IHK-Immobilienpreis Mittelfranken 2022

Veröffentlicht am 26. September 2022

IHK-Immobilienpreis Mittelfranken 2022:
„Ressourcen geschont“

Ausgezeichnet für nachhaltiges Bauen: Edeka Gartenstadt (Nürnberg), Förstersche Mühlenscheune (Veitsbronn) und Malzböden (Fürth).

Auch in diesem Jahr vergibt die IHK Nürnberg für Mittelfranken den IHK-Immobilienpreis Mittelfranken. Er steht diesmal unter dem Motto „Ressourcen schonen“. Gesucht wurden Immobilienprojekte aus Wohnen und Gewerbe in Mittelfranken, die sich durch ressourcenschonendes Bauen und Sanieren auszeichnen.

Zu den wichtigsten Kriterien gehören die Wiederverwendung und die Recyclingfähigkeit von Materialien. Neben dem Kreislaufgedanken wird damit auch der sogenannten „grauen Energie“ Rechnung getragen, die insbesondere bei der Bauwirtschaft großen Einfluss auf die Ökobilanz hat. Damit wird die Energie bezeichnet, die bei Herstellung, Verkauf, Transport, Lagerung, Entsorgung etc. verbraucht wird. In die Bewertung der Jury gingen aber auch Aspekte wie eine flächeneffiziente Bauweise, Maßnahmen zu Klimaschutz und Klimaanpassung sowie die städtebauliche Qualität und die Einbindung in das Quartier ein. Am 27. September werden folgende Projekte bei einer Feierstunde in der IHK ausgezeichnet.

Edeka Gartenstadt, Edeka Schätz, Nürnberg

Förstersche Mühlenscheune, Hoyer Winterbauer Grundbesitz GbR, Veitsbronn

Malzböden, MIP Immobilien-Verwaltungs GmbH & Co. KG, Fürth

Mit dem IHK-Immobilienpreis Mittelfranken zeichnet die IHK Immobilien und Gewerbegebiete in der Region aus, die einen Beitrag zur nachhaltigen Standortentwicklung leisten. Dabei steht jedes Mal ein anderes Thema im Fokus. So wurden im vergangenen Jahr Projekte ausgezeichnet, die sich durch nachhaltige Flächenentwicklung auszeichneten.

Die Initiative für diesen Wettbewerb war vom IHK-Arbeitskreis Immobilienwirtschaft ausgegangen, der intensiv an Vorschlägen für eine nachhaltige Standortentwicklung arbeitet. Der Wettbewerb soll einen Beitrag dazu leisten, nachhaltige Best-Practice-Beispiele bei Unternehmen, Planern und Verwaltung bekannter zu machen.

Preisträger IHK-Immobilienpreis Mittelfranken 2022: Edeka Schätz

Kategorie Neubau: Innovativer Markt in der Gartenstadt

Die neu gebaute Edeka-Filiale im Süden Nürnbergs punktet durch ihre ressourcenschonende Flächennutzung.

Der Edeka Gartenstadt (Edeka Schätz) in der Schießplatzstraße hat den IHK-Immobilienpreis Mittelfranken 2022 in der Kategorie „Neubau“ gewonnen. Der Nahversorger hat in der Nürnberger Gartenstadt einen veralteten, zu kleinen Markt abgerissen und einen zeitgemäßen Neubau geschaffen. Um das nach heutigen Standards zu kleine Grundstück optimal auszunutzen, entschieden sich die Projektverantwortlichen (Edeka Grundstücksgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen mbH im unterfränkischen Rottendorf, Biber Holding GmbH in Regensburg und Kiermeier GmbH & Co. Wohn- und Gewerbebau KG in Straubing) für eine doppelstöckige Lösung: im Erdgeschoss Parken für Autos und Fahrräder, im ersten Stock Einkaufen.

Mit dieser für Lebensmitteleinzelhändler ungewöhnlichen Aufteilung hat Edeka Nordbayern ein Pilotprojekt realisiert. Durch die Holzverkleidung der Fassade des Obergeschosses und eine breite Fensterfront öffnet sich das Gebäude zur Umgebung und fügt sich in seiner Gestaltung sehr gut in das Wohngebiet ein. Der Neubau, der mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt wurde, wird über Photovoltaik und eine Luft-Wärmepumpe versorgt. Abriss und Neubau erfolgten innerhalb eines Jahres, sodass die Anwohner bald wieder in ihrem Viertel einkaufen konnten.

