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Wirtschaft und Gesellschaft

CSR-Management Forum am 21. Juli 2017

CSR-Management Forum am 21. Juli 2017

© IHK / Jankowski

 

Information

CSR-Management Forum am 21. Juli 2017 – "Unternehmerische Verantwortung gestalten"
9:30 Uhr bis 15:00 Uhr | IHK Akademie Mittelfranken

Praxis-Tagung in Kooperation mit dem Global Compact Netzwerk Deutschland und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Programm und Online-Anmeldung (keine Tagungsgebühr) unter www.ihk-nuernberg.de/csr-management-forum

 

Nachhaltig per Gesetz?

Die gesetzlichen Anforderungen für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung nehmen zu. Orientierung, fachlicher Austausch und praktische Anleitungen zu Corporate Social Responsibility (CSR)-Themen sind daher wichtiger denn je. Die IHK informiert aktuell dazu im CSR-Management Forum 2017.

Die Unternehmen sollen nachhaltig agieren – und zwar in wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Hinsicht. Das fordern die Gesetzgeber auf internationaler und nationaler Ebene seit Jahren nachdrücklich ein. Der Akzent verschiebt sich immer mehr vom freiwilligen Engagement der Wirtschaft zu gesetzlichen Regelungen, die gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln vorschreiben. Im Folgenden die wichtigsten Regelungen, die zu beachten sind:

Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie: Die Vereinten Nationen haben mit den Nachhaltigkeitszielen ihrer Agenda 2030 die Richtung vorgegeben. Die Bundesregierung hat diese Ziele mit der Neuauflage der DeutschenNachhaltigkeitsstrategie im Januar 2017 in eine nationale Strategie überführt. Sie konkretisiert die 17 Ziele für Deutschland und definiert messbare Maßnahmen nach 63 Indikatoren, die jährlich vom Statistischen Bundesamt erhoben werden. Die Strategie gilt nicht nur als Grundlage für die politische Ausrichtung, sondern soll auch ein verändertes Verhalten von Unternehmen und Verbrauchern bewirken.

EU-Vergaberichtlinien für öffentliche Beschaffungen: Diese Richtlinien aus dem Jahr 2014 führen dazu, dass bei Ausschreibungen nicht mehr allein der Preis entscheidet. Nun werden bei der Bewertung der eingegangenen Angebote auch die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards zu wichtigen Kriterien.

CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz: Mit dem Gesetz, das Anfang 2017 in Kraft trat, wurde die europäische Richtlinie zur CSR-Berichterstattung in deutsches Recht umgesetzt. Die Regelungen werden bereits für dieses Geschäftsjahr wirksam. Die Richtlinie verpflichtet betroffene Unternehmen, einen Lagebericht oder einen gesonderten Bericht abzugeben und dort z. B. über Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, über die Achtung der Menschenrechte und über die Bekämpfung von Korruption und Bestechung zu informieren.

Zwar sind zunächst kleine und mittlere Unternehmen nicht direkt davon betroffen. Aber es ist abzusehen, dass Großbetriebe entsprechende Informationen auch von ihren Zulieferbetrieben verlangen werden, da sie auch ihre Maßnahmen in der gesamten Lieferkette offenlegen müssen. Hinzu kommt auch für mittelständische Betriebe, dass die zunehmend kritische Öffentlichkeit ein nachhaltiges Handeln – ungeachtet gesetzlicher Regelungen – einfordert. CSR ist deshalb auch aus Image-Gründen relevant. Kunden, Geschäftspartner und Investoren interessieren sich ebenso dafür wie Medien, Verbraucher sowie Menschenrechts- und Verbraucherschutzorganisationen. Deshalb kommt kein Unternehmen mehr an diesem Thema vorbei.

UN-Leitprinzipien und Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte: Das UN-Regelwerk aus dem Jahr 2011 zeigt menschenrechtliche Pflichten von Staaten sowie die Verantwortung von Unternehmen in globalen Wertschöpfungs- und Lieferketten auf. Ende 2016 wurde der Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte von der Bundesregierung verabschiedet, mit denen diese Leitprinzipien umgesetzt werden.

Künftig sollen Unternehmen im Zuge ihrer Sorgfaltspflicht eine Grundsatzerklärung zur Achtung der ‎Menschenrechte veröffentlichen. Außerdem sollen sie Verfahren einrichten, mit denen sich mögliche Menschenrechtsverletzungen erkennen lassen, die durch die Geschäftstätigkeit entstehen können. Dann sollen Maßnahmen und eine Wirksamkeitskontrolle eingeführt werden, um die menschenrechtlichen Standards auch einzuhalten. Die Unternehmen sollen transparent über diese Prozesse berichten und einen Beschwerdemechanismus einrichten. Der Plan sieht weiterreichende gesetzliche Maßnahmen für den Fall vor, dass Unternehmen die beschriebenen Sorgfaltspflichten nicht entsprechend annehmen.

Wie aber sollen Betriebe konkret sicherstellen, dass die Menschenwürde und die grundlegenden Freiheiten durch die betriebliche Tätigkeit und über die gesamte Lieferkette nicht beeinträchtigt werden? Wie wird gewährleistet, dass keine ungerechten oder ungesunden Arbeitsbedingungen bei Lieferanten in aller Welt herrschen? Wie kann überprüft werden, ob die Produktionsstätten Umweltverschmutzungen verursachen? Die Unternehmen müssen nach den UN-Leitprinzipien aktiv analysieren, wo ihre Geschäftsprozesse negative Auswirkungen haben können. Diese gilt es zu verhüten, zu verringern und gegebenenfalls wiedergutzumachen.

Die IHK Nürnberg startet gemeinsam mit den bayerischen IHKs ein mehrteiliges Praxistraining und Coaching mit dem Global Compact Netzwerk Deutschland, das sich mit dem nachhaltigen und verantwortungsvollen Beschaffungs-Management beschäftigt und diese Fragen beantworten hilft. Die neue Qualifizierungsreihe wird erstmals beim CSR Management Forum 2017 am Freitag, 21. Juli in der IHK Akademie Mittelfranken vorgestellt.

Der UN Global Compact ist die weltweit größte Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung zu deren Mitgliedern auch die IHK Nürnberg für Mittelfranken zählt. Das Global Compact Netzwerk Deutschland unterstützt Unternehmen und Organisationen dabei, ihre Aktivitäten an Nachhaltigkeitszielen auszurichten (www.globalcompact.de).

 
 
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