Zum Hauptinhalt springen

Innovationsregion Mittelfranken

Innovationsprofil entdecken

Der IHK-Kammerbezirk Mittelfranken zählt zur Spitzengruppe deutscher Innovationsregionen. Das Innovationssystem ruht auf einer dichten Hochschullandschaft, überdurchschnittlichem Ingenieur- und FuE-Personal, einer guten Forschungsinfrastruktur sowie einer starken Umsetzung in Patente und High-Tech-Gründungen.

Unter den 29 Vergleichsregionen erreicht Mittelfranken die besten Platzierungen bei den High-Tech-Gründungen mit Rang 4 und bei den Patentanmeldungen insgesamt mit Rang 5. Hochschul- und Ingenieurdichte liegen jeweils auf Rang 8. Alle acht untersuchten Kennzahlen erreichen mindestens Rang 11.

Die Entwicklung ist jedoch nicht durchgehend positiv. Die allgemeine Patentintensität sank seit 2018 deutlich, die Digitalisierungs-Patentintensität seit 2017 um rund 62 Prozent. Das Hochschulpersonal ging zwischen 2021 und 2023 zurück. Die Ingenieurdichte stagniert seit mehreren Jahren. Auch die High-Tech-Gründungsintensität liegt langfristig deutlich unter früheren Höchstständen.

Quelle: HeyHUGO/IW Consult. Eigene Darstellung

Übersicht über Innovationsindikatoren

Mittelfranken erreicht bei sämtlichen Indikatoren einen Platz im oberen Bereich. Besonders stark sind die innovationsbezogenen Ergebnisse, also High-Tech-Gründungen und Patentanmeldungen.

Quelle: HeyHUGO/IW Consult. Eigene Darstellung

Die Region liegt bei Hochschuldichte, Hochschulpersonal, Ingenieurdichte, Patentanmeldungen und High-Tech-Gründungen über dem Deutschlandwert. Relative Lücken zeigen sich bei außeruniversitären MINT-Forschungseinrichtungen und Digitalisierungs-Patenten.

Quelle: HeyHUGO/IW Consult; Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft; Arbeitskreis Erwerbstätigenrechnung. Datenstand 03.09.2025, Revision 16.04.2026. Eigene Darstellung

FuE-Personal

Die betriebliche Forschung hat sich deutlich erholt. Nach dem Tiefpunkt von 9,2 Mitarbeiter je 1.000 Erwerbstätige im Jahr 2007 stieg die FuE-Personalintensität auf 13,3 im Jahr 2023. Seit 2017 beträgt der Zuwachs rund 25 Prozent. Zwischen 2021 und 2023 erhöhte sich der Wert allerdings nur noch geringfügig.

13,3 je 1.000 ErwerbstätigeRang 11 + 25 %  seit 2017

 

Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft und HeyHUGO/IW Consult. Revision 15.08.2026. Eigene Darstellung. Methodik: Der Indikator zählt einzelne Institute und Fakultäten und berücksichtigt räumliche Ausstrahlungseffekte. Er ist als Näherungsmaß der erreichbaren Hochschullandschaft zu verstehen.

Hochschuldichte mit Ausstrahlungseffekten

Die Hochschullandschaft ist eine klare Stärke Mittelfrankens. Der Näherungswert stieg von 551,1 im Jahr 2024 auf 594,6 im Jahr 2026. Der Zuwachs fiel stärker aus als im Bundesdurchschnitt, wodurch die Region ihren Vorsprung ausbauen konnte.

594,6 je 1 Mio. EinwohnerRang 8+23% gegenüber Deutschland

 

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Datenstandt 22.09.2025, Revision 25.06.2026. Eigene Darstellung.

Hochschulpersonal

Das wissenschaftlich-künstlerische Hochschulpersonal bleibt über dem Bundesdurchschnitt, entwickelt sich zuletzt aber rückläufig. Von 2021 bis 2023 sank die Dichte von 6,1 auf 5,5, während Deutschland bei 5,1 blieb. Der regionale Vorsprung hat sich dadurch deutlich verkleinert.

