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Rangau Rapsöl

Treibstoff für Blockheizkraftwerke

Seit 2006 produziert die Ölmühle der RRÖ Rangau Rapsöl GmbH in Roßtal-Raitersaich reines kalt gepresstes Pflanzenöl. Die Mühle befindet sich im Gebäude einer früheren Kartoffelschnaps-Brennerei in der Nähe von zwei weithin sichtbaren Windrädern.

Neun bis zehn Tonnen Raps von heimischen Feldern zerdrückt die Mühle nach Angaben von Geschäftsführer Rainer Tiefel täglich und macht daraus ein Drittel Öl, zwei Drittel Presskuchen. Der "Abfall" Presskuchen ist als hochwertiges Viehfutter begehrt bei Bauern und Futtermittelwerken. Der regionale Wirtschaftskreislauf ist den RRÖ-Verantwortlichen ein wichtiges Anliegen, um für Öltransport, Ver- und Entsorgung sowie Vertrieb nur kurze Fahrtstrecken zurücklegen zu müssen.

Bei der Gründung verließen sich die RRÖ-Gründer, die auch kalt gepresstes Speiseöl herstellen, auf die Steuerbefreiung für Rapsöl, die die rot-grüne Bundesregierung im Jahr 2000 in ihrem Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegt hatte. Als RRÖ nach dreijähriger Vorplanung 2006 tatsächlich anlief, änderte die Große Koalition die Politik und belegte Pflanzenöl mit Steuern, ähnlich wie Diesel oder Benzin. Damit sehe man sich benachteiligt, besonders im Vergleich zu Flugzeugsprit oder Erdgas. So wird Rapsöl als Kraftstoff laufend teurer, die wirtschaftlichen Vorteile für diesen alternativen, umweltverträglichen Antrieb drohen dahinzuschmelzen, so die Sorge der Mühlenbetreiber.

Deshalb setzt RRÖ nun verstärkt auf Pflanzenöl-Blockheizkraftwerke (BHKW): Dort darf Biosprit weiterhin steuerfrei benutzt werden, ist also (fast) konkurrenzlos günstig. Außer die BHKW-Betreiber kaufen Billig-Palmöl aus der Ferne. Im Nürnberger Hallenbad Langwasser haben die Roßtaler mit ihrer Regionalvermarktungsidee nun Erfolg gehabt: 210 000 Liter jährlich beträgt der Bedarf alleine für dieses BHKW. Es wird von der N-Ergie-Tochter Implea Plus GmbH betrieben, erwärmt das Schwimmbadwasser und speist gleichzeitig Ökostrom ins Netz ein.

Autor: 
wra.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 07|2008, Seite 63

 
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