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Medizin | Gesundheit

Lösungen für eine optimierte Gesundheitsversorgung

Lösungen für eine optimierte Gesundheitsversorgung

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Dr.-Ing. Robert Schmidt

Dr.-Ing. Robert Schmidt

Leiter des Geschäftsbereichs Innovation | Umwelt; Grundsatzfragen Innovations-, Industrie-, Technologie-, Digital-, Energie- und Umweltpolitik Tel: +49 911 1335 1299
Dr. rer. nat. Elfriede Eberl

Dr. rer. nat. Elfriede Eberl

Innovation, Forschung, Hochschulen, Technologietransfer Tel: +49 911 1335 1431

Die Metropolregion ist in der Medizintechnik bereits ein international herausragender Leuchtturm. Im strategischen Entwicklungsleitbild der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) ist das technologisch bedeutsame Kompetenz- und Wachstumsfeld "Medizin und Gesundheit" als besonders entwicklungsfähig herausgehoben. Jedoch ist der Wettbewerbsdruck für die Unternehmen im Gesundheitsmarkt groß. Auch stehen die Regionen in zunehmendem Maße in Konkurrenz zueinander um qualifizierte Arbeitskräfte. Hier besteht für die regionale Wirtschaft und Wissenschaft die Chance, sich in diesen Feldern zu positionieren. Sie nutzen diese heute schon und können durch innovative Lösungsansätze die Gesundheitsversorgung effektiver und effizienter gestalten sowie engagierten Menschen ein interessantes Arbeitsumfeld bieten.

Die außerordentliche Dichte an Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Medical Valley EMN lässt sich zudem an der Beschäftigtenzahl ablesen. Rund 127 000 Personen konnten im Jahr 2014 dem Kompetenzfeld zugerechnet werden. Mit 9,2 Prozent aller Beschäftigten in der Metropolregion ist rund jeder elfte Arbeitnehmer mit dem Kompetenzfeld „Medizintechnik und Gesundheit“ verbunden. Im Einzugsgebiet der Hochschulen und insbesondere der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg gibt es zur Zeit 60 Lehrstühle mit medizin-technischem Schwerpunkt, 20 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, 40 Kliniken und über 180 Unternehmen, die mit Medizintechnik wirtschaftlich erfolgreich sind. Diese Fülle an Expertise birgt das Erfolgsgeheimnis der Region. Dieses basiert im internationalen Vergleich auf den herausragenden Kompetenzen in Schlüsseltechnologien der Medizintechnik: Elektronik und Mikrosystemtechnik, Mechatronik, Informations- und Kommunikationstechnik, optische Technologien und Neue  Materialien.

Diese außergewöhnliche Konzentration auf engem Raum bietet in Kombination mit der internationalen Markt- und Wettbewerbsposition einzelner Akteure beste Voraussetzungen, um aus Ideen schnell Produkte, Prozesse und Dienstleistungen zu entwickeln. Wie herausragend dieser Cluster ist, wurde im Januar 2010 durch die Ernennung zum nationalen Spitzencluster durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hervorgehoben. Seit 2012 bietet die EMN als Modellregion für digitale Gesundheitswirtschaft Lösungen für "Sektorübergreifende Kommunikation von Medikationsdaten", "Personalisierte Medizin im Kindesalter" und "Mobile Versorgungsakte im ländlichen Raum".

Seit 1998 ist das Kompetenzfeld "Medizin und Gesundheit" fester Bestandteil strategischer Regionalentwicklung, getragen von Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Politik. Diesem Kompetenzfeld kommt heute im Entwicklungsleitbild der EMN unter Federführung der IHK Nürnberg für Mittelfranken eine herausragende Stellung zu. Ziele dieser Bemühungen sind, Akzente für die Entwicklung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts im Bereich Medizintechnik und Gesundheit zu setzen und das Potenzial neuer Technologien zur Effizienzsteigerung im Gesundheitssystem zu nutzen. Die vielseitigen Initiativen von regionalen Akteuren und die Unterstützung durch die Bayerische Staatsregierung führte im Jahr 2003 zur Fertigstellung des Gründerzentrums "Innovationszentrum Medizintechnik und Pharma" – in direkter Nähe zur universitären Medizinforschung – dem heutigen Medical Valley Center (MVC) in Erlangen.

