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Zulassung als vollwertige Eisenbahn

Seit August 2003 ist der Bahnreiseveranstalter IGE Bahntouristik GmbH & Co. KG aus Hersbruck auch als privates Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU) tätig. Das Bayerische Wirtschaftsministerium erteilte dem mittelständischen Unternehmen nicht nur die notwendige Genehmigung als EVU, sondern auch die Erlaubnis zur Betriebsaufnahme. Jetzt kann die IGE Bahntouristik eigene Gütertransporte und öffentliche Personenverkehre abwickeln und ist damit eine vollwertige Privatbahn.

Das bereits seit 21 Jahren bestehende Touristik-Sonderzuggeschäft der IGE Bahntouristik, das mit den weit über Deutschland hinaus bekannten firmeneigenen blauen Eurotrain-Wagen abgewickelt wird, „konnte so vollständig auf ein eigenes Fundament gestellt werden“, so eine Pressemitteilung. Daneben stehen der IGE Bahntouristik jetzt auch andere Geschäftszweige offen. Deshalb wurden in jüngster Zeit neue Arbeitsplätze für Lokomotiv- und Zugführer, Wagenmeister sowie Disponenten geschaffen. Insgesamt sind bei der Privatbahn 15 Mitarbeiter beschäftigt, hinzu kommt noch eine Reihe freier Mitarbeiter, beispielsweise für die Reiseleitung.

Mit der Firma Siemens Dispolok München schloss IGE-Geschäftsführer und stv. Betriebsleiter Armin Götz einen langfristigen Vertrag über den Einsatz moderner Lokomotiven ab. Damit stehen auch in Zukunft Elektrolokomotiven des Typs „Taurus“ und moderne Diesel-Maschinen vom Typ „Hercules“ für den Einsatz vor den firmeneigenen Reisezugwagen zur Verfügung. Diese Lokomotiven sind nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, Ungarn und der Schweiz zugelassen und mit den dortigen Strom- und Sicherheitssystemen kompatibel.

Die zukünftige Geschäftsentwicklung sieht Armin Götz „äußerst positiv“, denn durch die Erteilung der Konzession als vollwertige Eisenbahn stehe der IGE Bahntouristik der europäische Binnenmarkt auf Schienen „grenzenlos“ offen. Vor allem die Erweiterung der EU im Jahr 2004 öffne den Zugang zu neuen Geschäftsfeldern. Dabei habe die IGE nicht die Absicht, in Konkurrenz zu den großen Staatsbahnen zu treten, sondern sieht sich vielmehr als eine Ergänzung im Bereich der schienengebunden Sonderverkehre, so z. B. im Touristikgeschäft, für Charter- und Messezüge, Bedarfsgüterzüge, Güter-Spezialtransporte und Überführungsfahrten.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 10|2003, Seite 48

 
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