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Berufsausbildung und FH-Studium

„Zu theoretisch“, „nicht genügend Praxisnähe“, „völlig am Bedarf vorbei“: Führungskräfte aus Wirtschaft und Industrie sind nicht zimperlich, wenn es um die Beurteilung der Nachwuchsausbildung geht. Die IHK Nürnberg für Mittelfranken hat vor einigen Jahren ein Kooperationsprojekt für Abiturienten, das die Berufsbildung und das Fachhochschulstudium miteinander kombiniert, initiiert. Inzwischen bieten die teilnehmenden Unternehmen rund 63 Ausbildungsplätze an. In Zusammenarbeit mit der FH Nürnberg und der FH Ansbach können die Jugendlichen technische und kaufmännische Studiengänge belegen und machen im Verlauf ihres Studiums gleich eine praktische Ausbildung mit IHK-Abschlussprüfung mit.

Den ersten Ausbildungsabschnitt von 13 Monaten verbringen die Auszubildenden im Betrieb. Diese Phase ersetzt ein eventuell vorgeschriebenes Vorpraktikum und endet mit einer Zwischenprüfung vor der IHK. Es folgen zwei Semester an der FH, anschließend wird die betriebliche Ausbildung im Rahmen des ersten praktischen Studiensemesters von 7,5 Monaten weitergeführt. Während dieser Zeit besuchen die Studenten einen Tag pro Woche praxisbegleitende Lehrveranstaltungen an der FH. Im Anschluss an das vierte und fünfte Semester, während der wieder an der FH studiert wird, steht das zweite praktische Semester an, das wiederum Teile der betrieblichen Ausbildung beinhaltet. Bei kaufmännischen Berufen bzw. dem Studiengang Betriebswirtschaft beginnt damit eine Teilzeitbeschäftigung. Die beiden folgenden Semester gehören wieder der FH. Nach 59 Monaten, also knapp fünf Jahren, hat der Student nicht nur ein Diplom, sondern ist auch beispielsweise Versicherungskaufmann oder Bauzeichner. Wobei die Abschlussprüfung vor der IHK bei kaufmännischen Berufen nach dem vierten Semester erfolgt, bei technischen Berufen erst nach dem sechsten Semester.

Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Projekt ist die Fachhochschulreife bzw. eine allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife sowie die nach den Immatrikulationsbedingungen der jeweiligen FH zu erwartende Zulassung. Über die gesamte Zeit besteht ein Ausbildungsvertrag mit dem Unternehmen. Die Wirtschaft kann durch dieses Projekt nicht nur direkt verfolgen, wie praxisnah ihr Nachwuchs ausgebildet wird, sondern gleichzeitig auch von der Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen profitieren und ihre Führungskräfte schon während deren Studium kennen lernen.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 10|2003, Seite 23

 
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