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IHK-Fachforum: Innovative Materialien und Konstruktionen für eine zukunftsfähige Automobil-Zulieferindustrie


Die Automobilindustrie steht vor der Herausforderung, ihre Produkte und Prozesse nachhaltiger zu gestalten, Ressourcen effizienter zu nutzen und Umweltauswirkungen zu minimieren. Vor diesem Hintergrund hat die IHK Nürnberg für Mittelfranken gemeinsam mit den IHKs aus Bayreuth und Coburg das Fachforum "Innovative Materialien und Konstruktionen für eine zukunftsfähige Automobil-Zulieferindustrie" in Bayreuth durchgeführt. Die Veranstaltung fand im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Projekts transform_EMN statt. Die außeruniversitäre Forschungseinrichtung Neue Materialien Bayreuth GmbH war Gastgeber und gewährte den Teilnehmern in einem anschließenden Firmenrundgang Einblicke in ihre Labore und Produktionsprozesse. 

"Der Einsatz von biobasierten Kunststoffen oder von Leichtbau-Konzepten kann maßgeblich zur Ressourcenschonung und zur Abfallvermeidung beitragen", betonte Dr. Robert SchmidtGeschäftsbereichsleiter Innovation und Umwelt bei der IHK Nürnberg für Mittelfranken bei der Begrüßung. 

Prof. Dr. Holger RuckdäschelGeschäftsführer von Neue Materialien Bayreuth, eröffnete die Veranstaltung und unterstrich, dass die zukünftige Automobilindustrie von einer „ganz unterschiedlichen Mischung an Materialien“ geprägt sein wird, die ohne schädliche Prozesse hergestellt werden. Insbesondere wies er auf die Einführung höherer Rezyklat-Quoten durch die EU hin, welche zu einer verstärkten Nutzung von recycelten Materialien in Kunststoff- und Metallbauteilen führt. 

Im Laufe des Tages wurden verschiedene spannende Themen behandelt, darunter die Potenziale und Herausforderungen von Biopolymeren und biogenen Füllstoffen für Spritzgussbauteile im Automotive InteriorProf. Dr. Thomas Meins von der Hochschule Hof präsentierte eine Auswahl an Biokunststoffen wie Polylactid (PLA) und Polyhydroxybutyrat(PHB) oder Drop-Insdie umweltfreundliche Alternativen zu herkömmlichen Kunststoffen darstellen. Allerdings besitzen sie auch gewisse Einschränkungen hinsichtlich ihrer Eigenschaften und ihrer Verarbeitung. Naturfasern wie Jute, HanfKenafFlax oder Kleie können als Füllstoffe zur Faserverstärkung eingesetzt werden, obwohl ihre Steifigkeit nicht mit Glas- oder Carbonfasern vergleichbar ist. Herr Meins stellte exemplarisch einen biobasierten Ausströmer sowie eine biofaser-verstärkte Automotive-Komponente vor. 

Eine andere Perspektive zeigte der Vortrag von Bernd Trinkwalter, Leiter Innovationsmanagement bei Motherson Group, Kronach-Neuses zum Thema "Nachhaltige Gestaltung durch funktionsorientierte Kunststoffkonstruktion" aufHerr Trinkwalter präsentierte verschiedene Innovationsmethoden und Kreativitätstechniken, darunter die TRIZ-Methodik (Theorie des erfinderischen Problemlösens) am Beispiel eines Ausströmersdie WOIS-Innovationstechnik am Beispiel für Mittelarmlehnen und die Kreativitätstechnik GALFMOS am Beispiel für Schließklappen. Das Ziel besteht darin, durch Variation von Merkmalen und Nutzung von Gegensätzen innovative und nachhaltige Kunststofflösungen zu entwickeln, die sowohl ökonomische als auch ökologische Aspekte berücksichtigen. 

Borris KöpperGeschäftsführer von Crosslink-Murtfeldt Composites GmbH & Co. KG, Cadolzburg, gab interessante Einblicke in den Faserverbundleichtbau aus Sicht eines Auftragsfertigers. Die Vision seines Unternehmens besteht darin, durch innovative Verbundlösungen eine effiziente und nachhaltige Zukunft zu gestalten. Kunden aus verschiedenen Branchen wie Automotive, Luftfahrt, Raumfahrt oder Medizintechnikvertrauen auf die Expertise von Crosslink-Murtfeldt Composites. 

Robin Fachtan, Teamleiter für Kunststoffe, Faserverbunde und Spritzgießen bei Neue Materialien Bayreuth GmbH, sowie Johann Reichstein, Project Engineer für Advanced Development bei REHAU Automotive SE & Co. KG in Rehauberichteten über innovative und nachhaltige Prozesse für Struktur- und AnbauteileLeichtbauteile bieten während des Betriebs Vorteile für die Umwelt, erfordern jedoch zusätzlichen Aufwand bei Herstellung und Recycling. Herr Fachtan betonte das Potenzial zur Gewichtseinsparung durch den Einsatz von Faserverbundwerkstoffen und skizzierte eine Prozesskette für die Serienproduktion von Faserverbundbauteilen. Zudem wurden die CO2-Emissionen der Produktion analysiert und Umweltauswirkungen in der Produktentwicklung prognostiziert. Herr Reichstein stellte die nahtlose Integration von Frontpanelen in Fahrzeugen durch eine Polyurethan-Direktbeschichtung vor. Diese Beschichtung bietet Schutz vor Kratzern, chemischer Einwirkung und UV-Strahlung, hat einen Selbstheilungseffekt bei kleinen Kratzern und ist kostengünstig in der Produktion. 

Katrin FidelakExpertin für Wissenstransfer und Vernetzung bei InSuM – Interior Hub for Sustainable Mobility, Erfurt, stellte den "InSuM“-Hub vor. Dieser gehört zu den insgesamt elf bundesweiten Hubs im Bereich Automotive. Frau Fidelak betonte, dass die Zulieferindustrie im Bereich Innenausstattung einen Anteil von mehr als 80 Prozent an der Wertschöpfung im Automotive ausmacht. InSum bietet verschiedene Formate zur Wissensvermittlung und Vernetzung an, mit dem Ziel, die Wertschöpfung im Produktbereich Interieur in Deutschland zu erhalten und auszubauen. 

Emilija KohlsProjektmanagerin bei transform_EMN,c/o IHK Nürnberg für Mittelfranken, präsentierte den IHK-AutomotiveFinder. Dieser hat das Ziel, die Markttransparenz in der Fahrzeugbau- und Automobil-Zulieferindustrie in der Metropolregion Nürnberg zu erhöhen. Unternehmen aus der Automotive-Branche, Ausrüster, F&E-Einrichtungen und themenspezifische Organisationen haben hier die Möglichkeit, ihre Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren und anzubieten. Registrierung unter: Automotive Finder | Suche (ihk-automotivefinder.de)


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