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Neue Forschungseinrichtung

Was kommt bei Senioren an?

Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) und die Universität Erlangen-Nürnberg haben das Zentrum für alternsgerechte Dienstleistungen (ZAD) in Nürnberg eröffnet. Es sieht sich als zentrale Anlaufstelle rund um die Themen Alter und demografische Chance.

Die Alterung der Gesellschaft in Kombination mit einer anhaltend niedrigen Geburtenrate sind eine gesellschaftliche Realität, für die Wirtschaft sind die Auswirkungen des demografischen Wandels nicht zu unterschätzen. Angesichts alternder Belegschaften müssen sich die Betriebe der Frage stellen, wie sich Produktivität und Innovationsfähigkeit auf Dauer erhalten lassen. Das ZAB unterstützt die Betriebe dabei, sich auf solche Herausforderungen vorzubereiten. Dabei geht es beispielsweise darum, die Organisation und die Prozesse im Betrieb zu überprüfen und gegebenenfalls zu verändern, um das Wissen älterer oder ausscheidender Mitarbeiter zu erhalten und systematisch an den Nachwuchs weiterzugeben. Als Möglichkeit bieten sich etwa altersgemischte Teams an, die ein „intergenerationales Lernen und Arbeiten“ realisieren können.

Ein weiterer Aspekt des demografischen Wandels aus Sicht der Unternehmen ist die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen, die sich an ältere Menschen richten. Das ZAD unterstützt die Betriebe dabei, das Marktpotenzial besser zu erschließen, denn nach wie vor erfüllen technische Produkte für den Seniorenmarkt oft nicht die Anforderungen, die von dieser Zielgruppe erwartet werden. Koordiniert wird an dem neuen Zentrum der Seniorenbeirat für die Produktentwicklung (SEN-PRO), an dem über 100 Menschen im Alter von 60 bis 90 Jahren neue Produkte und Dienstleistungen testen und beurteilen. Offen ist das ZAD auch für Privatpersonen, für die es umfangreiche Beratungen und Diagnostik rund um die Themen Alter und Gedächtnis anbietet.

Im ZAD kooperieren folgende Partner miteinander: die Service Factory Nürnberg (SFN) der Fraunhofer-Arbeitsgruppe Supply Chain Services (SCS), das Institut für Psychogerontologie (IPG) an der Universität Erlangen-Nürnberg und der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik 1. Formal ist das ZAD ein Teilprojekt der Service Factory Nürnberg, das mit Mitteln des Freistaats gefördert wird. Das interdisziplinäre ZAD verknüpft Unternehmen, Arbeitnehmer, Kunden und Forscher, um Dienstleistungsinnovationen voranzubringen. „Das Zentrum inspiriert alle, die Altern als Motor und Treiber für Innovationen und Lösungsentwicklung verstehen“, erklärte Prof. Dr. Kathrin Möslein, Inhaberin des Lehrstuhls Wirtschaftsinformatik 1.

Autor: 
tt.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 07|2013, Seite 17

 
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