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Ausbildung

Stabilität auf dem Ausbildungsmarkt

Lehrstellenbilanz IHK-Berufe: Gute Aussichten für 2016

Datum: 25.01.2016
 

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Dipl.-Hdl., Dipl.-Bw. (FH) Udo Göttemann

Dipl.-Hdl., Dipl.-Bw. (FH) Udo Göttemann

Leiter Geschäftsbereich Berufsbildung Tel: +49 911 1335 262

Nürnberg – Ein erfreulich gutes Ergebnis zeigt der Ausbildungsmarkt für IHK-Berufe in Mittelfranken. 8 407 neue Ausbildungsverträge wurden im Jahr 2015 geschlossen. Das sind 0,2 Prozent mehr als im Vorjahr und bedeutet ein Halten des hohen Niveaus trotz des demografischen Wandels. Insgesamt sind im Rahmen der zwei- bis dreijährigen Ausbildung zur Zeit 20 970 Azubis in den Betrieben von Industrie, Handel und Dienstleistung in Mittelfranken unter Vertrag.

„Angesichts der guten konjunkturellen Rahmenbedingungen und des Fachkräftebedarfs hätten die Unternehmen gern noch mehr Azubis eingestellt“, so IHK-Präsident Dirk von Vopelius. Bedingt durch Demografie und dem Trend zur immer höheren Schulbildung fehlte es jedoch an Bewerbern. So blieben laut IHK-Ausbildungsstellenumfrage 2015 wieder rund 1 000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Der IHK-Präsident dankte den Unternehmen für ihr Engagement. Mit ihrem vielfältigen Ausbildungsangebot nehmen sie ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr und sorgen in der Region für den Nachwuchs an Fachkräften. Beigetragen zu dem guten Ergebnis haben nach seinen Worten auch die zahlreichen Aktivitäten der IHK, vom Projekt Ausbildungs-Scouts über das Kollegen-Coaching bis hin zur Nachvermittlungsbörse im November 2015.

Die technischen Berufe verzeichneten mit 2 872 neuen Ausbildungsverträgen einen Anstieg um 3,4 Prozent. Auffallend ist der Anstieg um 43 Prozent beim Elektroniker für Automatisierungstechnik sowie beim Fachinformatiker Anwendungsentwicklung (plus 23 Prozent). Nur in den Berufsgruppen Metall sowie Chemie/Physik/Biologie war ein Minus von drei Prozent zu verzeichnen.

In den kaufmännischen Berufen wurden 5 535 neue Ausbildungsverträge geschlossen (minus 1,4 Prozent). Besonders stark war der Rückgang beim Kaufmann für Versicherungen und Finanzen (minus 17,8 Prozent) sowie im Berufsfeld Hotellerie und Gastronomie (minus 6,6 Prozent). Gerade im HoGa-Bereich sind die Neueintragen seit 2006 um insgesamt 32 Prozent gesunken. Dem gegenüber sind die Neueintragungen beim Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen um 17,9 Prozent gestiegen.

Ausblick 2016

Mit einer Mischung aus bewährten und neuen Projekten will die IHK im Jahr 2016 die Zusammenführung von Angebot und Nachfrage bei den Ausbildungsplätzen weiter verbessern. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen steht die Gruppe der Flüchtlinge dabei besonders im Fokus. Um den Einstieg in Ausbildung und Qualifizierung zu unterstützen, hat die IHK einen Integrationsfonds für Flüchtlinge eingerichtet und mit 300 000 Euro ausgestattet. Auch die HWK beteiligt sich mit zusätzlichen 45 000 Euro. Mit den Mitteln des Fonds werden in den nächsten drei Jahren an vier Standorten berufsschulpflichtigen Flüchtlingen Kurse mit sozialpädagogischer Betreuung angeboten zu deutscher Sprache, Landeskunde und Berufsorientierung. Um den Fonds weiter aufzustocken, wird die IHK auf ihre Ausbildungsbetriebe zugehen. Die adidas-Group hat bereits zusätzliche 50 000 Euro zur Verfügung gestellt. Weitere Aktivitäten der IHK Nürnberg zur Integration von Flüchtlingen sind:

  • Individuelle Beratung der Ausbildungsbetriebe
  • Info-Roadshow: Flüchtlinge - Integration in die Arbeitswelt
  • 16-seitige Broschüre „Integration in den Arbeitsmarkt“
  • Runder Tisch mit BAMF, Arbeitsagentur, Stadt Nürnberg
  • Austausch mittelfränkische Ausländerbehörden
  • Verbundausbildung für Flüchtlinge mit AAU e.V.
  • Entwicklung von Instrumenten zur Kompetenzfeststellung

Über das Tagesgeschäft hinausgehende Projekte der IHK zur Förderung des Ausbildungsmarktes im Jahr 2016 sind:

Ausbildungs-Scouts

Gemeinschaftsprojekt der IHKs und dem bayerischen Wirtschaftsministerium: Auszubildende stellen in allgemeinbildenden Schulen die Duale Ausbildung und ihre Erfahrungen vor. Ausdehnung auch auf Flüchtlingsklassen.

Kampagne „Elternstolz“

Gemeinschaftsprojekt der bayerischen IHKs, HWKs und dem bayerischen Wirtschaftsministerium zur Stärkung der Dualen Ausbildung: Die Image-Kampagne "Elternstolz" richtet sich vorwiegend an Eltern.

KollegenCoaching

Beim Projekt „KollegenCoaching – Der Starke hilft dem Schwächeren“ werden schwächere Jugendliche von engagierten Auszubildenden unterstützt. Die IHK koordiniert das Projekt und schult alle Beteiligten.

Last-Minute-Börse

Am 13. Juni 2016 findet in den Räumen der IHK zum vierten Mal eine Last-Minute-Börse zum Ausbildungsstart 2016 statt. Ziel ist es, Betriebe, die bis dahin noch nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnten, mit unversorgten Jugendlichen zusammenzubringen.

Verbundstudium

Die Kombination aus Berufsausbildung und Studium ist ein attraktives Angebot für Ausbildungsbetriebe und leistungsstarke Abiturienten. Zurzeit sind bei der IHK Nürnberg für Mittelfranken über 1 000 dieser Ausbildungsverhältnisse registriert.

Auch im Rahmen der deutschlandweiten Allianz für Aus- und Weiterbildung 2015 - 2018 ist es erklärtes Ziel, die Berufsorientierung an allen Schulen zu optimieren, um die hohe Zahl an Wechslern und Abbrechern zu reduzieren. Ziel muss sein, alle vorhandenen Potenziale zu erschließen, um die angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen.

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