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Forschungsenergie für die Erneuerbaren

Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg

In Erlangen und Nürnberg wird ein neues Helmholtz-Institut zur Erforschung erneuerbarer Energien entstehen. Schwerpunkte werden druckbare Photovoltaikzellen und Wasserstofftechnologien sein.

Das neue Institut wird in einer Kooperation des Forschungszentrums Jülich, des Helmholtz-Zentrums Berlin und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) betrieben. Der Freistaat Bayern beabsichtigt, für das Helmholtz-Institut einen Neubau zu finanzieren und in der Gründungsphase den laufenden Betrieb für fünf Jahre zusätzlich zu unterstützen. Die Helmholtz-Gemeinschaft fördert das neue Institut mit jährlich 5,5 Mio. Euro für Personal, Betrieb und Investitionen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte eine internationale Gutachter-Kommission die Bedingungen für ein solches Institut in Erlangen und Nürnberg geprüft und von einem „exzellenten Konzept“ gesprochen. Als Keimzelle diente das an der FAU seit 2007 etablierte Exzellenzcluster für Material- und Prozessforschung EAM (Engineering of Advanced Materials), mit dem international anerkannte Erfolge in der Grundlagenforschung erreicht wurden. „Die ,Helmholtzfreie Zone Nordbayern‘ ist mit dieser Entscheidung endlich Geschichte“, sagte FAU-Präsident Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske. „Der Wissenschaftsstandort gewinnt mit der Ansiedlung zusätzlich an Profil und wird zu einem der wichtigsten Zentren für die Forschung rund ums Thema erneuerbare Energien und Materialwissenschaften.“

Das Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien („HI ERN“) soll als Außenstelle des Forschungszentrums Jülich mit dem ebenfalls beteiligten Helmholtz-Zentrum Berlin geführt werden und mittelfristig 40 bis 50 Mitarbeiter beschäftigen. Erwartet wird, dass das Institut renommierte Wissenschaftler von internationalem Rang in die Region Nordbayern zieht. Inhaltlich wird sich das HI ERN zunächst vor allem zwei Schwerpunkten widmen: der Erforschung druckbarer Photovoltaik und innovativer Methoden zur chemischen Energiespeicherung über Wasserstofftechnologien – beides zentrale Fragestellungen, wenn es um die breite und kostengünstige Nutzbarmachung von erneuerbaren Energien und den Erfolg der Energiewende in Deutschland geht.

Jülich, Berlin und Universität Erlangen-Nürnberg werden ihre Berufungspolitik aufeinander abstimmen, gemeinsam Forschungsprojekte realisieren sowie Mitarbeiter und Studenten austauschen. Mit dem Jahresetat sollen neben vier Professuren auch zwei Nachwuchsgruppen finanziert werden. Der neue Forschungsbau wird auf dem Erlanger Südgelände der Universität entstehen. In Nürnberg soll auf dem früheren AEG-Areal „auf AEG“ eine Professur des neuen Helmholtz-Instituts angesiedelt werden – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Energie Campus und zum Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik.

Der lange Atem, mit dem sich auch die IHK für die Ansiedlung des Helmholtz-Instituts eingesetzt habe, habe sich ausgezahlt, so Dr.-Ing. Robert Schmidt, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Innovation|Umwelt. So habe u.a. die von der IHK koordinierte Interessengemeinschaft Hochschulen Region Nürnberg (igh) das Projekt intensiv vorangetrieben. Das HI ERN werde die Kompetenz der Metropolregion Nürnberg in der Energieforschung nachhaltig stärken. Nach Worten Schmidts werden von dem Institut vor allem die Bereiche Neue Materialien sowie Energie und Umwelt profitieren, die im Entwicklungsleitbild der Metropolregion als Kompetenzfelder definiert wurden. „Die Metropolregion gewinnt dadurch weiter an internationaler Strahlkraft und an hochwertigen Arbeitsplätzen in der Grundlagenforschung“, so Schmidt. Außerdem mache sich das neue Helmholtz-Institut bestens auf der „technologischen Visitenkarte“ der Region. Dies werde sich auch für die Unternehmen der Region auszahlen.

Die Helmholtz-Gemeinschaft ist die größte Forschungsorganisation in Deutschland: Sie beschäftigt fast 34 000 Mitarbeiter in 18 Forschungszentren und betreibt mit einem Jahresbudget von 3,76 Mrd. Euro Spitzenforschung in den Bereichen Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr.

Autor: 

tt.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 07|2013, Seite 37

 
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