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Editorial

Vernetzung

Was für ein schöner WiM-Titel in diesem Monat. Als mein Großvater 1925 ein Unternehmen für Vertrieb und Service von Schreibmaschinen gründete, waren er und seine Kunden auf dem aktuellen Stand der Informationstechnik. Die Schreibmaschine wurde im Lauf der Jahrzehnte digital aufgerüstet und hielt sich erstaunlich lange, heute aber wissen unsere Enkelkinder nichts mehr mit diesem Relikt anzufangen.

Rohrpost, Fernschreiber, Teletext, E-Mail, Chatbot, Gedankensteuerung – was kommt als Nächstes? Manchen geht die Entwicklung zu langsam, anderen zu schnell. Dabei hat sich in der Entwicklung der Informationstechnik vieles vereinfacht, allen voran die Schnittstelle Maschine zu Mensch. Niemand muss heute mehr eine Programmiersprache beherrschen, um aktuelle Technik zu nutzen. Das war nicht immer so.

Worauf es heute ankommt, ist Neugierde, Innovationsbereitschaft und Lust am Ausprobieren. Vor allem aber geht es um vernetztes Denken. Digitalisierung ist längst keine technische Herausforderung mehr, sondern eine soziale. Alles hängt mit allem zusammen, nur wer über sein eigenes Aufgabengebiet hinausdenkt, wer Perspektiven wechselt und bei alledem auch noch effizient und umfassend kommuniziert, wird morgen noch an verantwortlicher Stelle sitzen.

Wie bereiten uns unsere Schulen und Hochschulen auf diese Herausforderung vor? Computerkurse und der Streit über Handy-Verbote kratzen bestenfalls an der Oberfläche. Die unvorstellbaren technischen Möglichkeiten der Zukunft beherrschen nur im besten Sinne soziale Wesen, Menschen mit Empathie und Rundumblick, denen das große Ganze wichtiger ist als beruflicher Eigensinn. Die deutsche Sprache hat hier schon mal ein deutliches Zeichen gesetzt: Digitalisierung ist weiblich.

Autor: 

IHK-Präsident
Dirk von Vopelius

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 11|2018, Seite 3

 
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