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Innovation und Forschung

Wie steht es um die Innovationskraft?

IHK-Industrie- und Innovationsreport Mittelfranken

Datum: 20.12.2017
 

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Dr. rer. nat. Elfriede Eberl

Dr. rer. nat. Elfriede Eberl

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Nürnberg – Leichte Verbesserung bei der Standortbewertung, aber Defizite bei der Breitband-Versorgung und bei der Verfügbarkeit von Fachkräften. Zu diesem Ergebnis kommt der "IHK-Industrie- und Innovationsreport Mittelfranken 2017", den die IHK Nürnberg für Mittelfranken vorgelegt hat.

Die deutschen Industrie- und Handelskammern hatten Mitte dieses Jahres 1 700 Unternehmen zur Wettbewerbsfähigkeit des Industrie- und des Innovationsstand­orts Deutschland befragt. Die Einschätzungen der fast 200 teilnehmenden Unternehmen aus Mittelfranken wurden von der Nürnberger IHK im "IHK-Industrie- und Innovationsreport Mittelfranken" zusammenfassend bewertet.

Industriestandort

Die aktuelle Wirtschaftspolitik im Bund und im Freistaat erhält von den mittelfränkischen Industrieunternehmen im Schnitt die Schulnote 3,0 bzw. 2,6 – eine Verbesserung gegenüber der Befragung von 2014 (Bund 3,2; Lage im Freistaat damals nicht abgefragt). Spürbare Rückschritte gab es bei der Einschätzung darüber, ob Deutschland bei einzelnen Standortfaktoren im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig sei: So werden im Vergleich zur Befragung im Jahr 2014 insbesondere die Aspekte Breitbandanbindung (minus 0,7 Punkte), Verkehrsinfrastruktur (minus 0,4 Punkte), Verfügbarkeit von Gewerbe- und Industrieflächen (minus 0,5 Punkte) und sozialer Frieden (minus 0,3 Punkte) schlechter bewertet.

Auf die Frage nach den wichtigsten Investitionshemmnissen wurden die Höhe der Steuern und Abgaben sowie die Praxisferne des Steuersystems an erster Stelle genannt (70 Prozent der befragten Unternehmen). Auf den nächsten Plätzen folgen diese Standortdefizite, wobei es auch hier jeweils deutliche Verschlechterungen gegenüber 2014 gab: mangelnde Breitbandanbindung, Verfügbarkeit und Qualität der Fachkräfte sowie mangelnde Förderung von Innovationsaktivitäten.

Nachholbedarf sehen die Unternehmen hinsichtlich der Digitalisierung: Fast alle befragten Betriebe erklärten, die IT-Weiterbildung der Mitarbeiter müsse verstärkt sowie die berufliche Ausbildung modernisiert werden (96 bzw. 93 Prozent der Befragten). Die Datensicherheit und die Sicherheit der unternehmenseigenen IT-Infrastruktur sehen 94 Prozent der Unternehmen vor dem Hintergrund der digitalen Transformation als sehr wichtig oder als wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens an.

Ein gutes Zeugnis geben die mittelfränkischen Unternehmen der Wirtschaftsstruktur und den Netzwerken in Mittelfranken: Der Standortfaktor "Verfügbarkeit von Zulieferunternehmen und Dienstleistern vor Ort" wird von den Industrieunternehmen mit der Schulnote 2,5 mit am positivsten bewertet. Zudem hat die "Vernetzung von Industrie und Dienstleistern vor Ort" für 89 Prozent der Unternehmen hohe Priorität.

Standortbedingungen für Innovationen

Wenn es speziell um Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) geht, wird der Standort Bayern von 63 Prozent der mittelfränkischen Unternehmen als "sehr gut" oder "gut" eingeschätzt. Im Durchschnitt wurde die Schulnote 2,6 vergeben. Ein deutlicher Unterschied bei den Innovationsaktivitäten ergibt sich aus der Unternehmensgröße: Während drei Viertel der großen mittelfränkischen Unternehmen (mehr als 500 Mitarbeiter) ihre Innovationsaktivitäten ausweiten wollen, sind es bei den kleinen und mittleren Unternehmen nur 44 Prozent.

Beim Thema Innovationen schlagen Standorthemmnisse offensichtlich noch stärker durch als bei der allgemeinen Beurteilung des Industriestandortes: Breitbandversorgung und Fachkräftemangel scheinen sich hier zu einer echten Innovationsbremse auszuwachsen. Diese Faktoren werden heute als noch stärkere Einschränkung der Innovationsbemühungen gesehen als bei der vorhergehenden Befragung von 2014. Was die Fachkräfte angeht, liegt in Mittelfranken der Anteil der Unternehmen, die über fehlende Akademiker klagen, über dem deutschen Durchschnitt.

Kooperationen oder "Open Innovation" (Suche nach Ideen und Problemlösungen bei externen Quellen aller Art) mit Kunden, Lieferanten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind für jedes dritte bzw. vierte Unternehmen der Hebel, um innovativer zu werden. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber der Vorbefragung. Deutlich nachgelassen hat dagegen die Attraktivität der FuE-Förderprogramme: Zwar haben rund 50 Prozent der befragten mittelfränkischen Unternehmen Erfahrungen mit solchen Angeboten. Derzeit nehmen aber nur 20 Prozent Fördermittel von Bund oder Land in Anspruch (Umfrage vor drei Jahren: 35 bzw. 25 Prozent). Lediglich zehn Prozent nutzen Innovations-Förderprogramme der EU, vor drei Jahren waren es noch 24 Prozent der innovationsstarken Unternehmen.

 

Download des "IHK-Industrie- und Innovationsreport Mittelfranken 2017":

www.ihk-nuernberg.de/industrie-innovations-report

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