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Ausbildung

Flüchtlinge durch Ausbildung integrieren

Flüchtlinge durch Ausbildung integrieren

© IHK-Sommerschule Herzogenaurach

 

Ansprechpartner (2)

Dipl.-Hdl. Stefan Kastner

Dipl.-Hdl. Stefan Kastner

Leiter Geschäftsbereich Berufsbildung Tel: +49 911 1335 231
Dipl.-Betriebsw. (FH) Regina Täuber

Dipl.-Betriebsw. (FH) Regina Täuber

Kaufmännische Bildungsberaterin Tel: +49 911 1335 1408

Unter den Flüchtlingen, die in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen sind, befinden sich viele äußerst engagierte Jugendliche. Sie müssen möglichst schnell in den Ausbildungsmarkt integriert werden.

Für die Betriebe der Region bieten sich somit hervorragende Möglichkeiten, ihren Fachkräftebedarf für die Zukunft zu sichern. Allerdings herrscht bei vielen Beteiligten eine große Unsicherheit bezüglich der Möglichkeiten.

 

Vom Ankommen zur Berufsausbildung

Da Flüchtlingen bei ihrer Ankunft in der Regel der deutschen Sprache nicht mächtig sind, ist der direkte Weg in ein Ausbildungsverhältnis üblicherweise keine Option. Da aber Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren grundsätzliche der Berufsschulpflicht unterliegen, wird in Bayern wie folgt vorgegangen: zwei Jahre in Beschulung in Vollzeit

  • im 1. Jahr mit Fokus Spracherwerb,
  • im 2. Jahr zusätzlich Berufsorientierung/-vorbereitung, u. a. durch Betriebspraktika.

Nach Abschluss der Berufsschule steht dem Flüchtling je nach Sprachniveau der Weg in Einstiegsqualifizierung oder Duale Ausbildung offen.

 

Integrationsberater - Ziel: Duale Berufsausbildung

Für die erfolgreiche Integration von jungen Flüchtlingen ist die Aufnahme einer Berufsausbildung ein entscheidender Schritt. Viele Flüchtlinge benötigen jedoch außerdem Unterstützung im sprachlichen und persönlichen Bereich. Diesem Bedarf kommt die IHK Nürnberg für Mittelfranken mit zwei Integrationsberatern - Regina Täuber und Khaled Khouja - entgegen. Aufgabe der beiden Integrationsberater ist es, sowohl den Unternehmen, als auch den Flüchtlingen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Dazu gehört es, Möglichkeiten in Bezug auf Praktikums- und Ausbildungsmöglichkeiten darzustellen sowie seitens der Jugendlichen eine Beratung bezüglich ihrer Berufsausbildung unter Beachtung ihrer individuellen Situation zu geben.

Sprechstunden

Die IHK Nürnberg für Mittelfranken bietet Sprechstunden im Loftwerk, Ulmenstr. 52 an. Diese finden wöchentlich dienstags von 14:00 bis 15:00 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Anfragen zum Thema Integration von Flüchtlingen beantworten wir gerne unter integrationsberatung@nuernberg.ihk.de. Zur Gesprächsvorbereitung bitten wir darum, den Aufnahmebogen Erstgespräch ausgefüllt mitzubringen.

 

Zusätzliche Angebote der IHK Nürnberg 

Unsere konkreten Maßnahmen in der Region: Projekte mit unmittelbaren Unterstützung der IHK-Ausbildungsbetriebe, um den Übergang der hier ankommenden Menschen in das Berufsleben gemeinsam gut zu gestalten.

Die IHK Nürnberg hat eine Willkommenslotsin eingestellt, die Unternehmen unter anderem beim Thema "Integration von Flüchtlingen" unterstützt.

Weitere Unterstützung bietet die IHK-Lehrstellenbörse: Unternehmen, die ihre offenen Ausbildungsplätze dort platzieren, können diese auch mit einer besonderen Kennung versehen, aus der hervorgeht, dass auch Jugendliche mit schwächeren Deutschkenntnissen wie z. B. Flüchtlinge für diese Stellen in Frage kommen. Siehe www.ihk-lehrstellenboerse.de.

