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Kulturförderung

Kulturpreis der mittelfränkischen Wirtschaft – Förderpreis Theater 2017

 

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Dr. Dieter Riesterer

Dr. Dieter Riesterer

Vorstand der IHK-Kulturstiftung Tel: +49 911 1335 0

Die IHK-Kulturstiftung der mittelfränkischen Wirtschaft vergab am 22. November zum 21. Mal den „Kulturpreis der mittelfränkischen Wirtschaft“. Die Auszeichnung, die mit insgesamt 10 000 Euro dotiert ist und von Rödl & Partner gesponsert wird, wird für hervorragende künstlerische Leistungen in der Region vergeben.

Den IHK-Kulturpreis Theater 2017 erhielten drei Preisträger:

  • Bettina Ostermeier, musikalische Leiterin des Nürnberger Schauspiels
  • Barbara Bess, freie Choreografin
  • Freilandtheater in Bad Windsheim

Die Preise wurden im Rahmen einer Feierstunde im Staatstheater Nürnberg von IHK-Präsident Dirk von Vopelius sowie von Prof. Dr. Christian Rödl und Dr. Michael Rödl übergeben. Die freie Choreografin Barbara Bess sowie die musikalische Leiterin des Nürnberger Schauspiels Bettina Ostermeier erhielten jeweils 4 000 Euro, das Freilandtheater 2 000 Euro.

Der Jury gehörten Peter Theiler (Staatsintendant Staatstheater Nürnberg) als Vorsitzender, Werner Müller (Intendant Stadttheater Fürth), Klaus Häffner (Freier Journalist und früherer Leiter des Bayerischen Rundfunks Studio Franken) sowie Dr. Dieter Riesterer (Vorstand der IHK-Kulturstiftung der mittelfränkischen Wirtschaft) an. Die Vergabe des Preises, der die Förderung der regionalen Kulturlandschaft zum Ziel hat, erfolgt alle zwei Jahre im Wechsel mit dem „IHK-Kulturpreis Literatur“.

Die Preisträger

Bettina Ostermeier – Musikalische Leitung des Nürnberger Schauspiels

Im Jahr 2009 hat Bettina Ostermeier die musikalische Leitung des Nürnberger Staatstheaters übernommen. Seit dem hat sich die Musikalität der Sparte und des Ensembles auf ein neues Niveau gehoben. Mit ihrem sicheren Gespür für die Bühne hat die klassisch ausgebildete Multi-Instrumentalistin zu vielen Glanzpunkten des Hauses beigetragen. Dazu gehören z.B. „Kontakte des Kaufmanns“ und „Die Schutzbefohlenen“ von Elfriede Jelinek oder Peter Handkes „Immer noch Sturm“. Durch sie wird die Musik immer wieder als spartenübergreifender Leitgedanke lebendig – sei es bei Konzerten in der BlueBox mit Orchestermitgliedern oder Opernsolisten oder beim Tangoabend, bei dem Opernsänger und Schauspieler gemeinsam und singend auf der Bühne stehen. Vor allem aber die großen musikalischen Produktionen des Schauspielhauses wie „Männer“, „Die Rocky Horror Show“ und „Das Leben der Bohème“ prägte sie mit ihrer umfassenden musikalischen Bildung von Klassik bis Rock und ihrem hohen Anspruch.

Barbara Bess – Freie Choreografin

Innere und äußere Landschaften erforschen, in Tanz verwandeln und damit das Publikum herausfordern: Was die freie Choreografin Barbara Bess gestaltet, bereichert seit 2010 die Freie Tanz- und Performanceszene in der Metropolregion Nürnberg. Dabei hat sie eine ästhetisch innovative eigene Handschrift entwickelt, mit der sie immer neue, oft ungewöhnliche Themen aufgreift und in sinnlich beglückenden, nachdenklich machenden oder berührenden Tanzabenden verarbeitet. Die gebürtige Fränkin ließ sich in Salzburg zur Bühnentänzerin ausbilden und studierte anschließend in Berlin Choreografie. In ihrer Abschlussarbeit „schwärmen“ im Jahr 2010 zeichnete sich bereits ab, in welche Richtung sich ihre choreografische Arbeit entwickeln würde. Für das fränkische 300-Seelen-Dorf Maineck entwickelte die gefragte Tanzpädagogin eine choreographische Installation. Seither sind Landschafts- und Ortsbezüge Quelle ihre Inspiration. Damit hat Bess besonders die fränkische Kulturlandschaft geprägt. 2011 entstand die Performance „GrundStück“ am Marientunnel in Nürnberg, 2013 faszinierte sie mit ihrer Arbeit „Idyll. Doing the house. Rebuilding bodies“, in der sie die Renovierung einer alten Dorfschule im Fränkischen zum Thema machte und einen berührenden Abend darüber gestaltete.

Freilandtheater

Das Freilandtheater in Bad Windsheim hat sich über ein Jahrzehnt lang eine Position als originelles Theater erarbeitet. Das kleinste der drei großen Freilichtbühnen der Region kann heute auf einen festen Zuschauerstamm zählen. Seit der ersten Produktion 2004 ist die Zuschauerzahl auf weit über 15 000 im Jahr gestiegen. Durch das Theater wird die Landschaft des Freilandmuseums immer wieder neu entdeckt. Auch im Winter wird das Freilandtheater in Form eines Stationentheaters – des „Winterwandeltheaters“ – bespielt. Die Pfade über das Museumsgelände, Stippvisiten in Scheunen und Stuben, der Verlauf der Geschichte durch das eigene Vorankommen – all das trägt dazu bei, dass Theater auf eine Art und Weise erlebbar wird, die außergewöhnlich und bedeutsam ist. Vor allem aber die Inhalte der Stücke machen den Besuch zu etwas Besonderem. So greifen die Theatermacher immer wieder relevante und mutige Themen auf: 2016 stellten sie sich in „1848 – Kinder der Revolution“ die Frage, wie sehr Demokratie ein ständiges Arbeiten an und Ringen um Positionen erfordert. Damit haben sie es auch geschafft, dem Publikum ein sozialpolitisches Thema witzig, musikalisch und unterhaltsam nahezubringen. Mit „Türkenschätzchen“ leistete das Freilandtheater 2014 einen wichtigen Beitrag zur gegenseitigen Akzeptanz der türkisch- und der deutschstämmigen Bevölkerung der Region, da es zum Teil in türkischer Sprache gespielt wurde.

 
 
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