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Essstäbchen für China

Zum Jahresende 2003 hat das Hersbrucker Familienunternehmen Fackelmann eine neue Lagerhalle in Betrieb genommen. Mit einer Millioneninvestition wurde eine zusätzliche Lagerfläche von 2 700 Quadratmetern innerhalb von drei Monaten geschaffen. „Die positive Geschäftsentwicklung – auch im so genannten Krisenjahr 2003 – hat uns zu diesem schon lange ins Auge gefassten Entschluss bewogen“, begründet Norbert Fackelmann, gemeinsam mit Bruder Alexander Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, die Entscheidung.

Die heutige Fackelmann GmbH & Co. KG war als Handelsvertretung für Eisen- und Haushaltswaren entstanden und spezialisierte sich ab 1975 auf die Fertigung von Haushaltswaren und Badmöbel. Im Haushaltssegment hat sich das Familienunternehmen mit einem breiten Zubehörprogramm von Zahnstochern über Pfannenwender, Strohhalme, Käsemesser bis zu Backaccessoires und anderem Küchenwerkzeug profiliert. Zusätzlich werden Themen wie Grillen, Wein oder Sekt mit Lifestyle-Paketen aufgegriffen. Besonders hervorzuheben ist, dass nach China Essstäbchen geliefert werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichte Fackelmann ein Umsatzplus von 25 Mio. auf rund 200 Mio. Euro. Der Löwenanteil des Zuwachses resultierte nach Aussage von Marketingleiter Robert van Loosen allerdings aus der Akquisition der italienischen Firma Prestige im Jahr 2002 sowie aus der Übernahme des Aichacher Backformenherstellers Zenker, der 2003 in Schieflage geraten war. Dieses Unternehmen, das mit 150 Mitarbeitern übernommen wurde, habe als Ergänzung ideal in das vorhandene Sortiment gepasst.

Der deutsche Markt hat 2003 lediglich mit einem leichten Wachstum zum Erfolg beigetragen. Wesentlich erfreulicher habe sich das internationale Geschäft entwickelt, in Europa ist Fackelmann nahezu in allen Ländern mit eigenen Niederlassungen oder Partnerschaften präsent. Besondere Freude mache das Geschäft der 1996 gegründeten Fackelmann Polska, die rund 90 Prozent des dortigen Marktes abdecke. In einem Warschauer Außenbezirk wurde ein neues Firmengebäude in Betrieb genommen. Mit dieser überfälligen Kapazitätsausweitung habe man nun ausreichend Platz für die Präsentation der Haushaltswaren, eine effizientere Verwaltung sowie für eine reibungslose Logistik und Materialwirtschaft.

Die Mitarbeiterzahl am Stammsitz in Hersbruck blieb bei 450 konstant, hinzu kamen die 150 Mitarbeiter bei Zenker; ingesamt sind für Fackelmann nun gut 1 500 Beschäftigte tätig. Neben Niederlassungen und Vertriebspartnerschaften im Ausland werden in Italien, Bulgarien und Fernost eigene Fertigungsstätten betrieben.

Auch im laufenden Jahr hat das Haus Fackelmann die Zeichen auf Expansion gestellt: Von Polen aus sollen die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen intensiver bearbeitet werden. Mit der britischen Zenker-Tochter soll der Sprung nach England erfolgreich bewältigt werden. Außerdem hat man ein Engagement in Kroatien und Rumänien ins Auge gefasst.

tt.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 02|2004, Seite 41

 
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