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Gesundheitswirtschaft in Mittelfranken

Gesundheitswirtschaft in Mittelfranken

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Dr. rer. nat. Elfriede Eberl

Dr. rer. nat. Elfriede Eberl

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Die IHK Nürnberg für Mittelfranken engagiert sich für Forschung und Entwicklung in den Bereichen Medizintechnik, Life Sciences und Gesundheitswirtschaft. Außerdem fördert sie die Branche u.a. durch Fachveranstaltungen, Netzwerke, Gründerförderung und Beratung. Regelmäßig analysiert sie die Entwicklung der Gesundheitswirtschaft in der Wirtschaftsregion Mittelfranken.

 

Analyse "Gesundheitswirtschaft in Mittelfranken"

Auf drastische Weise hat die Covid-19-Pandemie offengelegt, welche Bedeutung einer leistungsfähigen Gesundheitswirtschaft zukommt. Wie steht es um die Branche in Mittelfranken, wie hat sie sich in den vergangenen Jahren entwickelt? Diesen Fragen geht eine Studie der IHK Nürnberg für Mittelfranken und des Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR in Berlin nach. Die Untersuchung mit dem Titel „Gesundheitswirtschaft in Mittelfranken“ präsentiert erstmals Branchenzahlen für die Region, wobei ein Schwerpunkt auf Produktion und Handel von medizinischen Gütern liegt.

Zum Kernbereich der Gesundheitswirtschaft gehören neben den Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten u. a. die Pharmaindustrie, die Hersteller von Medizintechnik, die privaten und gesetzlichen Kranken­ und Pflegeversicherungen sowie gesundheitsrelevante Teile des Einzelhandels­ und Dienstleistungssektors. Aber auch Gesundheitsgüter aus anderen Branchen zählen dazu – z. B. aus der IT­Branche (E­Health), der Ernährungswirtschaft (Functional Food) und der Wohnungswirtschaft (altersgerechtes Wohnen). Die Gesundheitswirtschaft kann grob unterteilt werden in die drei Bereiche medizinische Versorgung, industrielle Gesundheitswirtschaft und weitere Teilbereiche.

Die Untersuchung, die den Zeitraum zwischen 2009 und 2018 beleuchtet, stützt sich methodisch auf die „Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung“ (GGR). Die GGR liefert volkswirtschaftliche Kennzahlen für die Teilbereiche der Branche und bietet damit einen Einblick, wie die Nachfrage nach Gesundheitsprodukten und -dienstleistungen mit den wirtschaftlichen Aktivitäten zusammenhängt. Die Studie nennt Daten zu Bruttowertschöpfung, Arbeitsproduktivität und Zahl der Erwerbstätigen.

Ergebnisse auf einem Blick (Auszug)

Anteil Bruttowertschöpfung und Erwerbstätige der Gesundheitswirtschaft an der Gesamtwirtschaft in Mittelfranken (2018)

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) (2020): Gesundheitswirtschaft – Fakten & Zahlen. Länderergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Ausgabe 2019.

Die Region Mittelfranken zeigt ein überdurchschnittliches Wachstum der Wertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft (GW). Im Jahr 2018 generierte die GW in 7,6 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung und machte somit 10,6 Prozent an der Gesamtwirtschaft aus. Im Vergleich: Bayern 10,3 %, Deutschland 12 %).

Die GW konnte ihren Anteil an der Gesamtwirtschaft seit 2009 um 0,3 Prozent-Punkte steigern. In absoluten Zahlen ist die Branche um 2,2 Mrd. Euro gewachsen.

Seit dem Jahr 2009 ist die Branche mit 4,5 Prozent pro Jahr stärker gewachsen als die regionale Gesamtwirtschaft (4,1 %).

Der Anteil an den mittelfränkischen Erwerbstätigen liegt in der GW über 120.000 Menschen (11,4 %) und lag damit deutlich unter dem Anteil in Bayern (15,3 %) und Deutschland (16,5 %). Dennoch weist die GW in Mittelfranken eine höhere Produktivität bei gleichzeitigem Rückgang der Erwerbstätigen auf.

Anteil Bruttowertschöpfung und Erwerbstätige der Industriellen Gesundheitswirtschaft an der gesamten Gesundheitswirtschaft (2018)

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) (2020): Gesundheitswirtschaft – Fakten & Zahlen. Länderergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Ausgabe 2019.

