Ossberger
Marktführer bei Wasserkraftanlagen
Ihr 100-jähriges Jubiläum feierte die Turbinenfabrik Ossberger in Weißenburg Anfang Juni mit einem großen Fest auf der Wülzburg. Eigentlich reichen die Ursprünge des Unternehmens sogar bis ins Jahr 1873 zurück, denn damals gründete Michael Ossberger eine Maschinenfabrik in Thalmässing, um dort Maschinen für die Landwirtschaft zu produzieren.
Im Jahre 1900 übernahm der älteste Sohn Carl den väterlichen Betrieb, 1906 gründete der zweite Sohn Fritz die Firma „Civil.Ing. Fritz Ossberger Apparate und Mühlenbau“, die zwei Jahrzehnte später an ihren heutigen Standort nach Weißenburg umsiedelte. Diese Firmengründung ist der Anlass für die diesjährigen Feierlichkeiten. Verschiedene Erfindungen wurden in diesen vielen Jahren erfolgreich am Markt eingeführt, so vor allem die Durchströmturbine, die 1933 patentiert und bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges produziert wurde. In den Nachkriegsjahren führte Karl Ossberger die zwei Firmen wieder zusammen und baute sie unter der Firmierung Ossberger Turbinenfabrik zu einem weltweit führenden Hersteller für Kleinwasserkraftwerke aus. Als Vertreter der vierten Generation trat Dr. Karl-Friedrich Ossberger 1985 in die Geschäftsführung des Unternehmens ein.
Nach Worten Ossbergers ist die Weißenburger Turbinenfabrik heute Weltmarktführer bei kleinen und mittelgroßen Wasserkraftanlagen. Durch die Übernahme der Firma Cink im tschechischen Karlsbad wurde diese Position im vergangenen Jahr gefestigt. Ossberger beschäftigt am Stammsitz 120 Mitarbeiter, davon 71 im Unternehmensbereich Hydro. Daneben gibt es zwei weitere Abteilungen, die Maschinen für den Kunststoffspritzguss und Spezialmaschinen bauen. Cink setzte im vergangenen Jahr mit etwa 50 Mitarbeitern 1,6 Mio. Euro um, die Hydro-Sparte von Ossberger bringt es dagegen auf einen Jahresumsatz von über vier Mio. Euro. Seit der Firmengründung im Jahr 1988 hat das tschechische Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 350 Wasserkraftanlagen hergestellt und installiert.
Den Jubiläumsfeierlichkeiten im Juni zum Thema „100 Jahre Wasserkraft aus Weißenburg“ lässt das Unternehmen am 6. Oktober 2006 noch ein Wasserkraftsymposium als öffentlichen Teil der Feierlichkeiten folgen. Zu der Veranstaltung werden hochrangige Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, der nationalen und internationalen Fachpresse sowie die Repräsentanten namhafter Hersteller erwartet. Referenten sind u.a. Peter Ramsauer, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, sowie Torsten Herdan, energiepolitischer Sprecher des VDMA Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau in Frankfurt.

