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Auslandsrundfunk

Deutschland im Prisma

Die Deutsche Welle sendet weltweit in mehr als 30 Sprachen. Damit bietet sie den Hörern und Zuschauern Informationen aus erster Hand über Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft in Deutschland. Von Erik Bettermann

Im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung ist nichts globaler als der Austausch von Nachrichten und anderen Informationen. Milliarden von Menschen können Ereignisse in Politik, Wirtschaft und Kultur in Echtzeit verfolgen. Staaten wie Unternehmen stehen vor der gleichen Herausforderung, sich mit ihren Botschaften in unserer multimedialen Welt durchzusetzen. Staaten konkurrieren um Wirtschaftsmärkte, Investitionen, Touristen, Kultur- und Wertesysteme, Gesellschaftsmodelle – und um politische Macht und Einfluss. Immer mehr Nationen wollen sich außerhalb des eigenen Kulturkreises präsentieren und verstärken ihre internationalen Kommunikationsaktivitäten. Gab es 1992 erst drei internationale Fernsehsender in englischer Sprache, sind es inzwischen fast 30. Wer heute sein Land, seine Wirtschaft oder seine Ideen der Weltöffentlichkeit darstellen will, wählt elektronische Medien.

Für Deutschland ist es daher von erheblichem Interesse, ein differenziertes und möglichst authentisches Bild von sich selbst zu kommunizieren – und zwar unmittelbar und ohne mediale Zwischenhändler. Die Ausprägung eines positiven Deutschlandbilds gehört zu den weichen, aber überaus wichtigen Rahmenbedingungen erfolgreicher deutscher Außen- und Wirtschaftspolitik. Daran wirken viele mit: Goethe-Institute, Auslandshandelskammern und andere Akteure der auswärtigen Wirtschafts- und Kulturpolitik, deutsche Touristen im Ausland und ausländische Besucher in Deutschland, Vertreter internationaler Medien in Deutschland und die deutschen Medien selbst.

Angesichts seines internationalen Renommees, seiner Sprachkompetenz und weltweiten technischen Infrastruktur kommt der Deutschen Welle (DW) hierbei seit bald 60 Jahren eine zentrale Rolle zu. Der gesetzliche Auftrag des deutschen Auslandssenders lautet, „Deutschland als europäisch gewachsene Kulturnation und freiheitlich verfassten demokratischen Rechtsstaat verständlich machen“. Die DW soll deutschen und anderen Sichtweisen zu wesentlichen Themen ein Forum geben mit dem Ziel, das Verständnis und den Austausch der Kulturen und Völker zu fördern. Teil des Programmauftrags ist außerdem die Förderung der deutschen Sprache.

Die DW erfüllt diesen Auftrag mit journalistischen Angeboten in Fernsehen, Hörfunk und Internet: Fernsehen auf Deutsch und Englisch, Arabisch und Spanisch, Radio und Online in 30 Sprachen, darunter brasilianisches Portugiesisch, Russisch, Hindi und Chinesisch. Sie stützt sich dabei auf ein Team von rund 1 500 festen sowie auf Hunderte freie Mitarbeitern aus mehr als 60 Ländern.

Die DW wird als glaubwürdige Informationsquelle geschätzt. Zielgruppe sind Menschen in aller Welt mit Interesse an Deutschland und Europa – und insbesondere jene, die in ihren Ländern maßgeblichen Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung haben. In autoritären Staaten wendet sie sich vor allem an Menschen, die sich aktiv für Demokratie, Freiheitsrechte und Fortschritt einsetzen. Hier berichtet die Deutsche Welle nicht zuletzt über das Geschehen in den Zielländern selbst. Mit ihrer vielsprachigen Berichterstattung bietet sie den Nutzern die einzige Möglichkeit, sich aus erster Hand über Deutschland und über die deutsche Perspektive auf relevante internationale Vorgänge zu informieren.

