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WiM-Serie: Metropolregion Kompakt (Teil 11)

Schön hier - nicht nur für uns

In Sachen Tourismus hat die Metropolregion Nürnberg eine Vielfalt zu bieten, die ihresgleichen sucht. Und was die einen als Urlaubsziel schätzen, ist für die anderen ein Stück Lebensqualität.

Über elf Mio. Übernachtungen verzeichnet die Metropolregion Nürnberg im Jahr. 2 600 Hotels, Pensionen und Gasthäuser bieten gut 104 000 Betten und 13 000 Restaurants, Gaststätten und Cafés sorgen für das leibliche Wohl ihrer Gäste. Auf 10 000 Einwohner kommen 43 Betriebe des Hotel- und Gastgewerbes; damit liegt die Metropolregion deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 32 Betrieben. Die größte Kapazität an Betten und die meisten Wirtshäuser hat Nürnberg, was nicht verwundert angesichts der Größe der Stadt, ihrer Funktion als international renommierter Messestandort und – natürlich – als Deutschlands "Weihnachtsstadt Nummer 1".

Doch auch die anderen Städte und Landkreise der Metropolregion weisen sehr gute Tourismuswerte auf, wie der Regional-Monitor 2007 zeigt. So steht der Landkreis Lichtenfels gleich zwei Mal an der Spitze: bei der Zahl der Übernachtungen auf 1 000 Einwohner und der Verweildauer. Die erfreulichen Werte gehen nicht zuletzt auf die Obermain Therme in Bad Staffelstein zurück, die allein schon 800 000 Besucher jährlich anzieht. Bei einem Blick auf die ausländischen Gäste beeindruckt der Landkreis Ansbach. Dank mittelalterlicher Kleinode wie Rothenburg o.d. Tauber und Dinkelsbühl, gelegen an der "Romantischen Straße", kommt man hier auf 40 Prozent ausländischer Besucher – fast doppelt so viel wie in der übrigen Metropolregion.

Heimat liegt im Trend
Tatsächlich bildet der Binnentourismus das Rückgrat des Wachstums, nicht nur in der Metropolregion Nürnberg. Jeder dritte Bundesbürger hat laut der 24. Deutschen Tourismusanalyse im Jahr 2007 seine Ferien in der Heimat verbracht. Das Bundesland Bayern ist dabei mit großem Abstand das beliebteste Reiseziel. Davon profitieren auch Franken und die Oberpfalz. Und die Tendenz zum Urlaub im eigenen Land soll weiter steigen, so die Prognosen. In der Metropolregion hat man diesen Trend bereits aufgegriffen. "Tourismusbörsen" werben auf gut besuchten Stadtfesten und traditionsreichen Märkten erfolgreich für das große Spektrum an Naherholungs- und Freizeitangeboten in der Region. Ihr Motto: "Fernweh ganz nah". Einen zusätzlichen Anreiz wird auch die geplante "Metropolcard" geben, die das Fahrangebot im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) mit reduzierten Eintrittspreisen in zahlreichen Kultur- und Freizeiteinrichtungen kombiniert. Ohne Zweifel hat die "Metropolcard" eine hohe integrative Wirkung, macht sie doch den Bürgern die Metropolregion als Einheit im wahrsten Sinne erfahrbar.

Schon jetzt stellt der Tourismus in der Metropolregion Nürnberg einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar und sichert eine Vielzahl von Arbeitsplätzen, die auch in der Region bleiben – schließlich ist der Tourismus ein standortbezogener Beschäftigungszweig. Allein in Franken liegt der jährliche Bruttoumsatz bei knapp sieben Mrd. Euro, was bedeutet, dass dort rund 170 000 Menschen ihren Lebensunterhalt durch den Tourismus bestreiten können. Zudem stärkt die Branche gerade die ländlich geprägten Gebiete und gibt dort wichtige Impulse für Dienstleistungen, Einzelhandel und Freizeitindustrie.

Für Körper, Geist und Gaumen
Das Gute ist, dass der Tourismus in der Metropolregion Nürnberg auf verschiedenen Säulen ruht. Das macht ihn weniger krisenanfällig und ergibt in der Summe ein facettenreiches Bild: Neben der Vielfalt an Landschaften, Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten steht das breite Angebot im Kur- und Gesundheitswesen. Einen wesentlichen Teil tragen auch Messen, Tagungen und Kongresse bei, die Geschäftsreisende und Wissenschaftler aus aller Welt in die Region bringen.

Insgesamt gibt es 14 verschiedene Tourismusgebiete in der Metropolregion Nürnberg, darunter acht Naturparks, mit viel Raum für Erholung und Aktivitäten im Grünen: Ob Wandern im Steigerwald, Klettern und Paragliding in der Fränkischen Schweiz, Baden und Surfen im Fränkischen Seenland oder Skifahren im Fichtelgebirge. Für Wohlbefinden sorgen auch mehrere Heilbäder, wie das Sybillenbad in der Oberpfalz und das Bayerische Staatsbad Bad Steben im Frankenwald, die zum grenzüberschreitenden "Kurherz Europas" im Dreiländereck Bayern, Böhmen und Sachsen gehören.

Die Fülle historischer Städte und Denkmäler gleicht einem Gang durch die Geschichte. Drei davon hat die Unesco als Weltkulturerbe ausgezeichnet. Die Römerzeit ist mit dem Limes präsent, das Mittelalter in Bamberg, Nürnberg und Rothenburg, barocke Pracht lockt in Würzburg, Bayreuth und Ansbach und das Flair der Gründerzeit spürt man in Fürth. Herausragende Beispiele zeitgenössischer Architektur sind Bauten wie das Neue Museum in Nürnberg und das Lothar-Fischer-Museum in Neumarkt i. d. Opf. Nirgendwo ist die Brauereidichte so hoch wie in der Metropolregion Nürnberg und der Bocksbeutel steht weltweit für Qualität. Hier ist die Heimat der Lebkuchen und der deftigen Würste, etwa der kleinen "Nürnberger" und der Oberpfälzer "Bauernseufzer", der Coburger Bratwürste und der Hofer "Wärscht".

Gleich ob Tagesausflug oder Geschäftsreise, ob Wellness oder Aktivurlaub – die Metropolregion Nürnberg hat ihren Besuchern eine Menge zu bieten. Und das Beste daran: Für die Bürger liegen all diese Kleinode direkt vor der Tür und tragen zu etwas bei, das im Grunde unbezahlbar ist – zur Lebensqualität.

 

Autor: Dr. Janette Witt