Zum Teilbereich „Industrielle Gesundheitswirtschaft“ (iGW) werden sowohl Produktionsunternehmen (Medizintechnik, Arzneimittel, Pflegeprodukte, Sport- und Fitnessgeräte, medizinische IT sowie Forschung und Entwicklung) gezählt als auch Vertrieb und Handel mit diesen Gütern.

Diese Bereiche erzielten in Mittelfranken 2018 eine Bruttowertschöpfung von 1,5 Mrd. Euro – was einem Anteil von rund 19 Prozent an der gesamten Gesundheitswirtschaft entspricht.

Damit liegt die Branche in Mittelfranken etwas unter dem bayerischen und deutschlandweiten Durchschnitt von jeweils rund 22 Prozent.

Zudem ist dieser Wirtschaftszweig im letzten Jahrzehnt zwar deutlich gewachsen (rund 4 % jährlich), allerdings etwas schwächer als im gesamten Freistaat Bayern und im gesamten Bundesgebiet (6 % bzw. 5 %).

In der mittelfränkischen iGW sind 15 400 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Dies entsprach einem jährlichen Wachstum von 0,4 Prozent im zurückliegenden Jahrzehnt. In Bayern und in Deutschland war das Wachstum der Beschäftigten mit jeweils rund 2,5 Prozent deutlich stärker.

Punkten können die mittelfränkischen Unternehmen der industriellen Gesundheitswirtschaft dagegen bei der Arbeitsproduktivität: Ein Beschäftigter erarbeitet eine jährliche Bruttowertschöpfung von rund 94 000 Euro – das ist deutlich mehr als im bayerischen und deutschen Durchschnitt (73 000 bzw. 78 000 Euro).

Hier Kommen sie zur IHK-Studie Gesundheitswirtschaft in Mittelfranken

 

DIHK-Report Gesundheitswirtschaft 2020

Die Ergebnisse dieser Umfrage verdeutlichen das die Corona-Pandemie auch negative Auswirkungen auf die Betriebe der Gesundheitswirtschaft hat. Nach dem Einbruch zu Beginn der Krise zeigen die Befragungen der Industrie- und Handelskammern unter mehr als 900 Unternehmen der Gesundheitswirtschaft allerdings auch, dass sich die Lage für viele Unternehmen mittlerweile aufgehellt hat. Die Geschäftslage in der deutschen Gesundheitswirtschaft befindet sich jedoch noch unter dem Niveau der Finanzkrise von 2009.

Die Geschäftserwartungen sind nach einem sehr negativen Ausblick im Frühsommer 2020 nun weniger pessimistisch und liegen auf dem Niveau der Herbstumfrage des vergangenen Jahres. In der Medizintechnik sind die Erwartungen besonders stark gestiegen. Die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft blicken insgesamt zuversichtlicher in die Zukunft als die Unternehmen in der Gesamtwirtschaft.

Hier Kommen sie zum DIHK-Report Gesundheitswirtschaft

 

DIHK-Report Gesundheitswirtschaft 2021

Die Corona-Pandemie hat nach wie vornegative Auswirkungen auf die Betriebe der Gesundheitswirtschaft - das verdeutlichen die Ergebnisse dieser Umfrage: Die Geschäftslage befindet sich noch unter Vorkrisenniveau. Nach dem Einbruch zu Beginn der Krise zeigt die Befragung der Industrie- und Handelskammern unter rund 700 Unternehmen der Gesundheitswirtschaft allerdings auch, dass sich die Lage für viele Unternehmen aufgehellt hat. Insbesondere die Geschäftslage der Medizintechnik hat sich gegenüber Jahresbeginn nochmals deutlich verbessert.

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen der Gesundheitswirtschaft liegen noch leicht unter Vorkrisenniveau. Unter den Händlern mit Gesundheitsgütern rechnen weiterhin mehr Unternehmen mit einer Verschlechterung als mit einer Verbesserung der Geschäfte. Die Unternehmen der Medizintechnik blicken im Branchenvergleich besonders zuversichtlich in die Zukunft. Insgesamt sind die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft optimistischer als die Unternehmen in der Gesamtwirtschaft.

Hier Kommen sie zum DIHK-Report Gesundheitswirtschaft

 
 
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