Das Projekt von Edeka in der Gartenstadt Nürnberg hat die Jury des IHK-Immobilienpreises Mittelfranken 2022 überzeugt, weil es bei allen Wettbewerbskriterien gepunktet habe. Besonders positiv sei die Revitalisierung eines bestehenden Standorts und somit der Erhalt der Nahversorgung für die Bewohner zu bewerten, so das Preisgremium. Edeka habe sich damit für eine innovative und mutige Lösung entschieden, die von den gängigen Standards einer Nahversorger-Immobilie abweicht. Insbesondere die Stapelung der Flächen – unten Parken für Fahrräder und Pkws, oben die Ladenfläche – sei als innovativ und besonders ressourcenschonend in der Flächennutzung hervorzuheben, hieß in der Jury-Begründung.

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Die Architektur und die Begrünungen sorgten demnach für eine hochwertige Optik und bei der Energieversorgung würden regenerative Quellen genutzt. Neben dem Erhalt der Nahversorgung liefere das Projekt durch die attraktive Architektur einen identitätsstiftenden, wertvollen städtebaulichen Beitrag für das Quartier. Insgesamt sieht die Jury in der attraktiven Gestaltung und der ökologischen, innovativen und flächensparenden Architektur ein Projekt mit Leuchtturmwirkung.

Preisträger IHK-Immobilienpreis Mittelfranken 2022: Hoyer Winterbauer Grundbesitz GbR

Kategorie Sanierung: Scheune wird zum Wohngebäude

Das Immobilienprojekt in Veitsbronn wird für seinen sensiblen Umgang mit dem Bestandsgebäude ausgezeichnet.

Im idyllischen Veitsbronn im Landkreis Fürth steht das Siegerprojekt des IHK-Immobilienpreises Mittelfranken 2022 in der Kategorie „Sanierung“: die Förstersche Mühlenscheune. Das langgestreckte Nebengebäude der Försterschen Mühle stand jahrzehntelang leer und war in einem bedauernswerten Zustand. Bis die beiden Schulfreunde Christian Hoyer und Frank Winterbauer mit ihrer Hoyer Winterbauer Grundbesitz GbR auf das Objekt aufmerksam wurden und mit moderner, aber dennoch behutsamer und denkmalschutzkonformer Sanierung aus der Scheune ein attraktives Wohngebäude gestalteten.

Unter Berücksichtigung der bestehenden Gebäudestruktur wurden fünf individuelle Wohneinheiten geschaffen – je nach Bestandsmöglichkeiten mit versetzten Wohnebenen mit Verbindungstreppen, Teilunterkellerung und Maisonette-Zimmern. Jede Einheit verfügt zudem über eine E-Ladesäule und eine Terrassenfläche mit Blick in den unmittelbar angrenzenden Wiesengrund entlang der Zenn. Besonderes Augenmerk legten die beiden Bauherren auf die Einbeziehung der bestehenden Sandstein- und Klinkerwände sowie der historischen Balkenkonstruktionen in die weitere Nutzung. Gemeinsam mit den umliegenden Gebäuden wird die unter den Vorgaben eines KfW-Effizienzhaus 55 sanierte Mühlenscheune über eine Pellet-Nahwärmestation mit regenerativer Wärmeenergie versorgt.

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Das Projekt zeichnet sich aus Sicht der Jury des IHK-Immobilienpreises besonders durch den sensiblen Umgang mit dem Bestandsgebäude, eine hochwertige Gestaltung und die Verwendung ökologischer Baustoffe aus. Abgebrochene Materialien wurden zudem optisch ansprechend und sinnvoll wiederverwendet. In der historischen Scheune wurde nach Ansicht der Jury attraktiver Wohnraum geschaffen, bei dem die ursprüngliche Substanz gut sichtbar erhalten ist. Das Objekt schaffe eine außergewöhnlich gute Balance zwischen alten Bauelementen und moderner Gestaltung und sei dadurch ein Beispiel für innovative Sanierung unter Denkmalschutzbedingungen im ländlichen Raum.

www.malzboeden.de

Preisträger IHK-Immobilienpreis Mittelfranken 2022: MIP Immobilien-Verwaltungs GmbH & Co. KG

Sonderpreis Sanierung Industriedenkmal: Moderne Malzböden

Aus einem ehemaligen Brauereistandort in Fürth wurde eine Kombination aus Wohnen, Dienstleistung, Handel und Gastronomie.

