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MBFZ Toolcraft

Präzision für Rennsport und Luftfahrt

Im Gewerbegebiet von Georgensgmünd liegt der moderne Funktionsbau der MBFZ Toolcraft GmbH. Die Mitarbeiter in den Fertigungshallen, die sich mit Präzisionsteilen, Produktentwicklung, Spritzgießtechnik, Dienstleistungen und Formenbau beschäftigen, fühlen sich alle dem Unternehmensleitbild verpflichtet, das auf hohe Innovationskraft setzt, wie Gründer und Geschäftsführer Bernd Krebs berichtet: "Das leben wir."

Die Philosophie fasst er in drei kurzen Stichworten zusammen: „Freude an der Arbeit“, „sicherer Arbeitsplatz“ und „erfolgreich wirtschaften“.

Der wirtschaftliche Erfolg lässt sich an der Unternehmensgeschichte ablesen. Krebs, der gelernter Mechaniker ist, gründete 1989 in Schwabach mit einem Gründerkredit sein Garagenunternehmen. „Ich wollte mein eigener Herr sein“, begründet er den damaligen Schritt, der sich als richtig erwies. Es begann ein aufreibendes Klinkenputzen, mit dem der CNC-Fräser seine Bauteile bei den Großunternehmen in der Region an den Mann brachte. Drei Jahre später bezog er in Georgensgmünd seine erste Produktionshalle.

Die „neue Geburt“ seines Unternehmens datiert er auf das Jahr 1999, als er zunächst beim BMW-Chefeinkäufer für die Formel 1 ein Meisterstück auf eigenes Risiko ablieferte. Sein Deal: „Wenn wir die Anforderungen erfüllen, gibt es eine Lieferantennummer.“ Mittlerweile finden sich nicht nur alle großen Namen des internationalen Rennsports auf der Referenzliste, sondern auch neun weitere Branchen, u.a. Medizintechnik, Halbleiterindustrie, Luft- und Raumfahrt, Wehrtechnik und Spielzeugindustrie.

Ein Glanzstück der heutigen Fertigung ist das adaptive Laserschmelzverfahren, bei dem komplexe Bauteile Schicht um Schicht entstehen. So können Produktionszeit gespart, Innovationszyklen beschleunigt und präzisere Formen geschaffen werden. „Wir sind hier Vorreiter“, so Krebs zu dieser Entwicklung, die in einer Partnerschaft mit drei Hochschulen erarbeitet wurde. Selbst in Europa sieht er sich als einer der wenigen Spezialisten mit dieser technologischen Kompetenz.

Für Höchstleistungen in der Entwicklung, Präzision in der Umsetzung und Tempo bei der Auslieferung wurde Toolkraft mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt – darunter „Supplier Awards“, Auszeichnungen als „Top-Lieferant“ oder der Preis „Bayerns Best 50“, der an die wachstumsstärksten Unternehmen verliehen wird. Krebs hat dafür eine lapidare Erklärung: „Wir sind ein cooles Team. Das Arbeiten ist hier so, wie man es sich wünscht.“ Er setzt auf Mitarbeiter aus der Umgebung und räumt ihnen große Freiheiten ein. „Wer will und kann, darf auch“, ist eine seiner Maximen, die ausdrücklich auch Fehltritte zulässt und mit der er seine mittlerweile 227 Mitarbeiter (darunter 17 Azubis) führt.

Die Mitarbeiter profitieren von einem internen Prämiensystem, über das u.a. Bücher für die Weiterbildung oder das Kindergartengeld bei jungen Familien bezahlt werden. Zehn Prozent des Ertrages werden an alle Beschäftigten ausgeschüttet. Ein Beauftragter für Work-Life-Balance achtet u.a. darauf, dass im Urlaub die Mail-Verbindung gekappt ist. Gleichzeitig organisiert Krebs eine Back-up-Strategie für alle Schlüsselfunktionen: „Jeder – auch ich – muss jederzeit ersetzbar sein.“ Folgerichtig hat er Karlheinz Nüßlein und Christoph Hauck als weitere Geschäftsführer in das Führungsteam aufgenommen.

Der Umsatz von zuletzt 18,5 Mio. Euro soll in diesem Jahr auf 22 Mio. Euro klettern, die Zahl der Mitarbeiter auf bis zu 260 steigen. Für geschäftliche Impulse dürfte die vor Kurzem erfolgte Zulassung als Airbus-Lieferant sorgen. Konsequent treibt Krebs die Diversifizierung voran, um Abhängigkeiten von Großabnehmern oder Konjunkturzyklen zu vermeiden. Dafür betreibt er vor Ort noch die Vertriebsfirma Unicam Software mit aktuell 25 Mitarbeitern, die auf CAD- und CAM-Anwendungen spezialisiert ist. Im indonesischen Yogyakarta hat er ein Joint-Venture mit nunmehr 220 Mitarbeitern gegründet, um mit Präzisionsteilen, Spritzgießtechnik oder Formenbau den asiatischen Markt zu bedienen. Auch betriebswirtschaftlich sieht Krebs sein Unternehmen gut aufgestellt, dass von Banken unabhängig sei und über eine solide Eigenkapitaldecke verfüge.

Autor: 
tt.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 07|2013, Seite 77

 
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