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Vitallo

Luxus-Schuhe für Sport und Business

In einem rund 400 Jahre alten Haus im historischen Stadtkern von Hilpoltstein wird Handwerkskunst auf höchstem Niveau praktiziert: In der Schuhmacherei Hackner entstehen in endlosen Handgriffen und Nadelstichen Schuhe aus hochwertigsten Materialien. Der Familienbetrieb ist einer der letzten Manufakturen für Maßschuhe in Deutschland.

„Wir bleiben auf dem Teppich“, sagt Schuhmachermeister Friedrich Hackner, der in zweiter Generation „aus Liebe zum Handwerk“ die Geschäfte führt. Kunden vor Ort kommen in den Laden, mustern Schuhe oder lassen sich orthopädisches Schuhwerk anfertigen. „Unsere Königsdisziplin ist aber der zwiegenähte Schuh nach Maß“, ergänzt sein Sohn Michael, der auch Ingenieur für Schuhtechnik ist.

Vor über 20 Jahren wurde die Marke Vitallo aus der Taufe gehoben. Motor der Erfolgsgeschichte ist die Linie für Motorsportler, die beispielweise von Sportstars wie Rallye-Weltmeister Walter Röhrl sehr geschätzt wird. „Wir fertigen einen Schuh in handwerklicher Perfektion.“ Dieses „Fahrgestell für den Fuß“ gilt als gleichermaßen funktionell und sportlich sowie komfortabel nach Maß erstellt. Aber auch Sportgolfer, designverliebte Zeitgenossen oder Freunde des besonderen Business-Schuhs kommen in Hilpoltstein auf ihre Kosten.

Michael Hackner tüftelt zudem ständig an Prozessoptimierungen. Aber weniger, um Materialen und Arbeitsschritte einzusparen, sondern um Verarbeitung und Passgenauigkeit weiter zu verbessern. Der Firmenphilosophie, den Kunden den perfekten Schuh zu bieten, wird alles andere untergeordnet. Für Friedrich Hackner bedeutet das: „Unsere Schuhe bieten Bodenhaftung und sorgen dafür, dass der Träger besser geerdet ist.“ Dass dem Schuhwerk in Deutschland kaum Beachtung geschenkt wird, obwohl man tagtäglich so viel Zeit mit Stehen und Gehen verbringt, kann er nicht nachvollziehen. „Die Aldisierung mit Schuhen aus China“ sieht er als große Gefahr.

Das aufwändige Handwerk beginnt bereits bei der Auswahl des Leders. Bei einem herkömmlichen Schuh wird die natürliche Zugkraft des Leders einfach verklebt. Die Hackners nutzen dagegen den Materialzug, um den Tragekomfort zu verbessern. „Das lässt sich in einer Fabrik nicht umsetzen“, betont Michael Hackner diesen feinen Unterschied. Verarbeitet werden nur Tierhäute aus dem Allgäu, die den Ansprüchen entsprechen. Rund 1 000 Paar Schuhe werden pro Jahr in der Werkstatt gefertigt, die Zwischensohle Stich für Stich in präziser Handarbeit mit dem Schaft vernäht. Beim Business-Schuh wird der Absatz ganz solide mit Holznägeln verzapft. Ein anderer ziemlich deutlicher Unterschied zum herkömmlichen Schuh ist der Preis. Ein klassischer, dreifach genähter Herrenschuh ist unter 3 000 Euro nicht zu bekommen. „Unsere Vitallo-Schuhe werden dem Begriff Luxus auch wirklich gerecht.“

Über mangelndes Geschäft kann sich der Familienbetrieb nicht beklagen. Die Hälfte der Schuhe wird ins Ausland verkauft, Vertriebspartner gibt es in den USA, Taiwan, China und Belgien. Nach einem Nürburgring-Rennen kommt schon mal eine ganze Gruppe taiwanesischer Motorsportler, um sich die Füße vermessen zu lassen. Einige Paare schätzen den Partner-Look am Fuße und bestellen deshalb zwei Paar gleiche Schuhe. Ein Kunde hat sich sogar aus dem Sitzleder einer limitierten Sportwagenserie die passenden Schuhe mit Herstellerlogo fertigen lassen.

Sieben Mitarbeiter arbeiten heute in der Werkstatt, die von Friedrich Hackners Vater nach dem Krieg gegründet wurde. Nun stehen die Söhne Michael und Stefan bereit, um in den nächsten Jahren die Firma von ihrem Vater zu übernehmen. Der sieht sein Lebenswerk bei ihnen in guten Händen: „Beide haben für unsere Schuhmanufaktur die notwendige Liebe und Leidenschaft.“

Autor: 
tt.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 10|2011, Seite 131

 
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