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Frauen zwischen Kindern und Karriere

Karrierefrau und Single, Mutter und Hausfrau, Alleinerziehende und Teilzeitbeschäftigte – weibliche Lebensläufe sind anders als männliche. Frauen werden im Schnitt sechs Jahre älter als Männer, verdienen weniger und erhalten im Alter nur die halbe Rente. Die große Mehrheit der berufstätigen Frauen mit Kindern ist besorgt um ihre finanzielle Sicherheit im Alter.

Nur acht Prozent der berufstätigen Mütter in Deutschland sind mit ihren Möglichkeiten, einen gesetzlichen Rentenanspruch aufzubauen, zufrieden. Mehr als drei Viertel der Frauen (78 Prozent) meinen, dass ihnen die wachsende Versorgungslücke beim Rentenaufbau nach einer beruflichen Kinderpause heute bewusster sei als früher. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Repräsentativbefragung der NFO Infratest Finanzforschung im Auftrag der Allianz Lebensversicherungs-AG. Befragt wurden 1 000 Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren.

Wenig Unterstützung vom Arbeitgeber
Die Studie ergibt, dass 77 Prozent aller berufstätigen Frauen mit Kindern im Alltag Unterstützung durch ihr soziales Umfeld, etwa von Familienmitgliedern, öffentlichen Einrichtungen oder aus dem Freundes- und Bekanntenkreis erhalten. Nur neun Prozent der Befragten geben an, von ihrem Arbeitgeber unterstützt zu werden. Jedoch halten 98 Prozent eine Unterstützung des Arbeitgebers für wichtig, um Familie und Beruf vereinbaren zu können. Drei Viertel der berufstätigen Mütter würden sich flexible Arbeitszeiten und Teilzeitarbeit als entlastende Maßnahmen wünschen. Eine Wiedereinstellungsgarantie, die über den gesetzlichen Rahmen hinaus geht, spielt für zwei Drittel eine wichtige Rolle.

Niedrige Geburtenraten
In der Frage, warum Frauen in Deutschland im Durchschnitt weniger Kinder bekommen als in den meisten europäischen Nachbarländern, sind 93 Prozent aller Befragten der folgenden Meinung: Finanziell auf eigenen Beinen zu stehen bzw. ein eigenes Einkommen zu beziehen, sind die vordringlichsten Ziele junger Frauen. Auch Überlegungen zum Aufbau eines eigenen Rentenanspruchs sind für eine deutliche Mehrheit (84 Prozent) bei der Familienplanung von Relevanz. Denn Frauen mit Kindern, die ihren Beruf aufgeben oder für längere Zeit unterbrechen, haben im Alter auf Grund ihrer kürzeren Gesamt-Arbeitszeit einen geringeren gesetzlichen Rentenanspruch als Arbeitnehmerinnen, die ihr Leben lang berufstätig waren. Die Möglichkeit von Frauen mit Kindern, eine private Altersvorsorge zu finanzieren, halten nur 23 Prozent der Frauen für gut bis sehr gut.

Betriebliche Altersvorsorge
Für Frauen ist die Betriebsrente neben der privaten Altersvorsorge ein wichtiger Baustein, um die Versorgungslücke bei der Rente zuschließen. Etwa 40 Prozent der abhängig beschäftigten Frauen arbeiten Teilzeit, um Beruf und Familie miteinander zu verbinden. Jede dritte Mutter in Deutschland bleibt zumindest vorübergehend ganz zu Hause. Geringe Erwerbseinkommen bedeuten aber nicht nur niedrige Rentenansprüche im Alter. Frauen können gleichzeitig weniger Geld für später zurücklegen als Männer.

Seit 1. Januar 2002 hat jede Arbeitnehmerin einen Anspruch darauf, Teile des Lohns oder des Gehalts in eine betriebliche Altersversorgung einzuzahlen. Dies betrifft in der Regel auch geringfügig beschäftigte Frauen oder arbeitnehmerähnliche Selbstständige. Schließt der Chef beispielsweise eine Direktversicherung mit Gehaltsumwandlung für seine Mitarbeiterin ab, spart diese nicht nur Steuern. Wenn sie Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld in ihre Direktversicherung investiert, bleibt dieser Gehaltsanteil auch in der Sozialversicherung beitragsfrei. Von der steuersparenden Gehaltsumwandlung profitieren vor allem Frauen mit hoher Steuerlast, zum Beispiel Ehefrauen, die in Steuerklasse Fünf eingruppiert sind.

gru.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 10|2003, Seite 38

 
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