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Marketing für Tourismus und Spielwarenbranche

Eine Reise zu Kindheitsträumen kann man auf der rund 300 Kilometer langen Deutschen Spielzeugstraße unternehmen. Die Erlebnisroute führt zu Produktionsstätten und Schauräumen, Puppenwerkstätten, Museen und Erlebnisparks in über 20 Städten und Gemeinden zwischen Nürnberg und Waltershausen.

Die Arbeitsgemeinschaft „Deutsche Spielzeugstraße“, zu der fränkische und thüringische Städte sowie Spielzeugunternehmen gehören, will mit einem neuen Internet-Auftritt, zwei Broschüren und einem Plakat Kindern und Erwachsenen aus dem In- und Ausland das deutsche Spielzeug näher bringen und außerdem den Tourismus fördern.

Der Basisprospekt schildert, was es in jedem Mitgliedsort zu sehen und zu erleben gibt: Museen, Veranstaltungen, Börsen und Ausstellungen, Werksbesichtigungen, Einkaufsmöglichkeiten, Kurse und Schulungen. Ergänzt wird er durch ein jährlich erscheinendes Termin-Faltblatt, das aktuelle Daten und Fakten enthält: Adressen, Öffnungszeiten und Eintrittspreise der Museen, Veranstaltungstermine, Sonderausstellungen, Puppen-, Bären- und Modellierkurse. Das Plakat soll in Fremdenverkehrsstellen, Hotels, Mitgliedsbetrieben sowie auf Messen und Ausstellungen zum Einsatz kommen. Der Internet-Auftritt enthält neben allen Informationen, die sich in den gedruckten Unterlagen finden, auch Links zu den beteiligten Orten und Museen, Veranstaltungstermine sind direkt oder über eine Suchmaschine erhältlich. Vorgesehen ist, demnächst eine Buchungsmöglichkeit für sämtliche Orte einzurichten, so wie sie für Nürnberg bereits existiert.

Der Verein Deutsche Spielzeugstraße wurde im März 1996 gegründet. Initiatoren waren die Industrie- und Handelskammern von Coburg und Südthüringen (Suhl) sowie der Spielwarenhersteller Martin. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten auch der Verband der Deutschen Spielzeugindustrie, die Städte Sonneberg und Neustadt bei Coburg, die Firma Zapf (Puppen) und das Europäische Kulturbüro Rudolstadt. Mittlerweile sind eine Vielzahl weiterer Mitglieder hinzugekommen, und der Verein wendet sich mit touristischen Angeboten an ein breit gefächertes Publikum.

Gewachsene Route
Die Spielzeugstraße ist über Jahrhunderte hinweg gewachsen. In Deutschland liegen die Anfänge der Spielzeugherstellung in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der Waldreichtum vieler Gegenden, so auch um Nürnberg und in Thüringen, führte zunächst zur Herstellung von hölzernen Puppen und anderen Spielwaren. Bald darauf kam Zinn und viel später Blech als weiteres Material hinzu, bevor im 20. Jahrhundert Kunststoff in den Produktionsstätten verwendet wurde.

Nürnberger Kaufleute nutzten für ihren Handel die Reichsstraßen über Bamberg, Coburg, Neustadt und Sonneberg nach Erfurt und Leipzig. In der Produktion gab es rund 250 Jahre später dann eine Blüte des Blechspielzeugs. In den Spielzeugmuseen von Nürnberg und Zirndorf beispielsweise künden noch heute viele Exponate von dieser Epoche, und namhafte Unternehmen wie Fleischmann und Lehmann führen die Tradition fort, wobei der Kunststoff neben dem Metall schon lange Einzug in die Fabriken gefunden hat. Zudem ist Nürnberg seit mehr als 50 Jahren mit seiner Internationalen Spielwarenmesse wieder Welthandelsplatz.

Die Region um Sonneberg weitete zu Anfang des 18. Jahrhunderts die Herstellung von Spielzeug aus. Damals gab es Exporte nach Dänemark, Spanien, England, Frankreich und Russland. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beherbergte die Region 35 Prozent der deutschen, 24 Prozent der europäischen und 20 Prozent der Weltproduktion von Spielwaren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Spielwarenindustrie neu auf- und ausgebaut, sowohl im Thüringer als auch im Coburger Raum. Schwerpunkte sind unter anderem die Puppen-, Plüschtier- und Christbaumschmuckherstellung. gru.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 07|2003, Seite 40

 
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