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Elektromobilität

Neue Ansätze für die Mobilität der Zukunft

Sind Elektromobile schon eine Alternative für den Einsatz im Betrieb? Diese Frage wurde bei einem "Dialogforum" in Roth diskutiert.

Wenn wir vor drei Jahren zu diesem Thema eingeladen hätten, wäre wohl kaum jemand gekommen“, mutmaßte Karl Scheuerlein, Geschäftsführer der Unternehmerfabrik Landkreis Roth GmbH, beim „Dialogforum“ zum Thema Elektromobilität in der Berufsschule Roth. Dabei ging es um Auswirkungen und Chancen der E-Mobilität für die Region, eingeladen hatten die Unternehmerfabrik, Berufsschule Roth und IHK-Gremium Landkreis Roth. Inzwischen sei die Region aber in vielen Bereichen auf E-Mobilität eingestellt, sagte Scheuerlein im Hinblick auf die gut besuchte Veranstaltung. Scheuerlein untermauerte die Aktualität des Themas mit Zahlen: Deutschlandweit würden in diesem Jahr rund 3 400 Elektroautos verkauft, 2020 sollen es bereits eine Million Fahrzeuge sein. Offen sei allerdings noch, ob dieser Durchbruch bis dahin tatsächlich erreicht werde. E-Bikes hingegen hätten sich bereits am Markt etabliert, 2007 seien in Deutschland 70 000 dieser Fahrräder mit Elektroantrieb verkauft worden, 2011 bereits 400 000.

Große Trends bestimmen laut Scheuerlein das Zukunftsfeld E-Mobilität. Er zitierte aus einer Studie der IHK Nürnberg für Mittelfranken: „Der Verbrennungsmotor verliert seine Monopolstellung und konkurriert mit alternativen Konzepten, der Antrieb wird zunehmend elektrifiziert – die gesamte Wertschöpfungskette wird sich verändern.“ Die neuen Entwicklungen in der E-Mobilität werden tiefgreifende Umwälzungen mit sich bringen, so Scheuerlein. Wichtig sei es für den Landkreis Roth, dieses Zukunftsthema frühzeitig zu behandeln und daraus resultierende Chancen für die Region zu erkennen und aufzugreifen.

Aus der Praxis berichtete Jürgen Mangelberger, Geschäftsführer der Mangelberger Elektrotechnik GmbH in Roth. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben führend in der Entwicklung standardisierter Technologiebausteine für Restaurantketten und Discounter. Überlegungen, deren Filialnetz künftig für die flächendeckende Installierung von E-Tankstellen zu nutzen, nehmen konkrete Formen an. „Erste Projekte mit Filialunternehmen zeigen zudem, dass die Nutzung von Elektroautos als Pufferspeicher die Energiekosten in Zukunft nachhaltig senken kann“, sagte Mangelberger. Voraussetzung sei, dass die Fahrzeuge im Ruhezustand an ein intelligentes Netz angeschlossen seien. Unternehmen könnten dadurch ihren Stromverbrauch optimieren. Das Konzept flexibler Gesamtlösungen stelle nicht nur für Filialnetzwerke die Zukunft in der Gebäudetechnik dar, es werde auch bei Neu- und Umbauten in der Industrie erfolgreich eingesetzt. Der Geschäftsführer ist überzeugt, dass das Wachstum in Mittelfranken mit der konsequenten Ausrichtung auf umweltfreundliche und ressourcenschonende Technologien verbunden sein wird: „Wenn wir uns rechtzeitig Gedanken machen, können wir von diesem Bereich stark profitieren.“ Dies gelte auch für Firmen, die ihren Unternehmensschwerpunkt zwar nicht in der E-Mobilität an sich haben, jedoch thematische Überschneidungen aufweisen, wie die Mangelberger Elektrotechnik GmbH.

Forschung am Fraunhofer-Institut

Ernst Schimanek, Inhaber des Nürnberger Ingenieurbüros Schimanek, stellte aktuelle Automobilprojekte des Erlanger Fraunhofer-Instituts für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB vor. „Ziel ist es, den heutigen Komfort von Autos auf das Elektrofahrzeug zu übertragen, und zwar so, dass möglichst wenig Energie verbraucht wird“, sagte Schimanek. Bei der E-Mobilität gehe es nicht nur um Motor und Antrieb, sondern auch um viele weitere Themen, beispielsweise um die Aus- und Weiterbildung. Michael Greiner, Leiter der Rother Berufsschule, berichtete in diesem Zusammenhang von der neuen Technikerschule für Fahrzeugtechnik und Elektromobilität (siehe Artikel auf Seite 44).

Autor: 
cl.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 07|2012, Seite 42

 
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