Balance zwischen Familie und Karriere
Rund 60 Teilnehmer kamen vom 17. bis 18. September ins Erlanger IZMP, um beim "WorkLife2.0Camp" zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Die Veranstaltung wurde von der Bertelsmann Stiftung und dem Bundesfamilienministerium gefördert.
Wie für das neue Veranstaltungsformat eines BarCamps üblich, gab es keine Grusswortredner und kein festes Programm, dafür aber jede Menge Fachleute, die gleichzeitig Zuhörer und Referenten waren. Als Experten aus der Region waren die Repräsentantin der Friedrich-Alexander-Universität Dr. Sabine Enzelberger, Erlangens Sozialbürgermeisterin Dr. Elisabeth Preuß und Landrat Matthias Dießl aus Fürth gekommen. Die übrigen Teilnehmer kamen aus allen gesellschaftlichen Bereichen und Positionen: Azubis, Studenten, Lehrer, Erzieher, Wissenschaftler, Wirtschaftsförderer, Jugendhilfeplaner, Altenpfleger, Sozialarbeiter, Personalentwickler, Jungunternehmer, Berater, Frauen und Männer mit und ohne Kinder, mit und ohne Karriere, Ehrenamtliche und Experten vom Senioren-Service SES.
Zwei Tage lang wurde in 18 einstündigen Sessions über die Herausforderungen, vor denen die Region steht, wenn sie für Familien attraktiver werden wil, diskutiert. Im Fokus standen Themen wie
- die Gesundheit am Arbeitsplatz
- lebenslanges Lernen
- die Fragen der Ausbildungsreife
- die Neubewertung des Alters in unserer Gesellschaft und die Rolle von Senioren im Ehrenamt
- eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege
- die Möglichkeiten, trotz Kindern in Studium, Wissenschaft und Forschung erfolgreich zu sein
- kreative Ansätze für Stadtentwicklung und für die Ansiedlung von jungen Fachkräften
- die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ohne fiskalische Belastung für Kommunen, Landkreise und den Bund
- Austausch von Erfahrungen, die der Landkreis mit der freiwilligen Familienfreundlichkeitsprüfung zur Bauleitplanung gemacht hat
Die Teilnehmer stellten außerdem gelungene Konzepte vor. So präsentierte eine Mitarbeiterin der Datev das Projekt "KooMIKI – Kooperation Mitarbeiterkinder“, bei der mehrere Unternehmen in der Region gemeinsam eine Ferienbetreuung für die Kinder ihrer Angestellten anbieten. Der Erlanger Verein Brücken e.V. erläuterte vor dem Hintergrund der Integrationsdebatte sein Konzept für einen bilingualen Kinderhort, der bei der Ausbildung von Migranten helfen könnte.
Wie bei jedem BarCamp waren auch in Erlangen neue Medien allgegenwärtig. In jeder Session wurden die Ergebnisse per Laptop mitgeschrieben und später online gestellt. Unter dem Hashtag #wlc20 wurde fleißig getwittert. Und die ersten Berichte über die Veranstaltung erschienen auf Facebook und im Forum des Camps, in dem zeitweise knapp 100 Personen diskutierten.
"Unser Konzept ist voll aufgegangen. Viele Teilnehmer mit besonderem Wissen haben hier diskutiert und ihren Erfahrungsschatz zum Thema geteilt“, erklärte Birgit Wintermann von der Bertelsmann Stiftung. Gemeinsam mit Renate Doeblin von der IHK Nürnberg für Mittelfranken zog sie nach der Veranstaltung eine positive Bilanz. "Das IZMP in Erlangen ist ein perfekter Ort für diese Art von Veranstaltungen“, erklärte Doeblin. Auch die Teilnehmer waren mit dem Wochenende sehr zufrieden. Viele von ihnen hatten erklärt, dass sie Erlangen künftig gern deutschlandweit als den Sitz für BarCamps zu Familien- und Kommunalthemen sehen würden.