Es ist eines der erfolgreichsten Gründerzentren Deutschlands mit über 40 Firmen und bis zu 250 neu geschaffenen Arbeitsplätzen. Zu dem ist durch das neue Gründerzentrum in Forchheim für Unter nehmen mit dem Schwerpunkten Healthcare IT ein zusätzliches Angebot entstanden. Die Nürnberger IHK ist Gründungsmitglied und bis heute Gesellschafterin der Betriebsgesellschaft der Medical Valley Center GmbH. Zudem ist sie im Aufsichtsrat der MVC GmbH vertreten und hat dort seit Jahren den Vorsitz inne. In diesem Umfeld wurde 2007 der Medical Valley EMN e.V. gegründet, um die Aktivitäten zu bündeln. Vorausgegangen waren langjährige Aktivitäten der "Kompetenzinitiative Medizin | Pharma | Gesundheit", einem losen Initiativ- und Förderernetzwerk. Der Verein ist mittlerweile integraler Bestandteil der übergeordneten Entwicklungsstrategie in der EMN und die Nürnberger IHK wirkt seit der Vereinsgründung im Vorstand mit.

Neben diesen Aktivitäten unterstützt die Nürnberger IHK mit eigenen Beratungsleistungen und Angeboten, wie z. B. mit dem IHK-AnwenderClub "Medizin und Gesundheit", den Technologietransfer und die Netzwerkarbeit. Aktuell fördert die IHK Nürnberg die Initiative zur Entwicklung eines systematischen Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM), in dem zahlreiche regionale Pilot-Unternehmen mitwirken. Auf Bundesebene vertritt sie im Ausschuss "Gesundheitswirtschaft" des Deutschen Industrie- und Handelskammertages die Interessen der regionalen Gesundheitswirtschaft. Heute bietet der Medical Valley EMN  e.V. Unterstützung auf allen Stufen der Medizinproduktentwicklung u. a. mit Fördermittelberatung, Networking, Veranstaltungen, Marketingaktivitäten sowie Aus- und  Weiterbildung. Mit diesem Engagement konnte die Voraussetzung für die Teilnahme am Spitzenclusterwettbewerb des BMBF geschaffen werden.

Der Verein Medical Valley EMN wurde 2010 mit dem Antrag "Exzellenzzentrum für Medizintechnik" nationaler SpitzenCluster. Der SpitzenCluster "Medizintechnik" ist Ausdruck einer über die Jahre gewachsenen Expertise in puncto Gesundheitsversorgung, Medizin und Medizintechnik. Die Mitglieder des Medical Valley EMN e.V. stehen allesamt für eine innovative Medizin- und Gesundheitsregion. Ein Indikator dafür ist die Patentanmeldung. Im IHK- Report "Patente in Bayern 2014 ist im bundesweiten Vergleich der Anteil der EMN in den Bereichen "Diagnostik, Chirurgie" mit rund 30 Prozent und "Röntgentechnik" mit über 60 Prozent angegeben. Das Medical Valley EMN e.V. hat zusammen mit dem Forum Med-Tech Pharma e.V. bis 2019 das Management für den bayerischen Cluster "Medizintechnik" inne. Ein weiteres starkes Signal für den Medizinstandort ist die geplante Verlagerung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege von München nach Nürnberg.

Lösungen nach Maß aus dem Medical Valley EMN

Innovative Medizintechnik ist in der Metropolregion fest verwurzelt. Die dort konzentrierten Querschnittstechnologien Mechatronik, Leistungselektronik, Optik | Laser | Photonik, Nano- und Biotechnologie tragen aktuelles wissenschaftliches Know-how in die Medizintechnik ein. Die Biomedizin und –informatik im Raum Würzburg liefern die notwendigen Ergänzungen zur interdisziplinären Forschung und Produktentwicklung im Bereich Funktionelle Bildgebung, Biomarker und Biomaterialien. Dazu kommen in Oberfranken Entwicklungen aus dem Bereich funktionelle Textilien und Ernährung. Insgesamt ergibt sich ein sehr dichter, äußerst produktiver, überregional ausstrahlender "Cluster Medizintechnik", der in seinem breiten Produktportfolio und seiner Leistungsfähigkeit in der Bundesrepublik einmalig ist. In folgenden wichtigen Produktkategorien der Medizintechnik sind die Partner des Medical Valley EMN auch international führend: Computertomographie, Magnetresonanztomographie, interventionelle Bildgebung (bildgebende Diagnostik),  Refraktive Chirurgie mit Laser, Lithotripsie, Endoskopie (Therapiesysteme) Sensorik, medizinische Informationssysteme, Homecare, Tele-Reha, Monitoring (Telemedizin), Herzschrittmacher und Revisionsimplantate (Hightech-Implantate). Die Vernetzung der unterschiedlichen Akteure aus Forschung, Produktion, Dienstleistung und Service fördert und beschleunigt die Entwicklung und Umsetzung neuer Produkte und Verfahren im Gesundheitsbereich. Aber auch Gründerzentren wie das Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) und die Medical Valley Centers in Erlangen und Forchheim sind wichtige Anlaufstellen für Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen sowie für die Wissenschaft.

