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Mittelfränkische Wirtschaft legt noch eine Schippe drauf

IHK-Konjunkturklima - Betriebe melden Rekordhoch und erwarten weiteren Aufschwung

Datum: 05.02.2018
 

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Dr. Maike Müller-Klier

Dr. Maike Müller-Klier

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Nürnberg – Die Auftragsbücher sind voll und die Aussichten für 2018 bestens: Die Wirtschaft in Mittelfranken startet auf Hochtouren in das neue Jahr. Die bereits sehr positive Stimmung in der mittelfränkischen Wirtschaft hat sich weiter verbessert.

Das gab es seit dem Boomjahr 1991 nicht mehr: 60 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen die gegenwärtige Geschäftslage als gut, nur etwa jeder zwanzigste Betrieb als schlecht. Damit erreicht der Saldo aus positiven und negativen Meldungen den höchsten Wert seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Und ein Ende des Aufschwungs ist nicht in Sicht: Ein Drittel der Betriebe rechnet mit einer weiteren Verbesserung der Geschäfte in den kommenden Monaten. Diese positive Einschätzung der Wirtschaft zu Jahresbeginn gilt branchenübergreifend. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die aktuellen Lageurteile und die Geschäftserwartungen zusammenfasst, steigt um 7 Punkte und erreicht mit aktuell 138,0 Punkten einen Rekordwert. „Die mittelfränkische Wirtschaft hat noch eine Schippe draufgelegt und übertrifft nochmals die hervorragenden Ergebnisse unserer letzten Konjunkturumfragen“, so IHK-Präsident Dirk von Vopelius.

Dynamik im In- und Ausland

Basis der guten Konjunktur in Mittelfranken ist die positive Entwicklung der Auftragsvolumina im In- und Ausland: Für den Binnenmarkt berichten rund 42 Prozent der Betriebe von gestiegenen Umsätzen, für das internationale Geschäft melden dies sogar 46 Prozent. Vor diesem Hintergrund bleiben auch die Investitions- und Beschäftigungsabsichten hoch. Während die Unternehmen vermehrt investieren, um Kapazitäten zu erweitern, bremst der Mangel an qualifiziertem Personal die Betriebe zunehmend aus. Für sechs von zehn Unternehmen bildet der Fachkräftemangel das größte Konjunkturrisiko.

Konjunkturklima nach Wirtschaftszweigen

Industrie: Die mittelfränkische Industriehat noch einmal deutlich an Schwung gewonnen, die Nachfrage nach ihren Erzeugnissen ist erfreulich hoch. Im Saldo hat sich die Geschäftslage der Industrieunternehmen gegenüber dem Jahreswechsel um weitere 4 Punkte verbessert, sie liegt aktuell bei einem Wert von +58. Zufrieden mit ihren aktuellen Geschäften zeigen sich 96 Prozent der Unternehmen, besonders stark ist die Dynamik in der Vorleistungsgüterindustrie. Die Industriebetriebe profitieren insgesamt von gestiegenen Auftragseingängen – und zwar gleichermaßen aus dem In- und Ausland. Im Ausland zeigen sich die EU und Nordamerika derzeit als attraktive Märkte, starke Impulse kommen weiterhin aus China und dem Asien-Pazifik-Raum. Angesichts des hohen Auftragsbestandes wird von einer guten Kapazitätsauslastung berichtet, über 90 Prozent der Betriebe zeigen sich hier zufrieden. Der Blick der mittelfränkischen Industrie in die Zukunft bleibt positiv: Rund 60 Prozent erwarten anhaltend gute Geschäfte, weitere 30 Prozent gehen von einem weiteren Anstieg des Auftragsvolumens aus. Entsprechend hoch sind die Beschäftigungs- und Investitionspläne der mittelfränkischen Industrie.

Bauwirtschaft: Die hervorragende Konjunktur im Baugewerbe setzt sich fort. Trotz des Winters freuen sich 79 Prozent der mittelfränkischen Bauunternehmen über eine verbesserte Geschäftslage, keines meldet eine Verschlechterung – ein bemerkenswertes Ergebnis angesichts der Saisonabhängigkeit der Bauwirtschaft. Mit einem Saldo von +79 Punkten weist der IHK-Index die bislang beste Lageeinschätzung in einer Wintersaison aus. Bei rund 40 Prozent der Unternehmen ist der aktuelle Auftragsbestand größer als saisonüblich, 70 Prozent der Bauunternehmen melden Vollauslastung. Nach wie vor profitiert die Bauwirtschaft von niedrigen Zinsen und steigenden Einkommen in der Region, hinzu kommen Ausgabenspielräume des Staates durch hohe Steuereinnahmen. Nach wie vor kommen aus dem Wohnungsbau die größten Zuwächse der Branche: Ein Drittel der Betriebe meldet hier ein gestiegenes Volumen. Der Ausblick in die kommenden Monate ist saisonüblich positiv: Mit einem Saldo von +15 Punkten erwarten die Bauunternehmen für das nächste Halbjahr eine weitere Ausweitung der Bautätigkeit. Zur Bewältigung ihrer Aufträge plant ein Fünftel der Baubetriebe, ihre Beschäftigtenzahl zu erhöhen. Bei den Investitionsplänen der Branche gibt es aktuell keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr.

