Medizin und Gesundheit
Der Gesamtumsatz der Pharma- und Biotechnologieindustrie und der Medizintechnik in der Europäischen Metropolregion Nürnberg wird auf über 5 Mrd. Euro geschätzt: ca. 16.000 Beschäftigten arbeiten in 180 dedizierten Medizintechnik-Unternehmen, also 9,4% aller Med-Tech- Beschäftigten bundesweit. Dazu kommen weitere ca. 45.000 Beschäftigte in 500 medizin-relevanten Betrieben. Seit 2000 entstanden 2.500 neue Arbeitsplätze, und 70 100 neue Firmen wurden gegründet.
Geht man über die Betrachtung des medizintechnischen Kerns hinaus, so eröffnen sich neben medizintechnischen und gesundheitswirtschaftlichen Themen im engeren Sinn auch Fragen der gesunden Ernährung und der Lebensmittelsicherheit oder des Sports – hier kann die Region mit Weltunternehmen wie adidas, Puma oder Uvex als „Wiege der Sportartikelindustrie“ gelten. Betrachtet man über Medizintechnik hinaus auch Gesundheitsdienste, Pharmazie, Ernährung und Sportartikel, so sind im Kompetenzfeld Medizin und Gesundheit in der EMN insgesamt rund 120.000 Fachkräfte beschäftigt.
Schwerpunkt in der Medizintechnik
Der technologische Schwerpunkt der Gesundheitswirtschaft in der Kernregion der EMN liegt traditionell in der Medizintechnik. Die in der EMN konzentrierten Querschnittstechnologien Mechatronik, Mikrosystemtechnik, Optik, Photonik, Nanotechnologie und Biotechnologie speisen wissenschaftliches Know-how in die Medizintechnik ein. Die Biomedizin im Raum Würzburg liefert die notwendige Ergänzungen zur interdisziplinären Forschung und Produktentwicklung im Bereich Funktionelle Bildgebung, Biomarker und Biomaterialien.
Dazu kommen in Oberfranken spannende neue Entwicklungen aus dem Bereich funktionelle Textilien und Ernährung. Insgesamt kann man von einem sehr dichten, äußerst produktiven „Cluster Medizintechnik“ sprechen, der in seinem breiten Produktportfolio und seiner Leistungsfähigkeit in der Bundesrepublik einmalig ist.
Thema mit Geschichte
Seit 2007 fördert der Verein Medical Valley EMN e.V. die regionale Kooperation von Medizintechnik-, Bio- und Pharmafirmen in der Metropolregion mit den Wissenschaftlern, Ärzten und allen weiteren Akteuren aus der regionalen Gesundheitswirtschaft.
Die Dachmarke Medical Valley steht dabei für die Entwicklung zum „Exzellenzzentrum für die Medizintechnik“. 2009 hat sie sich im nationalen Wettstreit unter Deutschlands Spitzenclustern im Finale etabliert, im Januar 2010 wurde der Erfolg der Bewerbung verkündet.
Viele Akteure arbeiten zusammen
Für den Ausbau des “Medical Valley“ weist die Region eine breite Basis mit zielführenden Kooperationen aus allen Wertschöpfungsstufen im Umfeld von Medizintechnik auf. Das „Medical Valley“ wird durch einen umfassenden Konsens von 71 Politik, Verbänden, Hochschulen, Arbeitgebern und Gewerkschaften unterstützt. Kliniksneubauten, Gründerzentren und Medizinproduktentwicklungen der mittelständischen Industrie wurden ermöglicht von dem Mittelzufluss aus der High-Tech-Offensive der Bayerischen Landesregierung mit einer knappen Milliarde Euro in den 1990er Jahren.
Junge Unternehmensgründer können auf die Hilfe und Unterstützung von netzwerk|nordbayern mit seinem etablierten Businessplan-Wettbewerb, der Entrepreneurship-Akademie und den Business-Angels sowie auf vielfältige Möglichkeiten des Technologietransfers zurückgreifen. Gründerzentren wie das Innovationsund Gründerzentrum (IGZ), das Innovationszentrum Medizintechnik und Pharma (IZMP) in Erlangen, das BioMed/ZmK in Würzburg sind voll ausgelastete „Durchlauferhitzer“ für Neugründungen aus den Universitäten oder bestehenden Unternehmen. In Bad Kissingen hat sich das auf die Gesundheitswirtschaft spezialisierte Gründerzentrum Rhön-Saale Gründer- und Innovationszentrum GmbH etabliert.