Ebenfalls neu ist die Verbundausbildung für Flüchtlinge: Bei dieser Zielgruppe besteht häufig ein zusätzlicher Organisations- und Betreuungsbedarf. Um diesen erfüllen zu können, wird neben dem Ausbildungsbetrieb und dem Auszubildenden zusätzlich ein Dienstleister unterstützend aktiv, der nicht nur die Jugendlichen betreut, sondern auch den Ausbildungsbetrieben zur Seite steht. Seit 1. September 2016 führt die IHK Nürnberg für Mittelfranken gemeinsam mit dem Ausbildungsring ausländischer Unternehmer e.V. (AAU) diesen neuen Ansatz mit 20 Flüchtlingen durch. Das Projekt wird über Mittel der Koordinierungsstelle für Ausbildung und Migration KAUSA und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) / der Entwicklungsorganisation der deutschen Wirtschaft "sequa" finanziert. Ziel ist es, die Verbundausbildung für Flüchtlinge in den kommenden Jahren noch weiter auszubauen, da  diese Form als besonders erfolgversprechend auf dem schwierigen Weg der Integration erscheint.

Die IHK-Bildungsberater/innen beraten im Rahmen von Ausbildungsbesuchen und speziellen (regionalen) Informationsveranstaltungen die Ausbildungsbetriebe, die Flüchtlinge ausbilden wollen.

Flüchtlinge, deren Sprachkenntnisse nicht für eine Duale Ausbildung genügen, können im Projekt Einstiegsqualifizierung für Flüchtlinge für die Dauer von sechs bis zwölf Monaten beschäftigt werden. Hier hat die IHK Nürnberg zusammen mit dem Amt für berufliche Schulen der Stadt Nürnberg bereits im Herbst 2015 einen neuen Weg beschritten: Im Rahmen einer EQ-Börse wurden unversorgte Flüchtlinge und Unternehmen zusammengebracht. Das besondere daran: Die EQ-Verträge wurden in verschiedensten Berufssparten geschlossen. Dennoch werden alle in einer Klasse mit dem Fokus beschult, die Sprachkenntnisse bis zum nächsten Ausbildungsbeginn so zu verbessern, dass ein Übergang in Ausbildung möglich ist. Ein Veranstaltungsformat, das wiederholt werden wird.

Gemeinsam mit dem Ausbildungsring Ausländischer Unternehmer (AAU e. V.) wurde ein gestuftes Ausbildungsangebot für Flüchtlinge entwickelt, um den individuellen Bedürfnissen der jungen Menschen gerecht zu werden. Kernstück ist ein Ausbildungsverbund beim AAU e.V. mit ca. 40 Teilnehmern. Insgesamt sollen ca. 70 - 80 Flüchtlinge betreut werden. Die Möglichkeiten reichen von einer Teilqualifizierung oder Einstiegsqualifizierung über eine Berufsausbildung im Verbund bis hin zu einer Berufsausbildung mit Unterstützung (z. B. Sprache, Persönlichkeit) oder im Idealfall ohne Unterstützung. Besonderheit ist die Durchlässigkeit in beiden Richtungen, so dass die Teilnehmer/innen auf jeden Fall eine ihren Möglichkeiten optimal entsprechende Förderung erhalten. Die Finanzierung ist derzeit noch offen, es laufen jedoch Gespräche mit verschiedenen Bundesministerien.

Die Partner von Allianz für Aus- und Weiterbildung 2015-2018 haben aktuell in der Erklärung "Gemeinsam für Perspektiven von Flüchtlingen" Maßnahmen festgelegt, mit denen Flüchtlinge möglichst schnell integriert werden können.

Die IHK Nürnberg hat gemeinsam mit der Regierung für Mittelfranken, der Stadt Nürnberg, dem BAMF, der Ausländerbehörde Nürnberg und der Agentur für Arbeit Nürnberg einen Runden Tisch ins Leben gerufen, um sich über regionale Projekte auszutauschen und neue Wege zu diskutieren.

Der Erfahrungsaustausch mit den mittelfränkischen Ausländerbehörden soll dazu beitragen, die Verfahren transparenter zu gestalten und so die Ausbildungsbetriebe bei der Beschäftigung von Flüchtlingen als Praktikanten oder im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung bzw. zur Ausbildung zu unterstützen.

 
 
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