Handel: So zufrieden zeigte sich der Handel seit über zehn Jahren nicht mehr: Zum Jahreswechsel bewerten 52 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut, weitere 44 Prozent sind zufrieden, nur 3 Prozent unzufrieden. Der Saldo liegt bei +49 und damit 5 Punkte über dem der Vorbefragung und deutliche 20 Punkte über dem Vorjahressaldo. Der Aufschwung im In- und Ausland hat den mittelfränkischen Handelsbetrieben im vergangenen Jahr eine sehr gute Saison beschert. Dies werde sich auch 2018 fortsetzen, erklärte die breite Mehrheit der Branche bei der IHK-Erhebung. Der Saldo der Geschäftserwartungen liegt aktuell bei +20 und ist damit deutlich um 7 Punkte gestiegen. Dabei erwarten die Einzelhändler (Saldo +6) weniger Dynamik als der Großhandel (Saldo +32) und die Handelsvertretungen (Saldo +50). Die Beschäftigungspläne folgen dieser positiven Markteinschätzung, die Branche hat weiterhin hohen Personalbedarf. Die Investitionstätigkeit bleibt auf hohem Niveau (+23).

Unternehmensnahe Dienstleistungen: Die unternehmensnahen Dienstleister in Mittelfranken sind höchst zufrieden: 62 Prozent von ihnen melden eine verbesserte Geschäftslage, weitere 36 Prozent berichten von anhaltend guten Geschäften, nur 2 Prozent verzeichnen einen Rückgang. Damit liegt der Saldo der Lageeinschätzung mit +60 um deutliche 13 Punkte über dem Ergebnis der Vorbefragung und damit auf Spitzenniveau. Besonders zufrieden zeigt sich innerhalb des Dienstleistungsgewerbes die Speditionswirtschaft, hier liegt der Saldo mit +69 neun Punkte über dem Branchenschnitt. Für die kommenden Monate erwarten die Betriebe der unternehmensnahen Dienstleister eine weitere deutliche Expansion, der Saldo der Erwartungen seigt um sieben Punkte auf +28 an. Neben den Spediteuren gehen insbesondere die Betriebe der Informations- und Kommunikationswirtschaft (IuK) davon aus, dass die Geschäfte weiter anziehen. Insgesamt schrauben die Dienstleister ihre Beschäftigungs- und Investitionspläne hoch.

Verbrauchernahe Dienstleistungen: Die verbrauchernahen Dienstleistungen bewerten ihre Geschäftslage nochmals besser als im vergangenen Jahr. 60 Prozent der Unternehmen berichten von einer Verbesserung der Geschäfte, eine gegenteilige Entwicklung meldet nur jeder zehnte Betrieb. Damit steigt der Saldo um vier Punkte auf einen Spitzenwert von +51 an. Dass auch in den kommenden Monaten gute Umsätze gemacht werden, davon geht die Branche aus: 60 Prozent der verbrauchernahen Dienstleister prognostizieren konstant gute Geschäfte, 32 Prozent erwarten Zuwächse und nur 9 Prozent Rückgänge. Im Saldo steigt der Erwartungswert um 12 Punkte auf +23 an, was sich auch in den Investitionsplänen niederschlägt. Mit einem Saldo von +19 zeigen sich die verbrauchernahen Dienstleister weiterhin investitionsfreudig. Mit Einstellungen beim Personal rechnet die Branche nach wie vor nicht – qualifizierte Mitarbeiter zu finden ist für die Dienstleister momentan besonders schwer.

Ausblick

Die deutsche Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs: Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2017 um 2,2 Prozent höher als im Vorjahr. Das war das achte Jahr in Folge mit Wirtschaftswachstum. Im Vergleich zu den Vorjahren konnte das Tempo nochmals erhöht werden. Für das Jahr 2018 sagen renommierte Forschungsinstitute der deutschen Wirtschaft das stärkste Wachstum seit 2011 voraus, die Prognosen liegen derzeit zwischen 2,3 und 2,6 Prozent. Was kann diese Hochkonjunktur gefährden? Die politische Unsicherheit durch das Ergebnis der Bundestagswahl macht den Unternehmen bisher keine allzu großen Sorgen. Von der geschäftsführenden Bundesregierung werden keine schwerwiegenden Veränderungen für die Wirtschaft erwartet – das bedeutet erst einmal Planungssicherheit für die Unternehmen und keine zusätzlichen Belastungen in einer wirtschaftlich wichtigen Phase. Mittelfristig wird allerdings eine handlungsfähige und entscheidungswillige Regierung benötigt. Und diese müsse sich dann vor allem dem Themenfeld Qualifizierung und Fachkräftesicherung widmen, so die befragten Betriebe. Denn der Fachkräftemangel ist derzeit das mit Abstand größte Risiko der wirtschaftlichen Entwicklung der mittelfränkischen Unternehmen.

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