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Für einen familienfreundlichen Arbeitsalltag

Für einen familienfreundlichen Arbeitsalltag

© Diane Mayer

Staatl. gepr. Bw. Gerhard Fuchs

Staatl. gepr. Bw. Gerhard Fuchs

Leiter der IHK-Geschäftsstelle Fürth Tel: +49 911 780790-12

Seit rund einem Jahr gibt es das "Betreuungsnetzwerk für alle Generationen", ein Projekt des Mehrgenerationshauses Mütterzentrum in Fürth. Zeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen. Bei einem Pressegespräch in der IHK-Geschäftsstelle in Fürth trafen sich Projektleiterin Dorothea Schieche, Kerstin Wenzl, Vorstand des Mehrgenerationshauses, sowie Dr. Alexandra Latteier vom Fürther Bündnis für Familien und stellvertretende Vorsitzende des IHK-Gremiums. Gastgeber Gerhard Fuchs freute sich über das erfolgreiche erste Projektjahr.

Das Angebot, das wir von Anfang an unterstützt haben, zieht weitere Kreise. Auch andere Familienbündnisse haben Interesse signalisiert

Gerhard Fuchs, Geschäftsführer der IHK-Geschäftsstelle in Fürth

Das bayerische Sozialministerium fördert das Projekt zwei Jahre lang. Fürth ist eine von fünf Modellstädten im Freistaat. "Der Standort ist gut ausgewählt, weil wir schon ein ganz tolles Netzwerk in unserer Stadt haben, das auf Augenhöhe arbeitet", erklärte Kerstin Wenzl. IHK und die Stadt Fürth, die das Fürther Bündnis für Familien gegründet haben, sind zwei tragende Säulen in dem Netzwerk, so Alexandra Latteier.

Rund sechs Mal am Tag klingelt beim Betreuungsnetzwerk das Telefon – mit steigender Tendenz. Dann geht es für Dorothea Schieche und Kerstin Wenzl darum, die überwiegend weiblichen Anruferinnen zu beraten. Sie bringen die Betreuer und Familien zusammen, wenn beispielsweise Kinder nach der Schule ansonsten alleine zuhause sind oder leisten unterstützende Hilfe wenn Angehörige gepflegt werden müssen. Oder, um Randzeiten zu überbrücken. Wenn die Kindertagesstätte erst um 7:30 Uhr aufmacht, die Frau aber in der Frühschicht arbeitet. Um hier Abhilfe zu schaffen, ist geplant "Stadtteil-Feen" einzusetzen. Vor allem dort, wo momentan neuer Wohnraum entsteht und es viele Familien hinzieht: beispielsweise in die Süd- oder Innenstadt. "Für uns gilt es zu ermitteln, wo Bedarf besteht und wo Anfragen herkommen", sagte Dorothea Schieche. Und die Projektleiterin nannte es ein mobiles System. Die Betreuung der Buben und Mädchen in den Kindertagesstätten übernimmt dabei nicht das Stammpersonal, sondern die Stadtteil-Feen für eine Stunde bis zum Dienstbeginn der Erzieherinnen. Das Netzwerk kümmert sich aber nicht nur um Betreuungsengpässe von Frauen in Fürth, sondern arbeitet auch landkreisweit. Wenn der Arbeitsplatz der Mitarbeiterin beispielsweise in der fränkischen Stadt ist.

"Nicht alle Arbeitnehmerinnen trauen sich, den Vorgesetzen auf Probleme bei der Kinderbetreuung anzusprechen, gerade wenn sie vielleicht ganz neu im Unternehmen sind", erklärte Kerstin Wenzl. "Hier können wir als Vermittler einspringen. Verantwortliche im Betrieb zeigen eine große Offenheit uns gegenüber". Doch für die Unternehmen ist das Zugehen auf die Mitarbeiter – gerade in Zeiten des Fachkräfte- und Auszubildendenmangels – natürlich keine Einbahnstraße. Die Unternehmen wissen: "Wenn ich gutes Personal haben möchte, dann muss ich auch einen Schritt entgegenkommen“, ergänzte Alexandra Latteier. Denn für den Mitarbeiter zählt nicht nur eine ordentliche Bezahlung, sondern es müssen auch die weichen Faktoren passen. Für die kommenden Monate hat sich das Betreuungsnetzwerk noch einiges vorgenommen, vor allem die bestehenden Angebote noch mehr an die Frau und den Mann zu bringen. "Das Ferienprogramm ist vielen bekannt, aber das Bündnis für Familie ist sehr vielschichtig. Wir vertreten eine gute Sache", so Latteier weiter. Ein weiteres Angebot ist das Projekt "Haushaltsnahe Dienstleistungen". Dabei geht es darum, berufstätige Frauen bei der Hausarbeit zu entlasten und der Schwarzarbeit in diesem Bereich den Kampf anzusagen. So könnten neue sozialversicherungspflichtige Jobs in Privathaushalten entstehen und Arbeitgeber könnten Mitarbeitern diese Dienstleistung entweder komplett oder auch zum Teil zahlen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.muetterzentrum-fuerth.de und www.fuerther-buendnis-fuer-familien.de.

Diane Mayer, Freie Journalistin für Wort und Ton

 
 
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