Die Förderung des Wirtschaftsstandorts Deutschland versteht die DW als unternehmenspolitische Kernaufgabe. Ob Dax-30-Konzern oder mittelständisches Familienunternehmen, ob Top-Banker oder Manager in der Kreativbranche, sie alle finden in der Berichterstattung über Märkte und ihre Macher ihren Platz. Mit ihren vielfältigen Angeboten ermöglicht die DW der Welt einen Blick in die Schaufenster der deutschen Wirtschaft.

Auslandshandelskammern als Partner

Das halbstündige TV-Magazin „Made in Germany“ bringt jede Woche vier aktuelle Wirtschaftsreportagen auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Arabisch: Porträts und Reportagen über deutsche und internationale Unternehmen, Berichte über das wirtschaftliche Zusammenwachsen von neuen und alten EU-Staaten, über die Globalisierung und ihre Folgen, über Innovation und High Tech. In Interviews und Gesprächen liefern Insider und hochkarätige Wirtschaftsexperten fundierte Analysen. „Made in Germany“ hat starke Partner: Die 120 deutschen Auslandshandelskammern liefern der Redaktion weltweit kompetente Information aus erster Hand.

Das Magazin widmet sich auch den besonderen Facetten der deutschen Wirtschaft. Denn ein Großteil der mittelständischen Weltmarktführer kommt nicht etwa aus den USA oder Japan, sondern aus Rellingen, Wüstenselbitz oder Weiler-Simmerberg. In der Serie „Weltmeister“ erzählt die DW die Geschichten dieser Unternehmen, ihre Geschäftsideen, den Kampf um Märkte, ihre regionale Verwurzelung, den eigenen Führungsstil und das Verhältnis zu den Mitarbeitern. Ein Engagement, das nicht nur Zuschauer zu würdigen wissen: Die Industrie- und Handelskammern zeichneten bereits mehrfach Reihen und DW-Beiträge mit dem renommierten Ernst-Schneider-Preis aus.

Was uns heute bewegt, wie Menschen mit den Chancen und Risiken der Globalisierung leben, das zeigt das Globalisierungsmagazin „Global 3000“. Das Magazin gibt der Globalisierung ein Gesicht – und erweitert den Horizont für die globalen Folgen von lokalem Handeln – und umgekehrt. Über den Satelliten Hotbird8 und über das MediaCenter auf www.dw.de sind diese und viele weitere Sendungen des deutschen Auslandsrundfunks auch hierzulande zu sehen.

Nutzer der DW-Angebote haben ein deutlich differenzierteres und positiveres Bild von Deutschland, das zeigen Untersuchungen. Je positiver das Image, desto größer die Bereitschaft, Investitionen in Deutschland zu tätigen, deutsche Produkte zu importieren, deutsche Kultur zu konsumieren, die deutsche Sprache zu lernen. In der weltweiten Umfrage „BBC World Service Country Rating Poll“, die jedes Jahr die aktuellen Beliebtheitswerte von 16 einflussreichen Staaten ermittelt, belegte Deutschland 2011 erneut Platz eins. Für 62 Prozent der fast 29 000 Befragten in aller Welt hat Deutschland ein hohes Prestige und eine angenehme Außenwirkung. Hierzu leistet die Deutsche Welle mit ihren multimedialen Angeboten einen besonderen Beitrag.

Auch jenseits des Programms nimmt die DW die Wirtschaft in den Fokus: Das „Deutsche Welle Global Media Forum“, eine jährlich ausgerichtete internationale Konferenz in Bonn, steht 2013 unter dem Thema „The Future of Growth – New Economies and the Media“. Rund 2 000 Teilnehmer aus der ganzen Welt werden vom 17. bis 19. Juni diskutieren, welchen Beitrag Medien leisten können, um zentrale Herausforderungen der Globalisierung bewältigen zu können.  

Autor: Erik Bettermann,ist seit 2001 Intendant der Deutschen Welle (www.dw.de).
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 10|2012, Seite 24

 
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