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Konjunktur in Mittelfranken

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Joggerin Wald Laufen © Pojo Slaw - ThinkstockPhotos

Die Unternehmer machen gute Geschäfte und blicken optimistisch in die nächsten Monate, so das aktuelle IHK-Konjunkturklima.

Die positive wirtschaftliche Entwicklung in Mittelfranken setzt sich auch im Herbst fort. Mehr als 90 Prozent der heimischen Unternehmen sind mit ihrer gegenwärtigen Geschäftslage zufrieden, fast die Hälfte meldet eine Verbesserung gegenüber dem soliden ersten Halbjahr 2015.

Optimistisch ist auch der Blick in die Zukunft: Ein Viertel der mittelfränkischen Betriebe rechnet mit einer weiteren Geschäftsbelebung in den kommenden Monaten, nur rund jeder zehnte mit einer Eintrübung. Damit steigt der IHK-Konjunkturklimaindex gegenüber dem Frühjahr um 2,2 Punkte an und erreicht einen erfreulichen Wert von 126,3 Punkten. Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Nürnberg für Mittelfranken.

Die Geschäftslage der mittelfränkischen Wirtschaft ist weiterhin positiv. Derzeit bewerten 46 Prozent der befragten Betriebe die aktuelle Situation gut, nur sieben Prozent sind unzufrieden. Der Saldo steigt damit um acht Punkte auf plus 39 deutlich an. Gute Lagewerte kommen dabei aus allen Branchen. Nach wie vor ist es die solide Binnenkonjunktur, die den Unternehmen gute Geschäfte beschert. Hinzu kommen die positiven Impulse aus dem Auslandsgeschäft, die Euro-Zone, Nordamerika und der Asien-Pazifik-Raum waren zuletzt gute Absatzmärkte für die mittelfränkische Wirtschaft.

Aussichten bleiben positiv

Das aktuell gute Geschäftsniveau wird Bestand haben, davon geht die Mehrheit der mittelfränkischen Betriebe aus. 64 Prozent erwarten konstant gute Geschäfte in den kommenden Monaten. Eine Verbesserung der Geschäftslage erwartet ein Viertel der Betriebe. Im Saldo sinkt der Erwartungswert um vier Punkte und erreicht aktuell solide und zuversichtliche plus 14 Punkte. Dabei hegen besonders die überwiegend binnenwirtschaftlich geprägten Branchen – bis auf die saisonbedingt zurückhaltende Bauwirtschaft – positive Erwartungen an die kommenden Monate. Die Investitionsabsichten haben sich in den zurückliegenden Monaten kaum verändert: Ein Drittel der befragten Betriebe hat eine Ausweitung der Investitionsausgaben fest im Blick, zehn Prozent wollen weniger ausgeben und nur acht Prozent planen keine Investitionen. Auf dem Arbeitsmarkt sind keine tiefgreifenden Veränderungen zu erwarten, der Personalbedarf der heimischen Betriebe bleibt stabil: 18 Prozent der Unternehmer denken aktuell darüber nach, den Personalbestand aufzustocken, deutlich weniger Betriebe wollen Stellen abbauen (zehn Prozent).

Industrie: Für die regionalen Industriebetriebe sind die Geschäftsperspektiven anhaltend positiv. Über 40 Prozent berichten von guten Geschäften, die Hälfte ist aktuell zufrieden und nur sieben Prozent äußern sich gegenteilig. Insgesamt steigt der Saldo gegenüber dem Frühjahr um zwei Punkte auf plus 38 an. Besonders positiv äußern sich die Hersteller von Vorleistungsgütern; die Investitionsgüterindustrie ist offenbar noch in der Warteposition, verspricht sich aber einen deutlichen Zuwachs in den kommenden Monaten. Die Geschäftserwartungen sind bei den Investitionsgüterherstellern mit plus 24 Punkten deutlich über dem Branchenschnitt, der für die Industriebetriebe bei plus 14 Punkten liegt. Grund ist die sehr gute Entwicklung der Exporte in den letzten Monaten. Für die Euro-Zone, Nordamerika und den Asien-Pazifik-Raum melden die mittelfränkischen Industriebetriebe spürbare Impulse. Die Investitionsneigung bleibt positiv, die Beschäftigungsneigung steigt deutlich.