Mit dem Sonderpreis „,Sanierung Industriedenkmal“ des IHK-Immobilienpreises Mittelfranken 2022 werden die Mälzböden in Fürth geehrt. Für das Projekt verantwortlich ist die MIP Immobilien-Verwaltungs GmbH & Co. KG in Nürnberg, die sich insbesondere auf die Revitalisierung von historischen Standorten und Gebäuden unter Denkmalschutz spezialisiert hat. Der ehemalige Brauereistandort in gut angebundener Lage in der Fürther Südstadt wurde von 2014 bis 2018 aufwändig saniert und teilweise neu bebaut. In dem Neubaugebäude sind über 30 Wohnungen entstanden, die Bestandsgebäude der Brauerei wurden für gewerbliche Nutzer denkmalkonform saniert.

So ist ein attraktiver Nutzungsmix aus Wohnen, Dienstleistung und Handel entstanden. Besonders sticht die Gastronomie im ehemaligen Sudhaus heraus, wo die alten Kessel und weitere Elemente der Brauanlage erhalten worden sind. Zahlreiche gewerbliche Nutzer haben in den ehemaligen Brauereigebäuden wie Sudhaus, Verwaltungsgebäude und Halle einen neuen Standort gefunden. Auf dem Areal befinden sich nun u. a. Biomarkt, Apotheke, Fahrradhändler, Klavierhandel und -werkstatt, Software-Entwickler und weitere Betriebe. Der Komplex entwickelte sich so zu einem beliebten Treffpunkt im Viertel. Die Substanz der Gebäude konnte in großen Teilen erhalten und in ein modernes Konzept integriert werden. Im ehemaligen Verwaltungsgebäude finden sich beispielsweise neben modern konzipierten Büroflächen auch liebevoll restaurierte Details wie Glasmosaikfenster, gemalte Deckenornamente und historische Holztüren, die die Geschichte des Hauses erlebbar machen. Energetisch ist das Ensemble nun auch auf moderne Standards (KfW-Effizienzhaus 70) gebracht worden.

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Die Jury des IHK-Immobilienpreises zeigte sich beeindruckt von der gelungenen Neuinterpretation des ehemaligen Produktionsgeländes: Die Sanierung des Bestandes und der Ergänzungsbau mit den neuen Wohnungen ergebe ein stimmiges Gesamtbild und eine effiziente Nutzung der Fläche. Der Charakter des Brauereistandortes bleibe durch den Erhalt der Bausubstanz auf attraktive Art und Weise bestehen und eröffne so neue Nutzungsmöglichkeiten. Es ist der Jury zufolge außerdem gelungen, denkmalgerecht moderne Standards wie Dachbegrünung und Solarthermie umzusetzen. Die Mischung aus Wohnen, Handel, Gewerbe und Gastronomie stelle eine identitätsstiftende Bereicherung des Quartiers dar und biete einen städtebaulichen Mehrwert.

Bildergalerie

Informationen für die Presse

Sie finden die Texte zu den Preisträgern weiter oben auf dieser Seite. Die Texte können Sie gerne für Ihre Berichterstattung verwenden:

Ansprechpartnerinnen für die Medien:
IHK Nürnberg für Mittelfraken,
Geschäftsbereich Standortpolitik und Unternehmensförderung
Martina Stengel, Tel. 0911 1335-1452
Claudia Schöpf, Tel. 0911 1335-1536

Pressefotos:
Hier können Sie honorarfreie Pressefotos herunterladen. Sollten Sie die Aufnahmen in einer noch höheren Auflösung benötigen, wenden Sie sich bitte telefonisch an uns.

Blick von der Nordseite: Die neu gestaltete Mühlenscheune.

(Foto: Hoyer Winterbauer Grundbesitz GbR)

Der Edeka-Supermarkt mit einer doppelstöckigen Gebäudelösung: im Erdgeschoss Parken für Autos und Fahrräder, im ersten Stock Einkaufen.

(Foto: Heiko Stahl)

Immobilie mit Tradition: der Malzböden-Gebäudekomplex von der Schwabacher Straße aus gesehen.

(Foto: IHK)

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