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Keine Kippen für Kinder

Bis 1. Januar 2007 werden in Deutschland eine halbe Mio. Zigarettenautomaten jugendschutzgerecht umgerüstet. Das heißt für den Verbraucher, dass er Zigaretten am Automaten in Zukunft nur noch bargeldlos mit einer EC- oder Geldkarte „ziehen“ kann. Auf der Karte ist vermerkt, dass der Käufer mindestens 16 Jahre alt ist.

Vor Beginn der Umstellungskampagne, die bereits auf Hochtouren läuft, gab es bundesweit 800 000 Automaten, von denen nun nur noch rund 450 000 übrig bleiben. Mechanische Automaten, vor allem in Schulnähe, werden ersatzlos von den meist mittelständischen Betreibern abgebaut, die in die neuen Hightech-Automaten an die 300 Mio. Euro investieren. Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller (BDTA) werden die Automaten von deutschlandweit rund 200 Mitgliedsunternehmen betrieben, die etwa 10 000 Mitarbeiter beschäftigen. Der Verband rechnet angesichts der rückläufigen Zahl von Automaten auch mit einer Konsolidierung in der Branche.

Grund für die Umrüstung ist das 2002 geänderte Jugendschutzgesetz, das vorschreibt, dass ab 2007 Zigarettenautomaten nur dann betrieben werden dürfen, wenn Jugendliche unter 16 Jahren keine Zigaretten beziehen können. Wie dies umzusetzen ist, wurde vom Gesetzgeber nicht festgelegt und so entschied sich der BDTA für die Variante der Altersprüfung per Geldkarte, die gemeinsam mit der Unternehmensberatung Roland Berger und der TÜV Rheinland Group entwickelt wurde. Der goldene Chip, der auf den meisten EC-Karten bereits vorhanden ist, kann Barguthaben und diverse Daten speichern, muss aber gegebenenfalls mit den Geburtsdaten programmiert werden.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 12|2006, Seite 17

 
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