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Flüssige Mittel

Oft genügen kleine Veränderungen der betrieblichen Abläufe, um die Kosten- und Ertragssituation zu verbessern.

Für jeden Geschäftsführer von kleinen oder mittleren Unternehmen und für den Finanzchef einer größeren Firma sollte Liquiditätsmanagement Chefsache sein. Denn es sichert die Handlungs- und Zahlungsfähigkeit und wirkt sich direkt auf die Bilanz aus (z.B. durch geringere Zinslast, effizientere Prozesse und höheren Gewinn).

Wie ist dieser Effekt zu erreichen? Zentrales kurzfristiges Instrument ist die Liquiditätssteuerung (Liquiditätsmanagement im engeren Sinn). Das bedeutet: Der Fluss der Ein- und Auszahlungen wird genau beobachtet und optimiert. Zeitliche Veränderungen von Zahlungsvorgängen müssen dazu ständig erfasst werden. Nur so lassen sich Wertstellungen taggenau erfassen, und nur so wird eine exakte Disposition der finanziellen Mittel möglich. Damit lässt sich nicht zuletzt der genaue Kapitalbedarf ermitteln, Kreditlinien müssen nicht mehr so häufig in Anspruch genommen werden. Die Folgen: Geringere Zinslast und vielleicht Liquiditätsüberschüsse, die man anlegen kann und damit höhere Zinserträge erzielt.

Mit einem monatlichen Liquiditätscontrolling (Soll-/Ist-Vergleich zwischen der Planung und den tatsächlich gelaufenen Zahlungsströmen) verfeinert man die Steuerung immer weiter. Ein solches Management wird auch von den Banken gefordert – gerade im Zusammenhang mit Rating (Basel II). Wer sein Rating verbessert, kommt in den Genuss bessere Kreditkonditionen.

Forderungsmanagement: Weiteres wichtiges Instrument des Liquiditätsmanagements ist der professionelle Umgang mit offenen Forderungen. Selbstverständlich sein sollten eine stete Kontrolle der Zahlungseingänge und ein klarer Maßnahmenkatalog, der permanent abgearbeitet werden muss (telefonische Mahnung, Erinnerungsschreiben, letzte Mahnung, Mahnbescheid). Mit der Recherche über die Bonität des Kunden und mit einem internen Rating sollte man natürlich schon beim ersten Kundenkontakt beginnen.

Zinsstrukturmanagement: Weiteres zentrales Instrument des Liquiditätsmanagements ist die Analyse der Zinsstruktur des Unternehmens. Wer die gesamte Finanzierungsstruktur durchleuchtet und auch „alternative“ Formen der Finanzierung in Betracht zieht (u.a. Leasing, Contracting, Mezzanine), kann häufig die Kreditkosten senken. Die Steuerung der Finanzierungsstruktur, die auch Auswirkungen auf die persönliche Haftung des Unternehmers hat, setzt ein aktives Management und eine enge Zusammenarbeit mit den Kapitalgebern – gleich ob Bank oder sonstige Investoren – voraus.

Wenn nun alle genannten Instrumente optimal eingesetzt werden, wirkt sich dies sowohl auf der Aktivseite der Bilanz im Umlaufvermögen als auch auf der Passivseite beim Eigenkapital und den Verbindlichkeiten (Überziehungskredite) aus. Schließlich und endlich hat eine verfeinerte Liquiditätssteuerung günstige Auswirkungen auf die Unternehmenskennzahlen. Die positiven Effekte der beschriebenen Instrumente lassen sich rechnerisch schnell und einfach messen. Es bedarf nur einiger Eckzahlen und Zinssätze, um mit speziellen Formeln die Verbesserungen in Euro und Cent darzustellen. Erleichtert oder sogar automatisiert wird das Liquiditätsmanagement mit spezieller Software. Diese Programme helfen, aktuelle und verlässliche Daten über die eigene Finanzlage zu bekommen.

Externer Kontakt: Thomas Albert, Senior Consultant bei Dr. Krieger, Wydawka & Partner, Unternehmensberatung, Schwabach, albert@kwpartner.com
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 09|2007, Seite 12

 
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