vorbefragung um 16 Punkte deutlich, liegt mit + 47 Punkten aber immer noch auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Die positiven Erwartungen der Betriebe an die kommenden Monate machen deutlich, dass der Boom der Bauwirtschaft anhalten wird: 71 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer gleichbleibend guten Entwicklung und 29 Prozent mit weiteren Zuwächsen, keiner erwartet Rückgänge. Im Saldo steigen die Erwartungen der Branche um vier Punkte auf +29 an. Entsprechend den guten Aussichten planen die Bauunternehmen weitere Personaleinstellungen und wollen ihr Investitionsniveau halten. Ein Viertel geht davon aus, dass sich diese Ausgaben in höheren Verkaufspreisen niederschlagen werden.

Handel: Die mittelfränkischen Handelsbetriebe sind insgesamt zufrieden. Über 40 Prozent der Händler berichten von einer Verbesserung der Geschäfte, nur jeder zehnte ist derzeit unzufrieden. Der Lagesaldo erreicht mit +32 Punkten ein weiterhin hohes Niveau. Grund sind die anhaltend günstigen Rahmenbedingungen für den Konsum: Steigende Einkommen, Sicherheit der Arbeitsplätze und günstige Finanzierungsbedingungen schieben die Inlandsnachfrage schon seit geraumer Zeit an. Die stärksten Impulse melden aktuell die Großhändler, annähernd 60 Prozent berichten von einem Anstieg der Geschäfte. Für Händler, die mit dem Ausland Geschäfte machen, wirkt sich besonders die Stabilisierung des chinesischen Marktes positiv aus – dort werden derzeit die stärksten Zuwächse verzeichnet. Für die kommenden Monate erwarten die mittelfränkischen Handelsbetriebe mehrheitlich eine Verstetigung der guten Geschäfte: 69 Prozent sehen für die kommenden Monate eine gleichbleibend gute Lage, 22 Prozent erwarten weitere Verbesserungen und nur neun Prozent eine Verschlechterung. Dies führt zu einem positiven Erwartungssaldo von +13. Die Investitions- und Beschäftigungspläne der Händler folgen dieser positiven Markteinschätzung und steigen deutlich um zehn bzw. elf Punkte an.

Unternehmensnahe Dienstleistungen: Die unternehmensnahen Dienstleister in Mittelfranken sind weiterhin hoch zufrieden. 52 Prozent von ihnen melden eine verbesserte Geschäftslage, weitere 44 Prozent berichten von anhaltend guten Geschäften, nur vier Prozent verzeichnen einen Rückgang. Damit liegt der Saldo der Lageeinschätzung mit +48 um zwei Punkte über dem Ergebnis der Vorbefragung und weiterhin auf hohem Niveau. Besonders zufrieden zeigt sich innerhalb des Dienstleistungsgewerbes die Informations- und Kommunikationswirtschaft (IuK), hier liegt der Saldo mit +57 neun Punkte über dem Branchenschnitt. Für die kommenden Monate erwarten die Betriebe der unternehmensnahen Dienstleister eine weitere Expansion, der Saldo der Erwartungen seigt um fünf Punkte auf +19 an. Neben den IuK-Betrieben erwartet insbesondere die Immobilienwirtschaft, dass die Geschäfte ansteigen. Insgesamt schrauben die Dienstleister ihre Beschäftigungspläne deutlich hoch. Lediglich bei den Investitionsplänen zeigt sich die Branche zurückhaltender als noch zu Jahresbeginn, bleibt aber im Saldo mit +16 im deutlich expansiven Bereich.

Verbrauchernahe Dienstleistungen: Die verbrauchernahen Dienstleistungen bewerten ihre Geschäftslage nochmals besser als zu Jahresbeginn. 56 Prozent der Unternehmen berichten von einer Verbesserung der Geschäfte, eine gegenteilige Entwicklung meldet nur jeder zehnte Betrieb. Damit steigt der Saldo um neun Punkte auf einen Spitzenwert von +46 an. Dass auch in den kommenden Monaten gute Umsätze gemacht werden, davon geht die Branche aus: Zwei Drittel der verbrauchernahen Dienstleister prognostizieren konstant gute Geschäfte, 27 Prozent erwarten Zuwächse und nur sechs Prozent Rückgänge. Im Saldo steigt der Erwartungswert um 14 Punkte auf +21 an, was sich auch in den Investitionsplänen niederschlägt: 40 Prozent haben eine Ausweitung der Investitionen im Blick, weitere 43 Prozent möchten ihr Investitionsniveau halten. Mit einem Saldo von +30 sind die verbrauchernahen Dienstleister in der Spitzengruppe bei den Investitionsplänen. Auch beim Personal sieht die Branche Bedarf und möchte wieder verstärkt auf die Suche nach Fachkräften gehen.

Ausblick

Trotz zahlreicher innen- und außenpolitischer Unwägbarkeiten im Superwahljahr 2017 steigt der Konjunkturklimaindex der Region weiter an. Basis der Konjunktur bleibt weiterhin die gute Binnennachfrage, hinzu kommt ein belebtes Auslandsgeschäft. Die Betriebe wissen das positive Klima zu schätzen: Die Investitionsdynamik bleibt stabil und auch das Beschäftigungsniveau wird hoch bleiben. Das sind insgesamt gute Voraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Doch trotz optimistischer Geschäftserwartungen sehen die Unternehmen anhaltende Risiken für die konjunkturelle Entwicklung. Wie bereits in den Vorbefragungen rangiert nach Einschätzung der mittelfränkischen Unternehmen der Fachkräftemangel ganz vorne, wenn es um die Frage der Risiken für das Wachstum geht. Jeder zweite Betrieb befürchtet, dass sich die mangelnde Verfügbarkeit von geeigneten Arbeitskräften negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken könnte.

Anhänge

IHK-Konjunkturklima Frühjahr 2017: Lage und Erwartungen

Grafik

IHK-Konjunkturklima Frühjahr 2017: Saldo

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