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Siemens AG

Gewinne trotz Corona

Siemens Zentrale München © Siemens AG

Die Siemens-Zentrale in München.

Trotz Corona-Pandemie hat die Siemens AG das am 30. September beendete Geschäftsjahr 2020 mit einem Gewinn von 4,2 Mrd. Euro abgeschlossen.

Dass der Rückgang gegenüber dem Vorjahr (Gewinn nach Steuern: 5,6 Mrd. Euro) nicht größer ausfiel, ist dem Schlussspurt von Juli bis September zu verdanken: In diesem Quartal verdiente der Technologiekonzern 1,9 Mrd. Euro, ein Plus von 28 Prozent zum Vorjahr. "Das Siemens-Team hat ein bemerkenswertes Geschäftsjahr mit einem starken vierten Quartal abgeschlossen", sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser. Nach der Abspaltung von Siemens Energy und der Veräußerung von Flender sei die neue Siemens AG hervorragend aufgestellt, um die gewaltige industrielle Transformation zu gestalten.

Siemens hatte seine Energiesparte in das neu gegründete Unternehmen Siemens Energy ausgelagert, das sein Börsendebüt am 29. September hatte. Die Abspaltung von Siemens Energy schlägt sich im Umsatz der Siemens AG nieder: Im Geschäftsjahr 2019 wies der Konzern einen Umsatz von 86,6 Mrd. Euro aus. Im Geschäftsjahr 2020 liegt er bei 57,1 Mrd. Euro. Rechnet man die Umsätze der Energiesparte heraus, entspricht das einem Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragseingang im Konzern verringerte sich um sieben Prozent auf 60 Mrd. Euro. Erstmals seit dem Amtsantritt von Joe Kaeser 2013 hatte die Siemens AG eine Senkung der Dividende zu verkünden: Sie sinkt von 3,90 auf 3,50 Euro je Aktie. Das Ergebnis der "Industriellen Geschäfte" (ohne Finanzgeschäfte) belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf 7,56 Mrd. Euro (Vorjahr: 7,79 Mrd. Euro). Die "Industriellen Geschäfte" umfassen die "Digital Industries", "Smart Infrastructure", "Mobility" sowie die eigenständig geführte Medizintechnik ("Siemens Healthineers AG"). Digital Industries lieferte mit 3,25 Mrd. Euro den größten Beitrag zum Ergebnis der industriellen Geschäfte.

Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet Siemens, dass die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft nicht dauerhaft belasten werde, und geht daher von einer moderaten Gewinnsteigerung aus – trotz erheblicher Belastungen durch negative Währungseffekte. Die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2021 verantwortet bereits der designierte Vorstandsvorsitzende Roland Busch, der das Amt offiziell auf der nächsten Hauptversammlung im Februar 2021 von Joe Kaeser übernehmen wird. Ende September 2020 beschäftigte Siemens weltweit 393 000 Mitarbeiter, davon 90 000 in Deutschland. Der Konzern bleibt mit rund 29 000 Beschäftigten mit Abstand größter Arbeitgeber in Mittelfranken.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 12|2020, Seite 94

 
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