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Editorial

Amerika, du hast es schlechter?

Woran denken Sie als erstes beim Stichwort Wirtschaft in den USA: an Chlorhühnchen? Siemens-Chef Joe Kaeser bot uns beim IHK-Kammergespräch noch einige weitere Schlagworte: günstige Energie im Überfluss, Innovationskraft und einen auf lange Jahre absehbaren industriellen Aufschwung.

Für uns in der stark exportabhängigen Metropolregion Nürnberg bedeutet dies Chance und Risiko zugleich. Allem Anschein nach verlagert sich auch in den nächsten Jahren ein weiterer Teil der weltweit erbrachten Wertschöpfung aus Europa hinaus in andere Kontinente, Nordamerika weit vorne. Dort entsteht neuer Wohlstand und die spannende Frage lautet, welche Unternehmen die dann wachsenden Bedürfnisse befriedigen werden.

Anstatt das geplante Freihandelsabkommen mit den USA in Bausch und Bogen zu verdammen, sollten wir uns unserer Vergangenheit besinnen, in der sich gerade die Nürnberger Kaufleute für den Abbau von Handelsbarrieren einsetzten. Bereits im Jahr 1331 pilgerte eine Abordnung der Stadt Nürnberg zu Kaiser Ludwig dem Bayern, um Zollprivilegien in den wesentlichen Handelszentren Europas zu erreichen.

Dieses Europa schwingt sich jetzt auf, Zollfreiheit und einheitliche Standards im größten Wirtschaftsraum der Welt zu schaffen – der Asien-Pazifik Raum ist uns hier weit voraus. Lassen wir uns also ruhig auch mal vom amerikanischen Unternehmergeist inspirieren. Ich für meinen Teil weiß nicht, ob und wie viele Chlorhühnchen ich bei Besuchen in den Vereinigten Staaten schon gegessen habe. Aber die Zahl unserer mittelfränkischen Unternehmen mit Geschäftsverbindungen in die Vereinigten Staaten kenne ich: es sind knapp 800.

IHK-Präsident
Dirk von Vopelius

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 11|2014, Seite 3

 
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