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Miniatureisenbahnen

Landschaften im Kleinformat

Die lange Tradition der Modelleisenbahn-Herstellung in Nürnberg ist zu Ende gegangen. Doch öffentlich zugängliche Modellbahnanlagen halten die Erinnerung wach.

Fernsehen statt Buch, Computerspiele statt Basteln – Deutschlands Kinder und Jugendliche bereiten der traditionellen Spielzeugindustrie zurzeit wenig Freude. Auch die einst mächtigen Modelleisenbahnbauer sind unter Druck geraten und müssen mit sinkenden Absatzzahlen kämpfen. Doch bei zahlreichen Erwachsenen, die schon als Kind viel Freude an den kleinen Loks, komplizierten Schienenwegen und kunstvoll gestalteten Landschaften hatten, sind Modelleisenbahnen weiterhin gut im Rennen.

In Mittelfranken finden sich für alte und junge Fans zahlreiche attraktive Modelleisenbahnanlagen, die auf Besucher warten. Natürlich darf auch im DB Museum in Nürnberg eine Mini-Eisenbahn nicht fehlen. Das Museum bringt mit der "Eisenbahn-Erlebniswelt" auf ca. 1 000 Quadratmetern Fläche den Museumsbesuchern die Themen Geschichte, Konstruktion und Betrieb der Eisenbahn spielerisch nahe. Die Modellbahnanlage im Museum hat eine Gleislänge von 500 Metern. Über 30 Züge werden vom "diensthabenden Fahrdienstleiter" mit einem originalen Gleisbildstellwerk auf die "Strecke" geschickt.

Das Spielzeugmuseum Nürnberg zeigt im besonderen Maßstab 1:64, der Spurweite S, einen 30 Quadratmeter großen Nachbau des amerikanischen Eisenbahnknotenpunkts Omaha/Nebraska. Ohne je vor Ort gewesen zu sein, schuf ihr Erbauer, der Nürnberger Geologe Dr. Wolfram Bismarck, zwischen 1950 und 1974 eine detaillierte, am realen Betriebsablauf orientierte Anlage. Im historischen Innenhof des Museums rollen auf einer schön gestalteten Anlage großformatige Züge der Nürnberger Firma E.P. Lehmann Patentwerk. Auf Knopfdruck ziehen drei Züge auf insgesamt 70 Meter Gleislänge ihre Kreise. Die Anlage wurde dem Spielzeugmuseum 1998 aus Anlass des 30-jährigen Geburtstags der Lehmann Großbahn (LGB) von der Herstellerfirma geschenkt.

Im Schwabacher Stadtmuseum befindet sich auf 800 Quadratmetern die weltweit größte Fleischmann-Spielzeugausstellung mit Anlagen in verschiedenen Spurweiten und den neuesten Modellen.

Neben diesen "offiziellen" Modelleisenbahnanlagen sind es vor allem die ganz privat konstruierten und unterhaltenen Anlagen engagierter Modelleisenbahnliebhaber, die für Furore bei Fachleuten und Laien sorgen. So findet sich im Miniaturland Treuchtlingen eine 250 Quadratmeter große Anlage, auf der ständig bis zu fast 30 Züge unterwegs sind. Angeboten werden in Treuchtlingen auch Modellbau-Lehrgänge für Eisenbahnfans. Und in der Faszination Gotthardbahn in Steinsfeld-Reichelshofen, nördlich von Rothenburg o.d. Tauber, ist seit 2001 ein Nachbau der Nordrampe der Schweizer Gotthardbahn im Abschnitt Göschenen bis Erstfeld mit 46 Viadukten und 22 Tunneln entstanden.

Mit der Eröffnung seiner Miniatur Erlebniswelt in Dietenhofen am 4./5. Juli 2009 erfüllt sich der fränkische Unternehmer Hartmut Lennert einen Kindheitstraum. Ganz klein hatte er einst auf seinem Dachboden mit dem Modellbau begonnen, die neue Anlage besteht aus sieben Hauptstrecken und bildet verschiedene Szenen, vom Bahnbetriebswerk und Stadtbahnhof bis zum Flughafen mit Bahnhof ab. Über 400 Meter Gleise der Spurweite N, auf denen Modellzüge von Fleischmann verkehren, hat Lennert verlegt.

Clubs und Vereine der Region nutzen Messen und Ausstellungen, aber auch Adventsmärkte in Einkaufszentren, um kleinere Modellanlagen auszustellen, so z.B. der Fürther Eisenbahnclub oder die Freunde der Nürnberg-Fürther-Straßenbahn (am 4./5. Juli 2009 im Historischen Straßenbahndepot St. Peter).

Autor: 
hpw.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 05|2009, Seite 46

 
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