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IHK-Forderung: Massiv in Hightech investieren!

"IHK-Hightech-Zukunftsprogramm Mittelfranken 2025"

Datum: 13.06.2018
 

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Dr. -Ing. Robert Schmidt

Dr. -Ing. Robert Schmidt

Leiter des Geschäftsbereichs Innovation | Umwelt, Grundsatzfragen Innovations-, Technologie-, Energie- und Umweltpolitik, Umweltschutz, Energie- und Biotechnik Tel: +49 911 1335 299

Nürnberg – Die Region Mittelfranken in Forschung und Entwicklung (FuE) für die Zukunft fit machen: Dieses Ziel verfolgt die IHK Nürnberg für Mittelfranken mit ihrem "Hightech-Zukunftsprogramm Mittelfranken 2025". Das Konzeptpapier wurde vom IHK-Ausschuss "Industrie | Forschung | Technologie" erarbeitet und jetzt von der IHK-Vollversammlung einstimmig verabschiedet.

Das Programm benennt 28 konkrete Projekte, um die Technologie-Infrastruktur der Region weiter zu entwickeln. Das Projektpaket hat ein Gesamtvolumen von rund 380 Mio. Euro, von denen etwa 270 Mio. Euro aus staatlichen Mitteln aufgebracht werden müssten. „Die IHK will sich mit ihrer Initiative aktiv in die Strategieentwicklung der Region einbringen und einen Beitrag zur forschungspolitischen Diskussion leisten“, so IHK-Präsident Dirk von Vopelius. „Wir müssen jetzt massiv in Hightech investieren!“

„Die Vorhaben unseres ,Hightech-Zukunftsprogramms‘ beziehen sich auf Technologien, in denen unsere Wirtschaftsregion besonders starkes Know-how hat und die für Wachstum und Arbeitsplatzsicherung große Bedeutung haben“, so Carl-Joachim von Schlenk-Barnsdorf, Vorsitzender des IHK-Ausschusses „Industrie | Forschung | Technologie“. Die 28 Projekte hätten starken Praxisbezug und hohe Relevanz für den Technologietransfer in die Wirtschaft, außerdem sei jeweils eine umfangreiche Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen vorgesehen.

Die Projekte, deren Realisierung und Förderung die Nürnberger IHK dem Freistaat Bayern zur Unterstützung empfiehlt, orientieren sich an den technologischen Kompetenz- und Aktionsfeldern, die im „Leitbild für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung (WaBe) der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN)“ festgelegt wurden:

Kompetenzfelder: Medizin und Gesundheit; Information und Kommunikation; Neue Materialien; Energie und Umwelt; Automation und Produktionstechnik; Verkehr und Logistik

Aktionsfelder: digitale Gesundheitswirtschaft, nachhaltige Energiesysteme, vernetze Produktion sowie intelligente Mobilität.

Eine Auswahl der Projekte, die aus Sicht der IHK Nürnberg für Mittelfranken vordringlich sind:

Medizin und Gesundheit: Um die Region als Zentrum der Medizintechnik zu stärken, empfiehlt die IHK die Förderung von Forschungsaktivitäten, um durch Digitalisierung die Versorgung der Patienten zu verbessern und die Effizienz im Gesundheitswesen zu steigern. Bei einem Vorhaben, das vom Medical Valley Center in Erlangen koordiniert wird, geht es um Pflegeassistenzsysteme und Pflegeroboter, die das Pflegepersonal entlasten sollen. Prävention, Altersmedizin, Reha und Sport sind Themen des „GesundheitsLab Bad Windsheim“, das die Versorgung von Senioren und Patienten im ländlichen Raum sowie die Wirtschaftsstruktur verbessern soll.

Informations- und Kommunikationstechnik: Um die Ausbildung in Westmittelfranken in digitalen Zukunftsfeldern zu verbessern, setzt sich die IHK für das „Zentrum Digitale Medien und Innovation (ZDM)“ ein, das an der Hochschule Ans­bach eingerichtet werden soll. Ausgebaut werden sollte das Leistungszentrum Elektroniksysteme (LZE) in Erlangen, an dem Wissenschaftler der Erlanger Fraunhofer-Institute und der Universität Erlangen-Nürnberg gemeinsam an neuen Technologien für Leistungs- und Low-Power-Elektronik arbeiten. An den Einzelhandel richtet sich das geplante Zentrum für „Smart Future Retail“ (SFR), bei dem die IHK als Kooperationspartner fungiert: Entstehen sollen zwei Pilot-Läden in Innenstadtlagen, in denen Wissenschaftler und Händler gemeinsam neue Lösungen für den digitalisierten Einzelhandel erarbeiten.