Bauwirtschaft: Das Baugewerbe ist nach wie vor höchst zufrieden mit den aktuellen Geschäften. Rund zwei Drittel der mittelfränkischen Bauunternehmen berichten von guten Geschäften, eine Verschlechterung meldet kein einziges. Der Saldo der Lagebeurteilung sinkt gegenüber dem Frühjahr leicht um vier Punkte, liegt aber mit plus 63 Punkten weiterhin auf Spitzenniveau. Etwas skeptischer sind die Erwartungen der Bauwirtschaft naturgemäß für die kommenden Wintermonate. Mit einem Saldo von plus fünf liegen die Erwartungen damit deutliche 15 Punkte über dem Vorjahreswert. Entsprechend die Planungen: Einstellungen sind vorerst nicht geplant, immerhin 90 Prozent der Baubetriebe möchten ihr Personal aber über die Wintermonate weiterbeschäftigen, weil der Fachkräftemangel im Baugewerbe saisonale Freistellungen kaum mehr zulässt.

Handel: Die mittelfränkischen Handelsbetriebe beurteilen die Geschäftslage im Herbst 2015 konstant gut. Der Saldo von plus 29 liegt um einen Punkt über dem Ergebnis im Frühjahr und damit auf gutem Niveau. Die geringe Sparneigung und die anhaltend gute Konsumlaune der Bundesbürger kommen vollends bei den Händlern an, fast 40 Prozent der Betriebe melden erneut eine verbesserte Geschäftslage, nur acht Prozent sind unzufrieden. Umsatzsteigerungen kommen dabei etwas stärker aus dem Online-Geschäft. Die Erwartungen an die nächsten Monate sind im Vergleich zur Frühjahrsumfrage nicht mehr ganz so zuversichtlich, aber der Saldo bleibt mit plus 15 Punkten deutlich positiv. Leicht zurückgegangen sind die Beschäftigungspläne der mittelfränkischen Händler, deutlich abgeschwächt die Investitionspläne.

Unternehmensnahe Dienstleister: Die Unternehmen der Branche in Mittelfranken sind hoch zufrieden: 55 Prozent der Betriebe melden eine verbesserte Geschäftslage, weitere 40 Prozent berichten von anhaltend guten Geschäften. Damit liegt der Saldo der Lageeinschätzung mit plus 49 Punkten deutlich über dem Wert der Vorbefragung (plus 37). Besonders positiv beurteilt das Speditionsgewerbe die aktuelle Lage, es gibt keinen Betrieb, der eine Verschlechterung verzeichnet. Neben der guten Konjunktur dürfte sich hier die Verringerung der Treibstoffkosten durch gesunkene Dieselpreise niederschlagen. In den Erwartungen der Spediteure schlägt sich das allerdings nicht nieder, hier liegt der Saldo bei Null und damit deutlich unter den Erwartungen der Dienstleistungsbetriebe. Insgesamt gehen die unternehmensnahen Dienstleister zuversichtlich in die kommenden Monate, ein Drittel rechnet mit steigender Geschäftstätigkeit. Die Dienstleister nutzen dieses gute wirtschaftliche Umfeld und schrauben ihre Investitionspläne und Beschäftigungspläne deutlich nach oben.

Verbrauchernahe Dienstleistungen: Besser als noch im Frühjahr wird die Geschäftslage in den verbrauchernahen Dienstleistungen bewertet. Rund 40 Prozent der Unternehmen berichten von einer Verbesserung der Geschäfte, eine Verschlechterung melden gerade einmal acht Prozent der Betriebe. Damit steigt der Saldo um 20 Punkte auf einen aktuellen Wert von plus 30 an. Positive Meldungen kommen derzeit besonders von den Hotels und Gaststätten sowie dem Versicherungs- und Kreditgewerbe. Auch für die kommenden Monate erwartet die Branche gute Umsätze, aber keine großen Sprünge. Die Investitionsneigung ist nach wie vor erfreulich hoch, Hauptmotive sind dabei Ersatzbedarfe gefolgt von Produktinnovationen. Die Beschäftigungspläne der Branche gehen deutlich zurück, Fachkräfte sind für diese Branche kaum mehr zu finden.

Aussichten

Trotz einiger konjunktureller Unwägbarkeiten durch weltweite Konflikte haben die Unternehmen in Mittelfranken in den zurückliegenden Monaten gute Geschäfte gemacht. Auch die Aussichten für die kommenden Monate sind nicht enthusiastisch, aber anhaltend positiv. Insgesamt können die Unternehmen auf eine stabile wirtschaftliche Entwicklung in den vergangenen Jahren zurückblicken. Der Beschäftigungsstand ist entsprechend hoch, in Verbindung mit den demografisch bedingten Veränderungen wird es in einigen Branchen zunehmend eng mit der Verfügbarkeit geeigneter Fachkräfte.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 11|2015, Seite 22

 
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