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Erhard Sport

Weltmeisterliche Handballtore aus Franken

Jedes Tor ein Franke: Der Sportgerätehersteller Erhard Sport International GmbH & Co. KG aus Rothenburg o.d. Tauber hat die Tore für die zwölf Austragungsorte der Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland geliefert. „Als offizieller Ausstatter der WM standen wir schon vor dem Anpfiff des Turniers als Sieger fest“, sagte Marketing-Leiter Rainer Lederer. Umso größer war die Freude in Rothenburg, als die deutsche Mannschaft am 4. Februar den polnischen Finalgegner mit 29:24 Toren bezwang.

Im Verlauf des 17-tägigen Turniers versenkten die 24 WM-Teams 5 325 Bälle in den Alu-Toren mittelfränkischer Herkunft. Aus Platzgründen produziert die Erhard Sport International GmbH & Co. KG seit gut 20 Jahren in Burgbernheim, rund 15 Kilometer von Rothenburg entfernt. Dort steht Lederers Angaben zufolge eine der modernsten Produktionsanlagen für Sportgeräte weltweit. Dazu gehören eine Metallverarbeitung mit integrierter Pulverbeschichtungsanlage und eine Schreinerei mit eigener Gieß- und Spritzlackierung. Seltenheitswert hat die hauseigene Polsterei mit Sattlerei und Näherei, in der noch immer Sattler ausgebildet werden. Das alte, vom Aussterben bedrohte Handwerk wird beispielsweise zur Herstellung von Sportmatten oder Turnböcken benötigt. Bei der Ausstattung größerer Objekte, etwa ganzer Sporthallen, falle enorm viel Handarbeit an. Die Geräte und Artikel aus Burgbernheim tragen derzeit mit rund 30 Prozent Anteil zum Unternehmensumsatz bei. Der Rest, 70 Prozent des rund 9 000 Artikel umfassenden Angebots, entfällt auf Handelsware.

Das Unternehmen wurde im Jahr 1880 von Leonhard Erhard in Rothenburg als Dekorations- und Tapeziergeschäft mit eigener Sattlerei gegründet. Die Söhne, die den Betrieb 1919 übernahmen, konzentrierten sich bald auf die Herstellung von Sportartikeln und Fußbällen und bauten den väterlichen Familienbetrieb zum Industrieunternehmen mit 120 Mitarbeitern aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg fasste Erhard Sport schnell wieder Fuß: 1946 konnte die Firma bereits an die Umsatz- und Produktionszahlen der Vorkriegszeit anknüpfen. Heute beschäftigt der in der vierten Generation geführte Familienbetrieb mehr als 220 Mitarbeiter, darunter acht Auszubildende.

Erhard Sport beliefert Kommunen und Kliniken, Reha-Zentren, Vereine und Schulen sowie den Sportfachhandel. Außerdem stattet Erhard Turn- und Sporthallen, Freizeit-Sportanlagen, Leistungszentren, Jugendheime, Kindergärten und Reha-Einrichtungen mit Einbau-Turngeräten wie beispielsweise Kletterwänden aus. Vom Logistikzentrum Rothenburg aus werden u.a. Bälle, Diskusscheiben, Ergometer, Gymnastikbänder, Hanteln, Jonglierkeulen, Netze, Speere, Tore, Wurfhämmer oder Yogamatten verschickt. Der komplette Produktkatalog umfasst 600 Seiten.

Neben Deutschland sind Frankreich, die Niederlande, Polen und Ungarn die wichtigsten europäischen Märkte für Sportgeräte. Außerhalb Europas „ist der arabische Raum und Asien sehr wichtig für uns“, betonte Lederer. Gut möglich also, dass die ausländischen WM-Teams auch in ihrer Heimat nicht am Weltmeister vorbeikommen und jedes Tor ein Franke ist.

Autor: 
mei.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 03|2007, Seite 44

 
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