Neue Materialien: Die Entwicklung neuer Werkstoffe und neuer Produktionsverfahren ist nach Auffassung der IHK eine Zukunftstechnologie von großer Bedeutung für Fahrzeugbau, Energietechnik, Medizintechnik und viele andere Bereiche. In der Region sollten deshalb u. a. folgende Projekte vorangetrieben werden: neue Verbindungstechnologien für Verbundbauteile (Technische Hochschule Nürnberg), ölresistente Hochleistungskunststoffe (Kunststoffcampus Bayern in Weißenburg), Transferstelle für Lasertechnik und optische Technologien (Bayerisches Laserzen­trum in Erlangen), Modellfabrik zur Herstellung hybrider Komponenten und Baugruppen (Neue Materialien Fürth GmbH) sowie Universitäres Tomographiezentrum Nordbayern (Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik in Fürth-Atzenhof).

Energie und Umwelt: Um die Kompetenz der Wirtschaftsregion zu sichern, mahnt die IHK die finanzielle Sicherung und Fortführung bewährter Einrichtungen an: Energie Campus Nürnberg (EnCN), Projekt „Green Factory Bavaria“ (Unterstützung von Unternehmen bei der energieeffizienten Produktion) sowie „Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern“ (Beratung von Unternehmen beim effizienten Materialeinsatz). Weitere von der IHK unterstützte Vorhaben beschäftigen sich mit „intelligenter“ Landwirtschaft (z. B. kognitive Sensorsysteme zur Optimierung der Pflanzenzucht), nachhaltige und energieeffiziente Stadtquartiere („Energy Technology Transformation Lab“ des Nuremberg Campus of Technology) sowie neue Nanomaterialien für Brennstoffzellen (TH Nürnberg).

Automation und Produktionstechnik: In diesem Bereich geht es laut IHK insbesondere darum, die Chancen der Digitalisierung („Industrie 4.0“) zu nutzen und die Energieeffizienz in der Produktion zu erhöhen. Einige der Vorhaben, die im „Hightech-Zukunftsprogramm“ genannt werden: additive Herstellung von mechatronischen Produkten (TH Nürnberg), Entwicklung neuartiger Signal- und Leistungsnetze (Uni Erlangen-Nürnberg in Kooperation mit der regionalen Kabelindustrie), neue elektrische Antriebstechnologien und kontaktlose Energieübertragung (E-Drive-Center an der Uni Erlangen-Nürnberg), digitale Modellfabrik für die Herstellung von neuartigen Blechbaugruppen (Uni Erlangen-Nürnberg), autonome Service-Roboter für das Handling von Waren und für die Logistik (TH Nürnberg), Roboter-Anwendungen für den Massenmarkt (Social Robots Center in Erlangen), „künstliche Haut“ zur besseren Interaktion von Mensch und Maschine (Uni Erlangen-Nürnberg) sowie neue optische Sensoren für die Industrie (TH Nürnberg).

Verkehr und Logistik: Die Digitalisierung bietet auch große Potenziale, um die Effizienz in der Verkehrstechnik zu verbessern. Das gilt beispielsweise für das autonome Fahren, mit dessen Weiterentwicklung sich ein aktuelles Projekt unter Federführung der TH Nürnberg und des Zentrums Digitalisierung Bayern beschäftigt. Außerdem setzt sich die IHK für die Förderung des Pilotprojekts „Digitalisierter Schienengüterverkehr Bayern“ ein, von dem in der Region z. B. der Rangierbahnhof Nürnberg und das Terminal für den Kombinierten Verkehr am Hafen Nürnberg profitieren würden. Unter Federführung der TH Nürnberg geht es dabei u.a. um autonomes Fahren von Schienenfahrzeugen und um Fahrerassistenzsysteme für Rangierloks.

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