Beispiele für Unternehmen und ihre hoch innovative Produkte

Peter Brehm GmbH, geründet 1981, ist Hersteller für Implantate aus Titan: Hüft-, Knie- und Wirbelsäulen-Implantate, Kiefergelenk – auch die Instrumente  zum Einbringen der Implantate in den menschlichen Körper gehören zum Programm. Das Unternehmen war 2014 Innovationspreisträger Bayern.

Als Pionier entwickelte Herr Prof. Max Schaldach 1963 den ersten Herzschrittmacher. Damit wurde die Basis für zahlreiche innovative Entwicklungen in der kardiovaskulären Medizintechnik gelegt. Heute werden Patienten mit aktiven Herzimplantaten weltweit mit dem Biotronik Home Monitoring-System, eine internetbasierte Lösung zur Fernüberwachung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen, überwacht.

Das Unternehmen Corscience GmbH & Co. KG in Erlangen ist ein führendes Medizintechnik-Unternehmen, das sich auf die Erforschung, Entwicklung und Herstellung innovativer Technologien und Produkte im Bereich der kardiovaskulären Therapie und Diagnose spezialisiert hat. Es nutzt u. a. elektronische Komponenten für den Bau von automatischen externen Defibrillatoren.

Weitere Unternehmen sind Wavelight GmbH (Entwicklung und Produktion moderner Diagnose- und Operationstechnologie zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten), Sepp.med GmbH (IT-Lösungen mit integrierter Qualitätssicherung in komplexen, sicherheitskritischen Bereichen), ASTRUM IT GmbH (Software im Bereich Healthcare und Medizintechnik), Bio-Gate AG (antimikrobielle Produkte) oder auch PAUSCH Medical GmbH (Zubehör im Röntgenbereich).

Diese und zahlreiche weitere bieten innovative Produkte für den Gesundheitsmarkt an.  Nicht zuletzt ist Siemens Healthineers GmbH als weltgrößter Anbieter von elektromedizinischen Geräten, Systemen und Anlagen eine wesentliche Lokomotive des Kompetenzfeldes. Begleitet werden diese Unternehmen durch Forschungsaktivitäten der Hochschulen und FuE-Einrichtungen – insbesondere durch die FAU Erlangen-Nürnberg,  durch das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) und durch das Fraunhofer Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB) sowie durch das Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts und dem Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin. Diese und weitere Einrichtungen, z. B. Diakonie Neuendettelsau, Reha-Kliniken, Rummelsberger Anstalten und weitere private Kliniken, tragen nicht nur zur höchsten medizinischen Versorgungsstufe bei, sondern sind auch Ideengeber und Teststationen für neue Entwicklungen.

Das Bild der Gesundheitsversorgung kann mit innovativen Technologien und Dienstleistungen des Medical Valley verändert werden. Gelingt es, die entwickelten Produkte und Dienstleistungen im bestehenden Gesundheitssystem zu integrieren, so können neue Standards für eine effiziente Versorgung gesetzt werden – auch international.

Fachkräfte für die Gesundheitswirtschaft

Für alle Medizin- und Gesundheitsakteure ist der qualifizierte Nachwuchs ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die FAU sowie zwei Hochschulen für angewandte Wissenschaften bieten Studiengänge für Medizintechnik an. Koordiniert wird der Studiengang Medizintechnik an der FAU durch das Zentralinstitut für Medizintechnik (ZIMT). Das ZIMT bildet dabei die Schnittstelle zwischen den ingenieurwissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen und medizinischen Fakultäten. Weitere hochspezialisierte Studiengänge an der FAU sind u. a. der Master of Health Business Administration und Integrated Life Science. Der erfolgreiche, von der Medizinischen Fakultät initiierte Studiengang Medical Process Management ist bundesweit einmalig. Weitere relevante Berufe in der Gesundheitswirtschaft angefangen vom Chemielaborant, Chirurgie-Mechaniker, Augenoptikern, Hörgeräteakustiker bis hin zum Gesundheits- und Krankenpfleger werden über die duale Berufsausbildung abgeschlossen. Die IHKs in der EMN begleiten und unterstützen Unternehmen bei der Ausbildung ihrer Mitarbeiter; beispielhaft zu nennen ist hier die Publikation "HealthCareer" der IHK.

Die Region ist hervorragend aufgestellt, um die strategischen Ziele der Zukunft zu erreichen. Diese sind: Weltweit als Referenzregion im Bereich Medizin und Gesundheit wahrgenommen zu werden, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Medizintechnik weiter zu sichern und auszubauen, den Wissen- und Technologietransfer maximal zu forcieren sowie die Anziehungskraft für Fachkräfte in der EMN zu erhöhen. Langfristig wird, mit Unterstützung der Nürnberger IHK, in der EMN eine Modellregion für eine effiziente und optimale Gesundheitsversorgung mit noch größerer internationaler Ausstrahlungskraft entstehen.

 
 
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