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Barnickel

Die Luft ist rein

Einfach saubere Luft in Innenräumen: Das ist die Idee hinter der Erfindung Zoomlus von Otto Barnickel. Unter diesem Namen vermarktet die Barnickel GmbH & Co. KG aus Erlangen ihr Luftreinigungsgerät weltweit.

Es schaut aus wie eine große gläserne Teekanne, nur dass am Boden silbrige Steinchen glitzern. „Das Silber ist für die Desinfektion“, erklärt Geschäftsführer Barnickel. Ansonsten ist nur „günstigstes Rapsöl“ in dem Behälter. In dessen Oberteil saugt ein leise laufender Ventilator die Luft an; durch aufgewirbelte Öltröpfchen und über einen kleinen Stofffilter – Pad genannt – gelangt sie gereinigt wieder in die Umgebung. Genau in diesem Zusammenspiel liegt Otto Barnickels patentierte Leistung, für die er bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, beispielsweise von der IHK und auf der Nürnberg Erfindermesse Iena.

Den Effekt kann jeder erkennen, der einen Zoomlus nach ein paar Tagen Betrieb betrachtet: Das vorher gelbliche Pflanzenöl ist etwas dunkler, und das Pad glänzt nicht mehr weiß. „Nach etwa acht Wochen müssen Öl und Filter ausgetauscht werden“, erläutert der Erfinder. Beides ist recht günstig zu haben: „Wir verwenden bewusst kein eigens etikettiertes Spezialöl. 300 Milliliter Pflanzenöl aus dem Supermarkt tun‘s auch. Es kommt nur auf den Fettgehalt an.“ Zwar würde die Reinigung grundsätzlich auch mit Wasser funktionieren, doch laut dem Firmenchef hätten Tests von Prüfinstituten ergeben, dass Fett eine wesentlich höhere Löslichkeit für Schadstoffe aufweise. Selbst PCB, PCP oder Schimmelpilze, aber auch Geruchsstoffe würden durch das Öl gebunden, so der Entwickler, der seine Filterkenntnisse als Kfz-Meister vervollkommnet hat.

Seit 2007 produziert das Familienunternehmen seinen Luftreiniger: Neben Otto Barnickel sind Ehefrau Ottilie und die Söhne Johannes und Matthias an der Firma beteiligt. Ihm gehe es nicht um Gewinn um jeden Preis, erklärt Otto Barnickel. Er möchte mit der Erfindung, die für Büros und Wohnräume gleichermaßen geeignet ist, Menschen vor Schadstoffen schützen. Inzwischen ist das System auch in größerem Rahmen im Einsatz: Schulen und andere öffentliche Gebäude reinigen mit dem System, das von Barnickel jeweils an die Räumlichkeiten angepasst wird, ihre Innenluft. Und in Kindergärten könnte die Technologie Plastikweichmacher aus Böden, Turnmatten und Spielzeugen gut binden. Geeignet ist das System auch für den Einbau in die Lüftungsanlagen von luftdichten Häusern oder von Flugzeugen.

Autor: 
wra.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 04|2011, Seite 66

 
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