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Galerie LandskronSchneidzik

Von kargen Mauern zur Kunst

Wenn Regina Schneidzik von Kunst spricht, spricht sie auch immer von Energie. „Mit Kunst entsteht eine Energetisierung der Räume – Kunst kann alles beleben.“ Und genau das stellten die Galeristinnen Inge Landskron und Regina Schneidzik mit ihrer Ausstellung „Rohbau Exklusiv“ unter Beweis. Seit dem 26. November 2009 hängen Bilder und Fotografien an Wänden, von denen der Putz blättert, und stehen Skulpturen neben heraushängenden Kabeln. In den ehemaligen Räumlichkeiten des Einrichtungshauses Reim erweckten die Galeristinnen ein karges, entkerntes Gebäude zu neuem Leben. „Wir haben hier eine Baustelle angetroffen“, erinnert sich Inge Landskron. Und genau dieser Gegensatz zwischen Kunst und Baustelle verleiht dem tristen Gebäude nun die besagte Energie – der Raum wird zu einem Gesamtkunstwerk. Die Wildheit und Weite der Räume haben Regina Schneidzik ganz besonders fasziniert. Bis Ende Juli konnte man das „Kunstkaufhaus“, wie die Galeristinnen ihre Ausstellung bezeichnen, besuchen. Aufgrund der positiven Resonanz wird das Projekt aller Voraussicht nach im Herbst 2010 für unbestimmte Zeit fortgesetzt.

„Kunst ist nicht elitär“, sagt Schneidzik und fügt hinzu, „sie sollte für jeden zugänglich sein.“ Die Galeristinnen wissen, wovon sie sprechen. Als Quereinsteigerinnen aus der Wirtschaft und der Erwachsenenbildung machten beide vor knapp zehn Jahren ihre Leidenschaft zum Beruf und stießen zu Beginn ihrer Karriere nicht immer auf Zuspruch. „Das Interesse und eine wirkliche Leidenschaft für zeitgenössische Kunst war bei uns schon immer vorhanden – viele dachten, das alleine reicht nicht aus“, erinnert sich Landskron. Heute jedoch stehen viele namhafte regionale und auch internationale Künstler in den Kontaktlisten der beiden Galeristinnen. Drei Jahre vor ihrer Unternehmensgründung organisierten sie die Ausstellungen der Galerie Pfaff & Partner in Schwarzenbruck und knüpften in dieser Zeit zahlreiche Kontakte zu namhaften Künstlern. Erst danach wagten die Unternehmerinnen den Sprung in die Selbstständigkeit.

Eine der schönsten Aspekte ihres Berufes sei, die Künstler in ihrer Entwicklung zu begleiten, darüber sind sich beide einig. Und das ist gar nicht so leicht. „Viele junge talentierte Künstler zieht es nach Berlin“, aus dem Mund von Regina Schneidzik klingt dies keineswegs resignierend, ganz im Gegenteil. „Die Metropolregion hat durch die Akademie der Bildenden Künste enormes Potenzial.“ Neben Privatkunden und Kunstsammlern gehören auch Firmen zu den Geschäftspartnern von LandskronSchneidzik. Getreu dem Motto „art meets business“ können Unternehmen in firmeneigenen Räumen Kunst durch temporäre Wechselausstellungen präsentieren. Das Kunstspektrum der Galerie reicht von zeitgenössischer Malerei, über Bildhauerei bis zu Fotografie und Videokunst. Auf ihre Unternehmerlaufbahn rückblickend erzählt Regina Schneidzik, dass sich ihr kaufmännischer Hintergrund in ihrem Beruf als Galeristin durchaus ausgezahlt habe. Der Schlüssel zum Erfolg war jedoch wohl die Leidenschaft zur Kunst.

Autor: 
fle.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 08|2010, Seite 54

 
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