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Genossenschaftsbanken

Verbraucher von EU in die Irre geführt

Die Volks- und Raiffeisenbanken wenden sich gegen die Einrichtung von Gebührenkatalogen und Vergleichsportalen, wie sie die EU-Kommission vorgeschlagen hat.

Die EU will damit die Finanzdienstleistungen europaweit transparenter gestalten. Prof. Stephan Götzl, Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern, erklärte bei einem Pressegespräch in Nürnberg, damit würden die Verbraucher in die Irre geführt, denn das günstigste Produkt sei noch lange nicht das individuell beste. Mit dem mittelfränkischen Bezirkspräsidenten Manfred Geyer (Ansbach) war er sich einig, dass die notwendige Information des Kunden bei standardisierten Einheitsprodukten mit dem Preis als einzigem Unterscheidungsmerkmal auf der Strecke bleiben würde.

Nicht berücksichtigt würden bei undifferenzierten Vergleichen zudem die Beratungs-und Servicequalität, die Dichte des Geldautomatennetzes oder die Möglichkeit einer kostenlosen Geldabhebung am Automaten. Preishöchstgrenzen bei standardisierten Produkten, wie sie der EU vorschweben, seien ordnungspolitisch falsch. Hier bestehe die Gefahr, dass der Kunde bei staatlicher Preisregulierung unter dem Strich mehr bezahlen müsse als bei freier Preisbildung.

Für die Genossenschaftsbanken hat auch eine von EU und deutschen Parteien geforderte Preisregulierung von Bankdienstleistungen einen „marktverzerrenden Effekt“. Götzl wandte sich dagegen, die Bankberatung auf Honorarbasis zum bevorzugten Modell zu erheben, denn diese lohne sich in der Regel erst ab einer Anlagesumme von 50 000 Euro. Der durchschnittliche VR-Bank-Kunde verfüge jedoch nur über 34 400 Euro im Depot und müsste deshalb in der von der EU angestrebten Version auf eine qualitative Beratung verzichten.

Autor: 
ug.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 12|2013, Seite 70

 
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