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Schub für das Eigenkapital

Die IZT Innovationszentrum für Telekommunikationstechnik GmbH in Erlangen ist ein Beispiel dafür, wie Beteiligungskapital jungen Unternehmen zu einer soliden finanziellen Basis für weiteres Wachstum verhilft.

Ein Unternehmen, das anfängt, mit neu entwickelten Produkten in hoch technologische Nischenmärkte einzudringen, benötigt Finanzierungspartner. Schließlich ist es mehr als andere Firmen auf die laufende und erfolgreiche Weiterentwicklung seiner Produkte angewiesen. Das war auch bei der IZT GmbH so, die im Jahr 1997 von Rainer Perthold aus dem Erlanger Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS ausgegründet wurde. Spezialisiert hat sich das Unternehmen darauf, Investitionsgüter etwa für Funküberwachung, digitalen Rundfunk oder Mess- und Prüftechnik für die Automobilindustrie zu entwickeln, herzustellen und zu vermarkten.

2004 wurde eine neue Generation von Signalgeneratoren für die Entwicklungsabteilungen der Autoindustrie entwickelt. Mit deren Hilfe können Hersteller von Autos und digitalen Autoradios die Empfangsqualität und -leistung der Funksignale unter den verschiedensten Bedingungen testen. Um die Entwicklung und den Vertrieb dieser Produkte finanziell abzusichern, suchte Perthold einen Finanzierungspartner.

Diesen fand der Geschäftsführende Gesellschafter in der BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft mbH, zu deren Gesellschaftern unter anderem die LfA Förderbank Bayern und alle großen in Bayern ansässigen Kreditinstitute gehören. Aktuell ist die BayBG an 550 bayerischen Mittelstandsunternehmen beteiligt. In Mittelfranken ist die Gesellschaft nach Aussage von Unternehmenssprecher Josef Krumbachner mit 34 Mio. Euro investiert, davon seien im vergangenen Jahr etwa 5,3 Mio. Euro neu hinzugekommen.

Das Besondere an den BayBG-Angeboten ist, dass die Unabhängigkeit des einzelnen Unternehmens gewahrt bleibt. Sie vergrößert sich sogar, weil dem Unternehmer mehr Kapital zur Verfügung steht. Außerdem geht die BayBG prinzipiell nur Minderheitsbeteiligungen ein. Zur häufigsten Kapitalspritze gehört aber die typische stille Beteiligung. Die BayBG gestaltet diese meist als Individual-Mezzanin. Dies bedeutet, so Krumbachner, dass ein zum jeweiligen Unternehmen passender Finanzierungsmix mit fixen und variablen Anteilen gefunden wird. Grundsätzlicher Vorteil: Das Fremdkapital wird in der Bilanz als Eigenkapital verbucht und auch nach den Basel II-Kriterien als solches anerkannt.

In einem Redaktionsgespräch bei IZT erklärte BayBG-Geschäftsführer Peter Pauli, dass bei dem Erlanger Technologieunternehmen beide Formen der Beteiligung kombiniert worden seien. Das Beteiligungskapital wurde Anfang 2008, nachdem es 2005 schon einmal erhöht wurde, noch einmal aufgestockt, sodass es jetzt 750 000 Euro beträgt. Die offene direkte Beteiligung sei prozentual niedrig und liege bei 155 000 Euro. IZT-Geschäftsführer Perthold unterstrich, dass er nur positive Erfahrungen mit dem Engagement der BayBG gemacht habe. Im Gegensatz zu Bankkrediten, deren Konditionen geändert oder gekündigt werden könnten, seien diese Beteiligungen wirtschaftlich kalkulierbar. Auch sei kein Verkauf vorgesehen, wie dies etwa Venture Capital-Gesellschaften machen, sondern nur der Rückkauf der offenen Anteile beziehungsweise die Rückzahlung des stillen Beteiligungskapitals durch den Unternehmer selbst. BayBG-Geschäftsführer Pauli wies zudem daraufhin, dass der Rückkauf oder die Rückzahlung spätestens nach sieben bis zehn Jahren erfolgt - je nachdem, wann das Unternehmen das Beteiligungs- oder Fremdkapital nicht mehr benötigt.

Mit dem erweiterten Eigenkapital durch das BayBG-Engagement konnte die IZT seit 2005 ihren Wachstumskurs stetig fortsetzen. 2007 realisierte das Erlanger Technologieunternehmen mit 48 Mitarbeitern erneut ein Umsatzplus von rund 15 Prozent. Damit kletterte der Jahresumsatz des Unternehmens auf über acht Mio. Euro, erklärte Perthold, der in Kürze die offenen Anteile der BayBG übernehmen will.

Autor: 
Stephan Mühlbaur
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 04|2008, Seite 26

 
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