5,5 je 1.000 EinwohnerRang 11 -10% 2021 bis 2023

 

Quelle: Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. Datenstand 02.02.2025, Revision 15.01.2026. Eigene Darstellung

Ingenieurdichte

Die technisch-industrielle Fachkräftebasis ist stark, wächst aber nicht mehr erkennbar. Seit 2018 liegt der gerundete Wert bei 3,2 Prozent. Deutschland hat sich inzwischen auf 3,0 Prozent angenähert.

3,2% der BeschäftigtenRang 8  + 0,2 Pp. gegenüber Deutschland
Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft und IW Consult. Revision 15.08.2026. Eigene Darstellung

MINT Forschungseinrichtungsdichte

Bei außeruniversitären MINT-Forschungseinrichtungen besteht Ausbaupotenzial. Mittelfranken liegt trotz Rang 9 unter dem Deutschlandwert und deutlich hinter Oberbayern sowie der führenden Region Braunschweig. Die strukturelle Stärke der Region liegt stärker im Hochschulsystem als bei außeruniversitären Instituten.

47,5 je 1 Mio. EinwohnerRang 9- 21 % gegenüber Deutschaland

 

Patentanmeldungen insgesamt und Digitalisierungs-Patente

Die Patentintensität ist weiterhin eine herausragende Stärke, entwickelt sich jedoch deutlich rückläufig. Die gesamten Patentanmeldungen liegen 2022 knapp 60 Prozent über dem Bundeswert. Bei den Digitalisierungs-Patenten unterschritt Mittelfranken 2022 erstmals den Deutschlandwert.

192,8 Patente gesamtRang 5- 62 % Digitalpatente seit 2017

 

Quelle: IW Köln, IW-Patentdatenbank; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen. Datenstand 05.09.2025, Revision 15.01.2026. Eigene Darstellung. Methodik: Patente werden dem Sitz des anmeldenden Unternehmens zugeordnet. Veränderungen bei einzelnen großen Anmeldern oder organisatorische Verlagerungen können den Regionalwert beeinflussen. Das jüngste vollständige Patentjahr ist 2022.

High-Tech-Gründungsintensität

Mittelfranken gehört zu den führenden deutschen High-Tech-Gründungsregionen, allerdings auf einem langfristig gesunkenen Niveau. Seit 2022 ist eine Stabilisierung bei 1,5 erkennbar. Ein neuer Gründungsschub zeigt sich bislang nicht.

1,5 Erwachsene je 10.000 ErwachseneRang 4- 52 % gegenüber Höchstwert 2000

 

Quelle: ZEW, Mannheimer Unternehmenspanel; Statistisches Bundesamt; eigene Berechnungen. Datenstand und Revision 03.03.2026. Eigene Darstellung

Wirtschaft trifft Wissenschaft

Wirtschaft trifft Wissenschaft

Forschungsergebnisse sollen nicht im Verborgenen bleiben, sondern Hand in Hand mit der Wirtschaft in marktfähige Produkte oder Verfahren umgesetzt werden. Hierbei leisten die Hochschulen neben ihren originären Aufgaben Lehre und Forschung einen wichtigen Beitrag zu Innovation in ihrer Region.

Dabei ist ein erfolgreicher Transfer ein wechselseitiger Prozess: Unternehmen sind nicht nur Impulsgeber für neue Forschungsziele auf Seiten der Hochschulen oder Forschungseinrichtungen, sondern können gleichzeitig auch mit Praxiswissen die Wissenschaft bereichern. Denn oftmals fehlt bei Erfindungen, die in Hochschul- und Forschungseinrichtungen entstehen, die Entwicklung bis zur Marktreife, um zu einer erfolgreichen Innovation zu werden. Zugleich erhalten Unternehmen neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Forschung, die sie in neue Verfahren, Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen umsetzen können.

Es lohnt sich: Durch partnerschaftliche Beziehungen zu regionalen Hochschulen oder zu außeruniversitären Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen kommt zusätzliches Know-how ins Unternehmen. Schon heute kooperieren viele unserer IHK-Mitgliedsunternehmen mit regionalen Hochschulen oder Forschungseinrichtungen – und das mit Erfolg. Dabei versteht sich die IHK Nürnberg für Mittelfranken als Mitinitiatorin und Vermittlerin von Kontakten zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.

Sie erfahren mehr über die Hochschul- und Forschungsregion hier.

 

Webcode: P229