Telefonische Krankschreibung: Verlängert bis 31. März 2023

Veröffentlicht am 22. November 2022

Gemeinsamer Bundesausschuss verlängert Sonderregelung für telefonische Krankschreibungen bis 31. März 2023

Gemäß Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) muss ein erkrankter Arbeitnehmer bei einer Arbeitsunfähigkeit, die länger als drei Kalendertage dauert, eine ärztliche Bescheinigung vorlegen. Für dieses Attest ist ein persönliche Besuch beim Arzt meiste unumgänglich. Während der Corona-Pandemie durfte ein solches Attest durch Ärzte allerdings auch nach einem telefonischen Kontakt ohne persönliche Untersuchung ausgestellt werden.

Die Sonderregelung der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie (§ 8 Arbeitsunfähigkeits-RL), die eigentlich Ende November ausgelaufen wäre, wurde nun vom Gemeinsamen Bundesausschuss bis Ende März 2023 verlängert. Damit sind „telefonische Krankschreibungen“ bei leichten Atemwegserkrankungen weiterhin für bis zu sieben Tage möglich.

Corona-Sonderregelung: Telefonische Krankschreibung verlängert (www.bundesregierung.de)

Der Verband deutscher ArbeitsrechtsAnwälte e.V. (VDAA) weist in einer Presseerklärung darauf hin, dass telefonische Krankschreibungen grundsätzlich den gleichen Beweiswert wie eine „reguläre“ Krankschreibung haben. In besonderen Fällen kann es allerdings Zweifel an einem telefonischen Attest geben – beispielsweise, wenn nach einem abgelehnten Urlaubsantrag oder nach einer Kündigung durch den Arbeitnehmer ein rein telefonisch erlangtes Attest vorgelegt wird. Außerdem weist der VDAA darauf hin, dass so genannte „Online-Atteste“ weiterhin nicht von Arbeitgebern anerkannt werden sollten: Diese Atteste werden oft von ominösen Anbietern im Internet nur nach dem Ankreuzen von Fragen durch die Arbeitnehmer ausgestellt und haben keine Beweiskraft, weil kein Kontakt zu einem Arzt stattgefunden hat.

Möglichkeit telefonischer Krankschreibung bis 31.3.2023 verlängert (www.vdaa.de)

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