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Schnelle Datenübermittlung

Im vergangenen Jahr haben E-Plus, O2, T-Mobile und Vodafone mit der kommerziellen Vermarktung von UMTS begonnen. Auch in vielen Städten Mittelfrankens steht das Netz der dritten Mobilfunkgeneration schon zur Verfügung (siehe Karte). Damit ist ein Kürzel erlebbar geworden, das seit der berühmten Lizenzversteigerung im Sommer 2000 durch die Medienlandschaft in Deutschland geisterte, aber für den Anwender nicht fassbar war.

UMTS steht für „Universal Mobile Telecommunications System“. Das Übertragungsverfahren schafft die technische Voraussetzung für die Übermittlung großer Datenmengen in hoher Geschwindigkeit. UMTS erhöht die Datenübertragungsrate im Mobilfunk auf derzeit bis zu 384 Kilobit pro Sekunde (kbit/s), das entspricht der sechsfachen ISDN-Geschwindigkeit. Im bisherigen Mobilfunkstandard GSM (Global System for Mobile Telecommunication) waren dank des Übertragungsverfahrens GPRS (General Paket Radio Service) Durchsatzraten mit knapper ISDN-Geschwindigkeit (56 kbit/s) möglich. Während die Übermittlung eines Farbbildes von 72 Kilobyte (KB) mit GPRS noch gut eine Minute dauerte, benötigt UMTS dafür keine zwei Sekunden.

UMTS ermöglicht nicht nur die Übertragung von Bildern, sondern auch Audio- und Videosequenzen können ohne lange Ladezeiten auf das Handy übertragen werden. Dadurch eröffnen sich Chancen für neue mobile Anwendungen und Dienstleistungen.

Im Geschäftskundensegment liegen die Vorteile schon heute klar auf der Hand. Wen früher vor jeder längeren Dienstreise milde Panikattacken gequält haben, weil sich vor seinem geistigen Auge Berge von unbeantworteten Mails auftürmten, der weiß die Vorteile einer UMTS-Datenkarte zu schätzen. Wenn der Laptop mit einer solchen Datenkarte ausgestattet ist, können Mitarbeiter heute in praktisch jeder größeren Stadt in Deutschland ihre e-mails mobil bearbeiten, Terminkalender und Kontaktdaten von unterwegs synchronisieren, auf das Firmen-Intranet zugreifen oder im Internet recherchieren – und das alles in ansprechender Geschwindigkeit. So lassen sich Wartezeiten im Hotel, am Flughafen oder zwischen zwei Terminen sinnvoll nutzen.

Wie geht es mit UMTS weiter? Drei Dinge werden entscheidend sein:

? Die Netzbetreiber stehen vor der Aufgabe, UMTS für den Massenmarkt, also für die Privatkunden, interessant zu machen. Das größte Entwicklungspotenzial wird dabei der Videotelefonie und dem Download von Musik-Files und Nachrichten-Clips auf das Handy zugeschrieben.
? Der Ausbau des UMTS-Netzes muss vorangetrieben werden. Dabei wird nicht die Versorgung der Fläche im Zentrum stehen, sondern der Ausbau der Ballungsräume. Hier muss das Netz verdichtet werden, um die steigenden Nutzerzahlen abfangen und um eine gute Inhouse-Versorgung sicherstellen zu können.
? Die Technik muss weiter entwickelt werden. Bereits auf der CeBIT 2005 werden erste Showcases zu sehen sein, die mit einer Datenübertragungsgeschwindigkeit von zwei Megabit (Mbit) arbeiten. Die zu Grunde liegende HSDPA-Technik (Highspeed Downlink Packet Access) sollte möglichst rasch für die Nutzer zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus sollten auch andere Techniken wie etwa WLAN nicht vernachlässigt werden. UMTS bietet gemeinsam mit GSM (GPRS) und W-LAN die Grundlage dafür, dem Kunden immer die schnellstmögliche Netzverbindung zu bieten – egal wo er sich gerade aufhält. Die Basis für das Konzept ist das GSM-Netz, das in Deutschland praktisch flächendeckend zur Verfügung steht. In gut 250 Städten wird dieses Netz durch UMTS ergänzt. Darüber hinaus gibt es an Orten mit besonders hoher Nutzung wie beispielsweise Hotel-Lobbys oder Flughäfen so genannte HotSpots. Hier können sich die Nutzer über W-LAN einwählen und Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu elf Mbit/s nutzen. T-Mobile z.B. wird bis zum Jahresende weltweit rund 15 000 solcher HotSpots anbieten. Abgerechnet wird die Nutzung aller drei Netze über die Mobilfunkrechnung zu einem Preis.

Michael Keller, michael.keller@t-mobile.de
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 03|2005, Seite 14

 
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