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Universität beteiligt sich an Inchron

Die Universität Erlangen-Nürnberg geht – wenn auch in begrenztem Umfang – unter die Unternehmer: Mit fünf Prozent ist die mittelfränkische Hochschule an der Firma Inchron GmbH, einer Ausgründung des Lehrstuhls Informatik 7 (Prof. Dr. Ulrich Herzog), beteiligt. Hauptgesellschafter ist die Hamburger Venture Capital Gesellschaft MAZ level one GmbH, die sich auf die Finanzierung und Betreuung von Technologieausgründungen aus Hochschulen spezialisiert hat.

Die Unternehmensbeteiligung der mittelfränkischen Universität wurde durch die Neufassung des Arbeitnehmererfinder-Gesetzes möglich. Danach stehen Erfindungen von Wissenschaftlern, die in Erfüllung ihrer Dienstaufgabe entstanden sind, den Universitäten und damit dem Staatshaushalt zu. Zusammen mit der TU München hat die Universität Erlangen-Nürnberg beim bayerischen Finanzministerium eine Regelung erreicht, nach der Universitäten Patente gegen die Gewährung von Gesellschaftsanteilen in eine im Zusammenhang mit der Erfindung gegründete Gesellschaft einbringen können. Die Friedrich-Alexander-Universität hat nach intensiven Verhandlungen mit den Erfindern und MAZ level one auf dieser Grundlage der Firma Inchron ein Patent zur Verfügung gestellt und eine Lizenz über eine damit in Zusammenhang stehende spezielle Software erteilt.

Die Softwareprodukte der Inchron GmbH für die Entwicklung von eingebetteten Echtzeitsystemen sind insbesondere für die Kommunikations-, Automatisierungs- und Automobilindustrie von Interesse. Mit dem Simulationswerkzeug, dessen neuartige Technologie auf dem eingebrachten Patent beruht, lässt sich das Echtzeitverhalten von Systemen wie Mobiltelefonen und dem Motormanagement analysieren. Damit können bereits in der Designphase Fehler aufgezeigt werden, die bei einer späteren Entdeckung besonders schwer zu beseitigen wären. Weiterhin können verschiedene Lösungen sehr frühzeitig und schnell verglichen werden, um ein möglichst kostengünstiges Produkt zu erhalten.

Mit ihrer Geschäftsidee haben die vier Inchron-Gründer Matthias Dörfel, Joachim Meyer-Kayer, Ralf Münzenberger und Frank Slomka den IT-Sonderpreis des Businessplan-Wettbewerbs Nordbayern 2001 gewonnen. Drei der Gründer werden seit Oktober 2002 durch das Flügge-Programm gefördert. Das Bayerische Förderprogramm zum leichteren Übergang in eine Gründerexistenz des Wissenschaftsministeriums verfolgt das Ziel, Unternehmensgründungen aus der Hochschule in der Frühphase zu unterstützen.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 02|2004, Seite 46

 
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